VfB Stuttgart gegen FC Bayern Der Grund für die vorzeitige Auswechslung von Nikolas Nartey

Aktivposten: Nikolas Nartey (rechts) gegen Bayerns Tom Bischof Foto: Baumann/Volker Mueller

Der Däne war gegen die Bayern bester Stuttgarter, ging aber in einer starken VfB-Phase früh vom Feld. Sebastian Hoeneß erläutert die Maßnahme, die keine Leistungsgründe hatte.

Sport: David Scheu (dsc)

Nur wenige Zentimeter fehlten zum ersten Bundesliga-Tor: Nikolas Nartey hatte bereits gejubelt, mit Teamkollegen und Fans seinen Kopfballtreffer zum vermeintlichen 1:1 gegen den FC Bayern gefeiert (40.) – dann aber vom Videoassistenten die ernüchternde Nachricht erhalten: knappes Abseits bei der Freistoß-Flanke, kein Tor. „Es ist ärgerlich“, sagte VfB-Sportvorstand Fabian Wohlgemuth im Anschluss, „da bist du in der Startelf gegen Bayern und erzielst ein Tor.“ Der Treffer sei aber eben nachgewiesenermaßen nicht regulär gewesen: „Daher können wir es auch nicht beweinen.“

 

Das Tor hätte eine starke Leistung Narteys gekrönt, der beim 0:5 gegen den Rekordmeister lange Zeit bester Stuttgarter war – und im halbrechten Mittelfeld wieder einmal zeigte, dass er viele Positionen ohne Eingewöhnungszeit ausfüllen kann. „Er hat es sehr gut gemacht und ist auf einer ungewohnten Position viel gelaufen“, sagte Wohlgemuth, „das war auch das Ziel und die Intention, dass er schnell mit in die Verteidigung kommt aufgrund der Bewegungs- und Laufumfänge.“

Nach einer Stunde verließ Nartey für Chris Führich das Feld

Auch der Trainer war rundum einverstanden mit dem Auftritt des 25-Jährigen. „Seine Leistung war sehr gut“, lobte Sebastian Hoeneß, „er war ein Aktivposten.“ Unter anderem kam Nartey zu einem Torabschluss ans Außennetz (17.) und holte eine Gelbe Karte gegen Leon Goretzka heraus (58.).

Sebastian Hoeneß war mit dem Auftritt von Nikolas Nartey zufrieden. Foto: Baumann/Volker Mueller

Wenig später war sein Arbeitstag aber inmitten einer starken Stuttgarter Phase beendet, als er auf den ersten Blick überraschend für Chris Führich vom Feld ging (61.). „Ich hätte ihn gerne draufgelassen“, betonte Hoeneß, der sich aber zum Handeln gezwungen sah. Zum einen, da eine Sorgfaltspflicht in puncto Verletzungsrisiko bestand. „Man muss bei ihm berücksichtigen, dass er in den letzten Monaten und Jahren kaum Spiele über 90 Minuten gemacht hat“, so der Trainer mit Blick auf die zweijährige Pause von Sommer 2023 bis Sommer 2025 aufgrund eines Knorpelschadens im Knie.

Nartey sei daher ohnehin ein Wechselkandidat gewesen, so Hoeneß – der darüber hinaus in besagter Phase vom Spieler noch ein Zeichen erhielt: „Er hat angezeigt, dass er nicht weiß, ob er noch viel länger spielen kann.“ So blieb es bei 61 Minuten – in denen Nartey aber viel Eigenwerbung betrieb.

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