VfB Stuttgart gegen TSG Hoffenheim Steven Zubers Torjubel und die Folgen

Von Gregor Preiß 

Die Verantwortlichen der TSG Hoffenheim beschwichtigen, da bleibe nichts hängen. Dennoch hat sich Steven Zuber vom VfB Stuttgart mit dem Jubel vor den Fans seines Stammvereins keinen Gefallen getan.

Steven Zuber vom VfB Stuttgart dreht jubelnd Richtung Hoffenheimer Fans ab. Das kam dort gar nicht gut an. Foto: Baumann 10 Bilder
Steven Zuber vom VfB Stuttgart dreht jubelnd Richtung Hoffenheimer Fans ab. Das kam dort gar nicht gut an. Foto: Baumann

Stuttgart - Als alles gesagt war, wollte er nur noch schnell weg. Lange, nachdem die Protagonisten des 1:1 zwischen dem VfB Stuttgart und der TSG Hoffenheim das Stadion am Samstagabend verlassen hatten, strebte auch Steven Zuber schnellen Schrittes dem Ausgang entgegen. Jetzt bloß keine Fragen mehr!

Wahrscheinlich hatte der Schweizer Nationalspieler da längst realisiert, dass er sich seinen Auftritt in der 66. Spielminute besser erspart hätte. Jubelnd war der Stürmer Richtung Untertürkheimer Kurve abgedreht, um dort seinen Treffer zum 1:1-Ausgleich zu feiern. Direkt vor die Kurve mit den Fans der TSG Hoffenheim, von wo aus Zuber bekanntlich an den VfB ausgeliehen ist.

Zuber ging danach in die Hoffenheim-Kabine

Dass das nicht gut ankam, bekam der 27-Jährige bei seiner Auswechslung zu hören. Mit unflätigen Sprechchören begleiteten die Hoffenheimer Fans Zuber vom Platz – ihren eigenen Spieler wohlgemerkt.

Auch TSG-Coach Julian Nagelsmann machte deutlich, dass er Zubers Jubel-Tänzchen „für nicht sehr glücklich“ hielt. „Ich weiß nicht, ob er das machen muss.“ Entsprechende Kommentare seiner ehemaligen und wahrscheinlich auch künftigen Mitspieler nach Schlusspfiff taten ihr Übriges.

Hier geht es zur Einzelkritik zum Hoffenheim-Spiel

Zuber musste reichlich Abbitte leisten. Und tat dies zunächst vor den TV-Kameras, wo er darum bat, „doch bitte nichts Falsches hineinzuinterpretieren“. Er habe sich eben gefreut – und beim Jubeln im Block geirrt. „Ich wollte niemanden provozieren.“

Anschließend ging Zuber in die Hoffenheimer Kabine, um die Sache klarzustellen, am Abend folgte ein Telefonat mit Manager Alexander Rosen. Weshalb der Hoffenheimer Pressechef Holger Kliem am Sonntag beteuerte: „Da bleibt nichts hängen.“

Ob sich das für die Fans der TSG auch so sagen lässt, ist eine andere Frage. Am Abend nach dem Spiel tobte ein kleines Gewitter durchs Netz. Einige Anhänger wünschten Zuber sonst wo hin. Nur nicht zurück nach Hoffenheim, wo der als Musterprofi geltende Schweizer noch einen Vertrag bis 2020 besitzt. Den roten Teppich für seine Rückkehr hat sich der ausgeliehene Torschütze jedenfalls nicht ausgerollt. Auch wenn bis dahin noch viel Wasser den Neckar Richtung Kraichgau hinauffließen wird – Fußballfans vergessen nicht so schnell.

Die Rückkehr zur TSG ist geplant

Und die sportliche Frage? Kein Geheimnis ist es, dass die Verantwortlichen auf dem Wasen ihren aktuellen Torschützen vom Dienst (fünf Treffer in den vergangenen fünf Spielen) gerne länger an sich binden würden. Und dieser selbst erst vor wenigen Tagen einen Verbleib in Stuttgart über den Sommer hinaus zumindest für vorstellbar erklärte. Den Klassenverbleib in der Bundesliga vorausgesetzt.

Mangels Kaufoption liegt die Entscheidung jedoch allein in den Händen der TSG Hoffenheim. „Der Plan ist, dass er im Sommer zurückkehrt“, äußerte sich Rosen nach dem 1:1 zurückhaltend. Zu viele Fragezeichen bestimmen aktuell die Zukunft der Hoffenheimer. Ein Nachfolger für Julian Nagelsmann ist noch keiner gefunden, und auch die Frage, ob sich der Tabellen-Neunte für den Europapokal qualifiziert oder nicht, hat Einfluss auf die Kaderplanung.

Steven Zuber wird froh sein, den Trubel um seine Person erst einmal weit hinter sich zu lassen. Mit der Schweizer Nationalmannschaft reist er zur EM-Qualifikation nach Georgien.