Der VfB Stuttgart hat offenbar das Siegen verlernt. Jedenfalls im eigenen Stadion. Das 0:1 gegen den 1. FC Heidenheim war die sechste Heimniederlage nacheinander in der Fußball-Bundesliga – das ist einmalig in der langen Geschichte des Traditionsvereins. Zum Glück für die Mannschaft von Chefcoach Sebastian Hoeneß gibt es noch den DFB-Pokal. Das schönt zum einen in 2025 die Statistik in der MHP-Arena, da ja die nationalen Cuppartien gegen FC Augsburg und RB Leipzig gewonnen wurden, und zum anderen kann wohl nur noch der DFB-Pokal dem VfB die Saison retten.
Am 24. Mai treffen die Stuttgarter im Finale auf den Drittligisten Arminia Bielefeld. Für viele Anhänger „a gmähds Wiesle“, wie der Schwabe sagt. Doch diese Begegnung in Berlin war noch nie ein Selbstläufer – und ist es jetzt weniger denn je. Denn die Heidenheimer lieferten eine Blaupause, wie gegen die Vizemeister mit einfachsten Mitteln zum Erfolg zu kommen ist. Tief verteidigen und auf Konter setzen. Mehr brauchte es am Freitagabend nicht. Trotz der engagierten VfB-Leistung. Der eingewechselte Mathias Honsak katapultierte die abstiegsbedrohten Gäste von der Ostalb mit seinem Tor zu Hochgefühlen. Gleichzeitig drückte er die Stuttgarter tiefer in die Abwärtsspirale.
Der VfB gab alles, traf aber nur Aluminium und bleibt in der laufenden Rückrunde den Beweis schuldig, dass er höheren Ansprüchen genügt. Mal fehlt die Effizienz, mal die Konsequenz. Mit 41 Punkten steckt das Hoeneß-Team im Mittelmaß fest und sieht sich der Gefahr gegenüber, dass mit der Saison vollends die Stimmung in Stuttgart kippen könnte. Noch hält die Aussicht auf einen Titelgewinn im Olympiastadion die Gemüter halbwegs ruhig. Fußballer, Fans und Funktionäre schwören sich auf das Endspiel gegen die Bielefelder ein. Doch zuvor sollte der VfB in der Liga wieder das Siegen lernen, um am Ende nicht als der große Verlierer der Saison dazustehen.