VfB Stuttgart gegen FC Augsburg Auch Sandro Wagner findet Chris Führich wieder gut

Mit Tempo: der VfB-Profi Chris Führich lässt hier den Mainzer Kaisho Sano hinter sich. Foto: Baumann/Volker Mueller

Der Stuttgarter Offensivspieler kehrt mit neuer Energie zu alter Stärke zurück. Das ist auch dem gegnerischen Trainer nicht verborgen geblieben.

Sport: Carlos Ubina (cu)

Chris Führich bringt wieder Schwung. Wie zuletzt nach seiner Einwechslung gegen Feyenoord Rotterdam, als er das Tor durch Deniz Undav zum 2:0-Endstand vorbereitete. Im Sprint war der Fußballprofi des VfB Stuttgart fast vom eigenen Strafraum über die rechte Seite nach vorne gelaufen, hatte nach dem Pass von Jamie Leweling die Übersicht behalten und Undav bedient.

 

Leicht sah das aus. Wie in der Vizemeistersaison, als Führich sein bestes Jahr beim Fußball-Bundesligisten hatte, über die linke Seite wirbelte und in 34 Ligapartien acht Tore selbst erzielte sowie sieben Treffer auflegte. Am Ende stand nicht nur ein außergewöhnlicher Karrieremoment mit dem VfB, sondern ebenso die EM-Teilnahme im eigenen Land mit der Nationalmannschaft.

Es ist also der gute Führich, den Sandro Wagner noch aus seiner Zeit als Co-Trainer von Bundestrainer Julian Nagelsmann kennt. Spielfreudig und schnell. „Er ist sehr variabel im Positionsspiel und hat auch Tiefe“, sagt der jetzige Coach des FC Augsburg, der an diesem Sonntag (17.30 Uhr) mit seinem gebeutelten Team beim VfB antritt.

Doch mit Führichs Leistungen ging es nach der Spielzeit 2023/2024 langsam bergab und der Außenangreifer landete schließlich im Formtief. Seine Tempodribblings brachten nur noch wenig ein, denn er lief oft mit dem Ball am Fuß quer anstatt nach vorne. So wurde der Flügelflitzer erst nicht mehr für die Nationalmannschaft nominiert, dann verlor er seinen Stammplatz in Stuttgart. Er wirkte oft zögerlich.

In den vergangenen Wochen kämpfte sich Führich aber wieder nach oben. „Er ist zu alter Stärke zurückgekehrt“, befindet Wagner. Spätestens mit dem Treffer beim 2:1-Sieg gegen den FSV Mainz 05 in der Bundesliga vor zwei Wochen befreite sich der 27-Jährige von einer Last. Endlich hatte er mit einem Schlenzer seinen Moment. Die Mannschaft freute sich mit ihm und der VfB-Trainer sah den Lohn für harte Arbeit. Chris Führich habe die schwierige Situation angenommen, sich immer professionell verhalten und nie hängen lassen, führte Sebastian Hoeneß aus.

Und nun drängt sich der Mann mit der Rückennummer zehn auf. Trotz Konkurrenz. Jamie Leweling, Tiago Tomas und Badredine Bouanani sind Spieler, die bevorzugt über die Außenposition kommen. Dahinter gibt es noch den jungen Lazar Jovanovic und in Bilal El Khannouss eine flexibel einsetzbare Offensivkraft. „Wir haben bereits in den vergangenen vier Wochen gesehen, dass wir eine gute Breite im Kader haben“, sagt der Sportvorstand Fabian Wohlgemuth, „jeder Spieler hilft gerade – ganz gleich, ob er von Beginn an aufläuft oder eingewechselt wird.“

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Führich hat sich dabei für einen erneuten Einsatz in der Startelf empfohlen. Auch diese Personalauswahl macht es Wagner schwer, seine Elf auf den VfB einzustellen. Englische Wochen hin oder her. Hoeneß warnt dennoch: „Die Augsburger mögen mit Blick auf die Ergebnisse aus einer schwierigen Phase kommen, sie haben aber zuletzt Borussia Dortmund einen großen Kampf geliefert und werden auch uns vor schwierige Aufgaben stellen.“ Da kommt die frische Energie, die Führich versprüht, gerade recht.

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