Die EM-Teilnehmer des VfB Stuttgart sind längst im verdienten Sommerurlaub und werden dem Club noch eine Weile fehlen. Im Gegenzug gibt es eine finanzielle Kompensation des europäischen Fußballverbands Uefa, die einen Millionenbetrag in die Kassen des Bundesligisten spülen wird. Auch auf anderen Ebenen hat der sportliche Höhenflug der Vorsaison finanzielle Mehreinnahmen zur Folge. Ein Überblick.
Europameisterschaft Pro Spieler und Tag zahlt die Uefa den Vereinen eine Abstellungsprämie von 10 000 Euro – beginnend zehn Tage vor dem Turnier und endend mit dem Ausscheiden. Da sowohl die vier deutschen Nationalspieler des VfB (Maximilian Mittelstädt, Chris Führich, Deniz Undav, Waldemar Anton) als auch Leonidas Stergiou mit der Schweiz im Viertelfinale ausgeschieden sind, macht das 330 000 Euro pro Spieler. Bei Undav ist die Summe etwas geringer, weil er seit dem 1. Juli offiziell wieder bei Brighton & Hove Albion unter Vertrag steht. Das gleicht sich jedoch aus durch die Verpflichtung des Schweizer EM-Teilnehmers Fabian Rieder, der mit Beginn der Transferperiode zum VfB wechselte. Das macht in Summe 1,7 Millionen Euro.
Supercup Als Vizemeister spielt der VfB am 17. August (20.30 Uhr) beim deutschen Meister Bayer Leverkusen um den Supercup. Die Deutsche Fußball-Liga (DFL) schüttet als Veranstalter der Partie in der Bay-Arena insgesamt fünf Millionen Euro an die beiden Clubs aus, von denen drei Millionen an den Sieger gehen. Für den VfB bedeutet das unabhängig vom Ausgang des Spiels weitere sichere zwei Millionen Euro.
Medienerlöse Durch die Vizemeister-Saison ist der VfB auch im TV-Ranking geklettert – und hat in der maßgeblichen Fünfjahreswertung gleich vier Vereine überholt: den FC Augsburg, den 1. FC Köln, den FSV Mainz 05 und Borussia Mönchengladbach. Da jeder Platz rund 2,5 Millionen Euro ausmacht, bedeutet das im Vergleich zur Vorsaison Zusatzeinnahmen von zehn Millionen Euro.
Champions League Hier lässt sich die Uefa in puncto Prämien nicht lumpen. Die genauen Einnahmen der Stuttgarter sind noch offen und hängen vom sportlichen Abschneiden ab, pro Punkt gibt es 700 000 Euro. Sicher ist dem VfB aber jetzt schon die Antrittsprämie für die Teilnahme an der Hauptrunde. Sie beträgt 18,6 Millionen Euro.
In Summe macht das im Vergleich zur Vorsaison fixe Zusatzeinnahmen von gut 32 Millionen Euro, die auf den sportlichen Höhenflug zurückzuführen sind. Hinzu kommen die 40 Millionen Euro des neuen Investors Porsche, wobei die zweite Tranche voraussichtlich noch in diesem Sommer gezahlt werden soll.
Ohne Frage eine ganze Menge Geld – das aber nicht ausschließlich in die Profi-Mannschaft fließen wird, sondern auch der Stärkung des Eigenkapitals dient sowie neuen Investitionen in Wachstumsfelder wie der Internationalisierung. Zudem kommen infolge der Champions-League-Spiele auch Zusatzkosten auf den Verein zu – etwa durch die nötige Verbreiterung des Kaders und die Zahlung internationaler Erfolgsprämien.