VfB Stuttgart gegen 1. FC Nürnberg Und wieder zerplatzt eine VfB-Hoffnung

Trauriger Abgang: Antonio Rüdiger, Arthur Boka und Christian Gentner  (von links) kommen  mit dem VfB  in Nürnberg dem Abstieg ein Stück näher. Bilder der Partie sehen Sie in unserer Fotostrecke. Foto: Baumann 23 Bilder
Trauriger Abgang: Antonio Rüdiger, Arthur Boka und Christian Gentner (von links) kommen mit dem VfB in Nürnberg dem Abstieg ein Stück näher. Bilder der Partie sehen Sie in unserer Fotostrecke. Foto: Baumann

Die Stuttgarter mussten im Kellerduell beim 1. FC Nürnberg eine empfindliche 0:2-Niederlage einstecken. Damit gehen die Sorgen um den Abstieg weiter und der Stevens-Effekt droht zu verpuffen.

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Nürnberg - In der 78. Minute eröffnet sich Alexandru Maxim noch einmal die Chance zum Anschlusstreffer. Er vergibt in aussichtsreicher Position. Aussichtsreich war ja auch die Ausgangslage des VfB in Nürnberg. Ein Sieg beim angeschlagenen Club wäre ein wichtiger Schritt in Richtung Klassenverbleib gewesen. Doch erneut scheitert der VfB am Ende kläglich und ist dem Abstieg durch die 0:2-Niederlage bei einem direkten Konkurrenten wieder ganz nahe. Der Huub-Stevens-Effekt droht zu verpuffen. „Ich bin sehr enttäuscht“, sagte der Trainer, „weil wir nach 20 Minuten aufgehört haben, Fußball zu spielen.“

Der VfB startete in Nürnberg mit einer Veränderung im Vergleich zum vorangegangenen 1:0-Erfolg gegen den HSV. Für Moritz Leitner kehrte Martin Harnik nach seiner Gelbsperre zurück in die Stuttgarter Mannschaft, die besser ins Spiel fand. Während den Nürnbergern die Unsicherheit nach vier Niederlagen hintereinander anfangs anzumerken war, ging der VfB etwas selbstbewusster vor. Erst prüfte Ibrahima Traoré den Club-Torhüter Raphael Schäfer, dann ließ es Konstantin Rausch krachen. Sein Linksschuss knallte gegen die Querlatte (16. Minute). Was allerdings die Nürnberger wach zu rütteln schien. Ein Kopfball von Mike Frantz verfehlte kurze Zeit später das Stuttgarter Tor.

Zu diesem Zeitpunkt war die Taktik des Trainers Huub Stevens schon wieder klar erkennbar. Hinten tief stehen und dann mit Kontern zum Erfolg kommen. Doch von Stuttgarter Angriffsaktivitäten war Mitte des ersten Durchgangs nicht mehr besonders viel zu sehen. Stattdessen erhöhten die Nürnberger den Druck und hatten durch ihren gefährlichsten Stürmer, Josip Drmic, in der 36. Minute eine sehr gute Gelegenheit. Sven Ulreich im VfB-Tor entschied da noch das Duell eins gegen eins für sich, indem er geschickt den Winkel verkürzte.

Stabilität des VfB lässt im Spielverlauf nach

Von der Stabilität, mit der der VfB die Partie begonnen hatte, war nun nichts mehr übrig. Und so kam die Nürnberger Führung in der 43. Minute nicht allzu überraschend. Mit Wucht zog Drmic an der Strafraumgrenze an Gotoku Sakai vorbei und traf mit einem Flachschuss genau ins Eck. Stück für Stück hatte der VfB in der ersten Halbzeit abgebaut. In der Pause versuchte Huub Stevens, seine Spieler wieder aufzubauen, die im dritten Spiel unter dem Niederländer zum ersten Mal einem Rückstand hinterlaufen mussten. Es sollte aber nicht gelingen.

Der Trainer reagierte taktisch und schickte Timo Werner und Alexandru Maxim, der am Samstag noch den Siegtreffer gegen den HSV erzielt hatte, aufs Feld. Dadurch wurde die Stuttgarter Offensive angekurbelt, den Nürnbergern eröffneten sich nun aber auch große Lücken. Und in eine solche stieß – wer sonst – Josip Drmic. Der 21 Jahre alte schweizerische Nationalspieler mit den kroatischen Wurzeln schob nach einer flachen Hereingabe locker zum Nürnberger 2:0 und zu seinem 15. Saisontreffer ein.

Das Spiel hatte sich komplett gedreht, die Nürnberger zogen sich zurück und lauerten auf Konter. Dabei stellten sich die Gastgeber aber deutlich geschickter an als der VfB im ersten Abschnitt. Die Stuttgarter Abwehr lief Josip Drmic hinterher, und in der VfB-Offensive lief dann auch nicht mehr viel zusammen. Am Ende waren die Stuttgarter, bei denen der Ecuadorianer Carlos Gruezo sein Bundesliga-Debüt geben durfte, mit der 0:2-Niederlage noch ganz gut bedient.

Nun steckt der VfB wieder bis zum Hals im Abstiegssumpf, von einem Bonusspiel gegen Dortmund am Samstag kann nun keine Rede mehr sein. Für den VfB ist jetzt jede Partie von existenzieller Bedeutung.




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