Der Trainer kennt den Stürmer wie kaum ein anderer. Nun hat er ein Plädoyer für den 29-Jährigen gehalten. Wie reagiert der Bundestrainer darauf?
Deniz Undav ist mal wieder in aller Munde. Weil er aktuell der erfolgreichste deutsche Torjäger ist. Weil nach einem Interview des Bundestrainers Julian Nagelsmann über seine Aussichten in der Fußball-Nationalmannschaft diskutiert wird. Und weil er einmal mehr seine Berufsbezeichnung hinterfragt hat. Der 29-Jährige sieht sich als Mittelstürmer, nichts anderes. Das hat der Angreifer des VfB Stuttgart erneut zum Ausdruck gebracht – und gleich hinterhergeschoben, dass viele andere ihm irrtümlicherweise eine andere Position zuschreiben: als falsche Neun.
Nun wurde Sebastian Hoeneß vor dem Bundesligaspiel an diesem Samstag (15.30 Uhr) beim FSV Mainz 05 auf die Fachdebatten angesprochen. Der VfB-Trainer macht Undav dabei in doppelter hinsicht stark und teilt ihm in Stuttgart eine klare Rolle zu: „Deniz ist ein absolut kompletter Stürmer.“ Sein Profil gebe es nicht so oft in Deutschland. Eine höfliche Umschreibung, denn ein Spielertyp wie Undav existiert auch in anderen Topligen kaum noch. „Welche Position Deniz bei uns einnimmt, hängt immer auch davon ab, mit wem er zusammenspielt“, erklärt Hoeneß, „als Ermedin Demirovic verletzt war, ist sein Partner vorne häufig Bilal El Khannouss gewesen. Da hat er die Mittelstürmerposition eingenommen und überragend ausgefüllt. Jetzt da Ermedin wieder dabei ist, findet er die Räume dahinter als Zehner. Er kann beides richtig gut und erzielt in beiden Positionen Tore. Das ist eine Riesenqualität.“
Undavs Statistiken sind für Hoeneß auch die besten Argumente, um Nagelsmann von einer Nominierung zu überzeugen. Der Stuttgarter hat wettbewerbsübergreifend 18 Treffer und elf Torvorlagen zu Buche stehen. Allein in der Bundesliga kommt er auf 14 Tore. „Neben seiner Torgefährlichkeit und seiner seit Monaten andauernden Topform ist für mich auch seine Variabilität ein starkes Argument für Deniz“, sagt der VfB-Trainer. Hoeneß ist sich dabei sicher, dass gebrachte Leistungen von Nagelsmann bei einer Nominierung berücksichtigt werden. Der 43-Jährige will sich jedoch nicht zu viel in die Belange des Bundestrainers einmischen. Noch sei Zeit. Bis zur nächsten Kader-Bekanntgabe für die kommenden Länderspiele (27. März in Basel gegen die Schweit und 30. März in Stuttgart gegen Ghana). Diese erfolgt am 19. März.