VfB Stuttgart gegen FC St. Pauli Ein tolles Jahr – aber jetzt sind wichtige Entwicklungsschritte nötig

In der 21. Minute klingelt es im Kasten von Alexander Nübel. Johannes Eggestein sorgt für die Führung der Hanseaten. Foto: dpa/Tom Weller

Das 0:1 gegen den FC St. Pauli trübt zum Jahresabschluss die Bilanz des VfB Stuttgart. Die darf nach dem herausragenden Jahr 2024 dennoch gelobt werden. Aber: Das Team muss nun wichtige Schritte gehen, kommentiert unser Autor Dirk Preiß.

Sport: Dirk Preiß (dip)

Der letzte Eindruck zählt? Dann hat der VfB Stuttgart jetzt ein Problem. Denn das, was die Mannschaft des Vizemeisters am Samstag beim 0:1 gegen den FC St. Pauli gezeigt hat, war ganz und gar nicht das, wofür die Weiß-Roten eigentlich stehen. Und stehen wollen.

 

Es gab schon die ganze erste Saisonhälfte über diverse kleinere Schwächen. Selten kamen sie jedoch alle zusammen, weshalb der VfB in Summe gute Monate hatte – durch Qualität und Mentalität schafften sich der Trainer Sebastian Hoeneß und das Team in zwei Wettbewerben eine gute Ausgangsposition für das neue Jahr. Im dritten – und wichtigsten – Bewerb allerdings, der Bundesliga, sieht die Lage nach der unnötigen 0:1-Niederlage gegen den FC St. Pauli nicht mehr ganz so rosig und aussichtsreich aus.

Gegen den Aufsteiger aus Hamburg kamen die angesprochenen Schwächen dummerweise alle zusammen. Unsicherheiten in der Abwehr, Unsauberkeiten und ausschließlich Vorhersehbares im Aufbauspiel. Das Kombinieren durch die Räume hatte nicht die Geschwindigkeit, die nötig gewesen wäre, um das norddeutsche Bollwerk zu knacken. Und wenn sich doch Chancen ergaben, fehlte es an der Abschlussqualität der Angreifer.

Bei 23 Punkten verharrt der VfB dadurch in der Liga, steht im Pokal aber im Viertelfinale und kann in der Champions League noch die Zwischenrunde erreichen. Deshalb fällt die Bilanz in Summe nicht zu Unrecht eher positiv aus. Den vielerorts vorhergesagten Absturz hat der VfB vermieden, hat teils berauschende Partien gezeigt und nach dem Jahreswechsel noch alle Chancen, die gesteckten Ziele zu erreichen. Dass dies trotz langfristiger Verletzungen gelang, ist zudem hervorzuheben.

Wichtige Entwicklungsschritte sind nötig

Dan-Axel Zagadou, Deniz Undav, Jamie Leweling, El Bilal Touré – die Liste der Fehlenden war gleich mehrere Wochen lang sehr namhaft, was bei 44 Pflichtspielen in drei, beziehungsweise vier Wettbewerben (inklusive Länderspiele) in 2024 zuletzt besonders schmerzte. Zumindest zwei der vier Genannten kommen zurück, wenn der VfB am 2. Januar die kurze Vorbereitung auf die zweite Saisonhälfte aufnimmt.

Dir beginnt dann bereits am 12. Januar mit der Partie beim FC Augsburg – und der VfB tut gut daran, sich nicht zu sehr am generell starken Jahr 2024 zu laben, sondern den Blick schnell darauf zu richtig, wichtige Entwicklungsschritte zu gehen. Einen hat Sebastian Hoeneß selbst genannt. Seine Mannschaft macht es den jeweiligen Gegnern zu leicht, zu Toren zu kommen. Das muss im neuen Jahr deutlich besser werden.

Gelingt hier eine Verbesserung, kommen einige Verletzte in alter Stärke zurück und bringt der VfB mehr Konstanz am oberen Leistungslevel in sein Spiel – dann können die Stuttgarter nach dem Jahreswechsel noch schaffen, was sie sich vorgenommen haben: ein Jahr wie 2024 zumindest in dessen Grundzügen zum Dauerzustand zu machen.

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