VfB Stuttgart gegen Bayer 04 Leverkusen Warum der VfB mehr von Tanguy Coulibalys Galligkeit braucht

Tanguy Coulibaly ist auf dem Weg zu alter Stärke und daher unser Spieler des Spiels. Foto: Pressefoto Baumann

Stuttgarts Angreifer Tanguy Coulibaly zeigt ansteigende Form und war maßgeblich daran beteiligt, dass der VfB Stuttgart gegen Bayer 04 Leverkusen noch einmal aufkam.

Sport: Philipp Maisel (pma)

Stuttgart - Insgesamt 83 Minuten stand Tanguy Coulibaly bei seinem ersten Startelfeinsatz für den VfB Stuttgart seit dem 25. April (0:2 gegen Leipzig) auf dem Platz – wenige Minuten zuvor hätte die Partie für ihn bereits beendet sein können. Doch für sein rüdes Einsteigen gegen Kerem Demirbay gab es nur den Gelben Karton. Mit etwas weniger Glück wäre die Begegnung für den jungen Franzosen aber bereits in der 32. Minute beendet gewesen – und es wäre wohl auch seine letzte für die nächsten Monate gewesen. Kaum auszudenken, was passiert wäre, hätte Robert Andrich Coulibalys Standbein getroffen.

 

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Mit offener Sohle auf Kniehöhe kam der Leverkusener Neuzugang völlig ohne Not angerauscht und räumte Coulibaly in einer Art und Weise ab, die wohl selbst legendäre Treter wie Uli „Eisenfuß“ Borowka oder Vinnie „The Axe“ Jones baff zurückgelassen hätte. „Die Rote Karte ist unstrittig. Ich bin froh, dass er noch auf dem Platz stehen und weiterspielen kann“, gab VfB-Vorstandschef Thomas Hitzlsperger in der Pause zu Protokoll.

Der fällige Platzverweis für Andrich veränderte die Statik des Spiels. Der VfB, bis dahin stark unter Druck, war plötzlich in Überzahl. Dass das Momentum der Partie vor der Pause völlig kippte, hatte auch viel mit Coulibaly zu tun. Offensichtlich angestachelt durch das Foul, war der junge Franzose plötzlich überall. „Er war extrem aktiv und hatte die Giftigkeit und Galligkeit, die man in diesen Spielen braucht. Diese gewisse Grundaggressivität“, bilanzierte Sportchef Sven Mislintat.

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41 Tempoläufe und 26 Sprints zog der Angreifer insgesamt an, 22 davon in den 15 Minuten vor der Pause. Coulibaly provozierte erst die Gelbe Karte für Jeremie Frimpong (taktisches Foul, 36. Minute), dann die Verwarnung für Mitchell Bakker (37.). „Ich weiß gar nicht, ob die sich noch aus der PSG-Akademie kennen. Aber da war schön Feuer drin“, so Mislintat zu dem aus seiner Sicht „spannenden Match-Up“.

Der fällige Freistoß führte zum 1:2-Anschlusstreffer durch Orel Mangala, der nach langer Pause ebenfalls wieder seinen ersten Startelfeinsatz für den VfB hatte. Der VfB war jetzt drauf und dran, den Ausgleich zu erzielen. Leverkusen hatte große Probleme mit der eigenen Organisation und dem Druck der Hausherren. Die Pause kam zur Unzeit für den VfB. „Die Halbzeit hat uns geholfen, gewisse Änderungen vorzunehmen“, gab Leverkusen-Trainer Gerardo Seoane unumwunden zu.

Nach der Pause mühte sich der VfB und speziell Coulibaly weiter. Doch auch wenn er es „im Zusammenspiel mit Omar Marmoush sehr gut gemacht“ (Mislintat) hat, sprang für Coulibaly nicht mehr heraus. Am Ende stand er bei einer Passquote von 91,7 Prozent, 62,1 Prozent gewonnenen Zweikämpfen insgesamt, von seinen vier Duellen in der Luft gewann er drei – ein Topwert im Ligavergleich, nur neun Spieler legten am 5. Spieltag in dieser Kategorie mehr auf. Das macht ihn zum Spieler des Spiels. Für die kommenden Wochen und Aufgaben scheint klar, dass der VfB noch mehr Akteure mit Coulibalys Galligkeit auf dem Platz benötigt, wenn er erfolgreich sein will.

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