VfB Stuttgart Fabian Bredlow bleibt die Nummer zwei
Der Torwart zeigt als Vertreter von Florian Müller in Mönchengladbach eine starke Leistung – an der Vor-Corona-Hierarchie wird sich beim VfB trotzdem nichts ändern.
Der Torwart zeigt als Vertreter von Florian Müller in Mönchengladbach eine starke Leistung – an der Vor-Corona-Hierarchie wird sich beim VfB trotzdem nichts ändern.
Stuttgart - Die Statistik las sich verheerend – und sagte doch nicht viel aus. Zumindest nach Meinung von Sven Mislintat und Pellegrino Matarazzo. Fast 60 Prozent Ballbesitz, 9:1 Ecken und, vor allem, 31:5 Torschüsse hatte Borussia Mönchengladbach gegen den VfB verbucht. Für den Sportdirektor und den Trainer aus Stuttgart ging das 1:1-Remis trotzdem in Ordnung. „Es hat sich, ganz ehrlich, nicht so angefühlt, als hätten wir zwei oder drei Gegentore kassieren können“, meinte Mislintat. Und Matarazzo erklärte: „Da sind viele Weitschüsse und Standardsituationen dabei gewesen. Wir hatten immer ein Bein dazwischen, haben uns richtig gut gewehrt.“
Was den Coach sichtlich freute, aber keine Selbstverständlichkeit war – nach dieser turbulenten Coronawoche.
Sechs positive Fälle hatte es zuletzt im VfB-Team gegeben, in Florian Müller, Waldemar Anton, Orel Mangala und Roberto Massimo fehlte ein Quartett, auf das Matarazzo normalerweise setzt. Weil die Verletztenliste auch nicht kürzer wird, waren in Mönchengladbach spielerisch herausragende Szenen eher selten. Und stattdessen andere Tugenden gefragt: Kampfkraft, der Wille zur defensiven Drecksarbeit, Zusammenhalt. Also genau das, was der VfB dann auch auf den Platz gebracht hat. „Dass wir trotz der schwierigen Situation konkurrenzfähig gewesen sind, spricht für den Charakter der Mannschaft“, sagte Matarazzo, „der Punkt geht aufgrund unserer Energie und der gezeigten Intensität in Ordnung. Wir haben es einfach gut wegverteidigt.“
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Das galt für die komplette Mannschaft. Aber für zwei Spieler ganz besonders: Konstantinos Mavropanos, der auch noch als Torschütze glänzte. Und Fabian Bredlow.
Der Torhüter ist nicht nur geimpft, er gilt seit Freitag auch als genesen. Direkt aus der zehntägigen Corona-Isolation ging es – gerade erst freigetestet – auf den Trainingsplatz. Nach der Abschlusseinheit gab der Vertreter von Florian Müller (weiterhin in Quarantäne) grünes Licht, ein umfassender medizinischer Check bestätigte anschließend sein positives Gefühl.
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In Mönchengladbach spielte Bredlow bei seinem zweiten Bundesliga-Startelfeinsatz für den VfB fehlerlos, strahlte Ruhe und Sicherheit aus, hielt alles, was zu halten war. „Es ist eine verrückte Woche gewesen“, sagte er danach, „die letzten Tage habe ich jetzt nicht die optimale Spielvorbereitung gehabt, sondern meist auf der Couch gegammelt. Mir ging es die ganze Zeit gut, meine Frau hat mir ständig Stäbchen zum Testen in die Nase geschoben. Ich freue mich, dass ich gesund bin. Und dass wir einen Punkt geholt haben, der definitiv verdient war.“ Aber nichts an seinem Status ändern wird.
Matarazzo hob die Zuverlässigkeit von Bredlow hervor („Er ist immer da, wenn man ihn braucht“) und erklärte, in Mönchengladbach mit ihm vollauf zufrieden gewesen zu sein („hervorragender Job“). Der Trainer sagte aber zudem: „Er ist ein sehr guter zweiter Torwart.“
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Auch Mislintat lobte Bredlow („Er hat ein super Spiel gemacht“), stellte jedoch im nächsten Satz klar, dass er keinen Grund sehe, die Vor-Corona-Rangfolge zu überdenken. „Eine Chance gibt es immer, denn natürlich gilt bei uns das Leistungsprinzip“, sagte der Sportdirektor, „aber wir haben uns auf eine klare Hierarchie festgelegt: Müller, Bredlow, Schock. Daran etwas zu ändern, ist derzeit kein Thema.“