VfB Stuttgart gegen den 1. FC Kaiserslautern Kommt Chris Führich wieder in Schwung?

Chris Führich vom VfB Stuttgart blickt auf das Pokalspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern. Foto: Baumann/Hansjürgen Britsch

Der Nationalspieler gehört mittlerweile zu den Topverdienern, läuft bisher aber seiner Bestform hinterher. Im DFB-Pokal könnte der Tempodribbler an diesem Dienstag wieder gefragt sein.

Sport: Carlos Ubina (cu)

Von null auf hundert. Das ist Chris Führichs Stärke. Der Flügelflitzer des VfB Stuttgart kann aus dem Stand mit Ball am Fuß so rasant beschleunigen, dass den gegnerischen Verteidigern oft nur das Hinterhecheln bleibt. Außen herum geht es dann oder Führich zieht nach innen. Der Tempodribbler verfügt nicht nur über ein Bewegungsmuster, weshalb er zum einen für die Gegner schwer ausrechenbar ist und zum anderen die Mitspieler profitieren.

 

In der Vorsaison war das vor allem Maximilian Mittelstädt. Gemeinsam trumpfte das Duo auf der linken Seite des VfB auf, gemeinsam katapultierte es sich in die Nationalmannschaft und zur Fußball-EM im eigenen Land. Jetzt rennt der offensive Teil des Tandems weiterhin seiner Bestform hinterher und hofft an diesem Dienstag (20.45 Uhr) im DFB-Pokal gegen den 1. FC Kaiserslautern auf die nächste Chance, am liebsten von Anfang an.

So viel verdient Chris Führich

Selbstverständlich ist das nicht. Und vielleicht muss man sogar sagen, dass der Spielbeschleuniger den Ansprüchen hinterherläuft, auch den eigenen. Denn Führich gehört in Stuttgart mit mehr als drei Millionen Euro an Jahresgehalt zu den Topverdienern. Die Vertragsverlängerung im vergangenen Februar hat es möglich gemacht, als der Stürmer sein Arbeitspapier mit Ausstiegsklausel bis 2028 verlängerte.

Früh wurde Führich auch mit Topvereinen in Verbindung gebracht. Der FC Bayern München beschäftigte sich eine Weile mit dem 26-Jährigen, der danach mit der englischen Premier League liebäugelte. Doch als es im vergangenen Sommer auf dem Transfermarkt richtig ernst wurde, erhielt der VfB Stuttgart kein Angebot für seinen EM-Fahrer. Die vertraglich fixierten 26 Millionen Euro an Ablösesumme schreckten ab. Dafür wanderten Führichs Kumpels Waldemar Anton und Serhou Guirassy zu Borussia Dortmund ab.

Offenbar nagt das an Führich, der in seiner Karriere immer um Anerkennung ringen musste. Er selbst wähnt sich dennoch in den oberen Sphären, unter den Topspielern in der Bundesliga. Allerdings muss er dafür statistisch den Blick zurück richten. Acht Treffer und sieben Torvorlagen machten den Mann, der im Vorjahr in allen 34 Ligapartien zum Einsatz kam, zum Unterschiedsspieler. In dieser Spielzeit sagen Führichs Zahlen bislang etwas anderes: Es steht die Doppelnull, auch in der Champions League. Er sitzt zudem häufiger auf der Bank, als er in der Startelf steht. Kommt der Angreifer also nun verspätet und nach einer kurzen Verletzungspause in Schwung? Die Ansätze gegen Holstein Kiel (2:1) waren vielversprechend. Ein frecher Freistoß klatschte an den Pfosten, dazu belebte Führich nach seiner Einwechslung das Stuttgarter Spiel.

Das sagt Sebastian Hoeneß

Die Zweitrundenbegegnung mit dem Zweitligisten aus der Pfalz bietet nun die nächste Gelegenheit, wieder in den alten Rhythmus zu finden. Zumal Sebastian Hoeneß personelle Wechsel angekündigt hat. „Natürlich geht es bei unseren hohen Belastungen wieder um das Thema Frische. Aber das ist eine sehr individuelle Sache und über allem steht, dass wir die Mannschaft aufbieten wollen, der wir am meisten zutrauen, das Spiel zu gewinnen“, sagt der Trainer.

Hoeneß sucht eine „energetische“ Formation, die in der neuerlichen englischen Woche „intensiv“ auftreten kann. In Führich verfügt er dazu über eine Alternative für die Außenpositionen. Doch die Konkurrenz für ihn ist groß. Denn plötzlich überzeugt Jamie Leweling national wie international. Er gibt den neuen Führich, obwohl er ein anderer Spielertyp ist. Mit wuchtigen statt feinen Dribblings. Mit Kraft und Körperlichkeit statt Finesse und Technik. Leweling ist so an allen vorbeigezogen und strotzt vor Selbstvertrauen. Dazu kommt Fabian Rieder in Tritt – mit einem anderen Profil, aber hoher Geschwindigkeit. Da muss Führich schon den Turbo zünden, um vorbei zu dribbeln.

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