VfB Stuttgart gegen FC Bologna Härtetest gegen clevere Italiener – die wichtigsten VfB-Erkenntnisse

Der VfB-Verteidiger Luca Jaquez (links) überzeugt gegen den FC Bologna. Foto: Baumann

Der VfB hat beim Fest rund um die Saisoneröffnung mit 0:1 gegen den italienischen Pokalsieger verloren. Dennoch sieht Sebastian Hoeneß auch viel Positives.

Sport: Carlos Ubina (cu)

Der VfB Stuttgart hat noch einmal alles versucht, um das Ergebnis wenigstens ein wenig schöner zu gestalten. Doch der Abwehrblock des FC Bologna hielt den weiß-roten Angriffen stand – und so verteidigte der italienische Pokalsieger gegen den deutschen Pokalsieger das italienischste Ergebnis, das es gibt: 1:0 – oder aus Sicht des Fußball-Bundesligisten 0:1. „Das Resultat ist aber erst einmal nachrangig“, sagte Sebastian Hoeneß nach dem Härtetest. Unzufrieden war der VfB-Trainer allerdings nicht, denn seine Mannschaft spielte eine Woche vor dem Supercup gegen den FC Bayern München über weite Strecken gut und es lassen sich Erkenntnisse aus der Testpartie ziehen. Hier die wichtigsten für den VfB.

 

Körperliche Verfassung Sebastian Hoeneß hatte schon vor dem Spiel angekündigt, dass er seine aktuelle Topelf aufbieten wird – mit Blick auf den kommenden Samstag, wenn es gegen die Bayern um den ersten Titel der Saison geht. Und der VfB-Trainer wollte im Gegensatz zu den anderen Testspielen nicht zu früh auswechseln, da es im Supercup über 90 Minuten und mehr gehen kann. Deshalb war das Spiel gegen den FC Bologna auch ein Belastungstest – und der VfB macht einen fitten Eindruck. Auch, wenn die Beine nach harten Vorbereitungswochen etwas schwer waren. „Die Hitze hat sich dann auch etwas auf das Spiel gelegt und sich auf das Tempo ausgewirkt“, meinte der Sportvorstand Fabian Wohlgemuth. Läuferisch präsentierten sich die Stuttgarter dennoch gut, mit vielen tiefen Sprints.

Spielerisches Vermögen Diesmal war es für die VfB-Angreifer nicht so einfach zum Abschluss zu kommen wie zuvor gegen den FC Toulouse (6:0) und Racing Straßburg (7:1). Da fiel das Toreschießen leicht. Gegen die Elf von Bolognas Trainer Vincenzo Italiano war das komplett anders. „Ich habe mir einen Gegner gewünscht, der Gegenwehr leistet. Und Bologna hat die Erwartungen erfüllt. Das war ein Spiel auf Bundesliganiveau“, sagte der VfB-Trainer Sebastian Hoeneß. Sein Team erspielte sich eine Reihe von Chancen. Die beste vergab Nick Woltemade aus kurzer Distanz (17.). „Wir hatten gleich Spielkontrolle und erst im zweiten Viertel der Partie Probleme“, sagte Hoeneß. In dieser Phase fiel das entscheidende Tor durch Martin Vitik (32.). Nach der Pause kamen die Gastgeber vor 42.000 Zuschauern in der MHP-Arena wieder auf, aber die Gäste verteidigten bis zum Ende clever.

Personelle Situation Es gibt einen ersten Verdacht auf eine Anfangself für den Supercup. Und hier sieht es bei den umkämpften Positionen unter anderem so aus, dass Luca Jaquez in der Innenverteidigung an der Seite von Jeff Chabot steht. „Er hat gegenüber Finn Jeltsch etwas die Nase vorn“, sagte Hoeneß, „aber Finn ist nicht weit dahinter.“ Als Rechtsverteidiger spielte zunächst Josha Vagnoman, der starke Offensivszenen hatte. Er erhielt den Vorzug gegenüber Lorenz Assignon. Der französische Neuzugang hatte aufgrund privater Angelegenheiten zuvor weniger trainiert. Im Mittelfeld vertrat Chema Andrés den verletzten Angelo Stiller. „Er hat das ordentlich gemacht“, sagte der VfB-Trainer über den ballsicheren Spanier. Im Angriff lief Nick Woltemade auf – und das wird erst einmal so bleiben. Auch gegen den FC Bayern, die den Stürmer verpflichten wollen. Das ließ Hoeneß bereits durchblicken. Aus diesem Grund kommt Ermedin Demirovic im Moment nicht über die Jokerrolle hinaus.

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