Das Heimspiel am Samstag gegen den HSV ist für den VfB von kapitaler Bedeutung. Der Trainer Huub Stevens glaubt zu wissen, wie sein Team gewinnen kann.

Sport: Marko Schumacher (schu)

Stuttgart - Sollte der VfB Stuttgart in ein paar Wochen tatsächlich in die zweite Bundesliga absteigen, dann werden sich die Schüler des Wirtemberg-Gymnasiums in Untertürkheim keinen Vorwurf machen müssen. Rund 700 von ihnen haben sich an einer Unterschriftenaktion beteiligt, mit der die Schule ihren Beitrag zum neuen VfB-Motto „Zusammenhalten!“ leistet. Den prall gefüllten Ordner voller Autogramme übergeben die Abgesandten der 6d feierlich dem VfB-Manager Fredi Bobic – und bekräftigen vor der Geschäftsstelle ihren unerschütterlichen Optimismus mit dem passenden Schlachtruf: „Niemals zweite Liga, niemals, niemals.“

So sicher ist das allerdings nicht. Der VfB ist neun Spieltage vor Saisonende Tabellenvorletzter, der Abstieg rückt also immer näher. Von kapitaler Bedeutung ist daher das Heimspiel am Samstag (15.30 Uhr) gegen den Hamburger SV, der ebenfalls seit Wochen verzweifelt um den Klassenverbleib kämpft. Natürlich weiß auch Huub Stevens, dass der erste VfB-Sieg seit mehr als drei Monaten nicht nur wünschenswert wäre, sondern eigentlich Pflicht ist.

„Wir haben auch danach noch acht Endspiele“

So direkt sagen will das der Trainer aber nicht, „weil ich nicht eine zusätzliche Spannung auf meine Mannschaft legen will“. Also erinnert er lieber daran, dass auch im negativen Falle der Abstieg längst noch nicht besiegelt wäre: „Egal wie die Partie ausgeht – auch danach haben wir noch acht Endspiele.“ An Zuversicht fehle es ihm auch weiterhin nicht, „sonst wäre ich hier gar nicht erst Trainer geworden“.

Eine gesteigerte Brisanz mag Stevens auch nicht aus dem Umstand ableiten, dass er auf seinen Ex-Club trifft, den er 2007 nach famoser Aufholjagd vom Tabellenende in den UI-Cup geführt hat. Ein „ganz normales Spiel“ sei es, „nichts Besonderes“, zumal in Stuttgart gespielt werde und nicht in Hamburg, wo er immer noch einige Leute kennt. Mehr als auf das Wiedersehen mit alten Bekannten freut er sich ohnehin darauf, zum ersten Mal im eigenen Stadion auf der VfB-Bank zu sitzen.

Der VfB hofft auf ein ausverkauftes Haus

Großer Unterstützung dürfen sich Stevens und sein Team sicher sein – nicht nur von den Mitschülern des VfB-Stürmers Abiturienten Timo Werner vom Wirtemberg-Gymnasium, sondern auch vom Rest des Anhangs. 50 000 Karten sind bereits verkauft worden, der VfB hofft auf eine annähernd ausverkaufte Arena. Als „klares Signal der Fans“ wertet der VfB-Manager Fredi Bobic den Zuspruch und hofft, „dass wir unseren Teil dazu beitragen, dass hinterher alle glücklich nach Hause gehen“.

Ein heißes Herz und ein kühler Kopf werden dafür notwendig sein – das jedenfalls glaubt Stevens. Angesichts der Kulisse „gibt es immer die Gefahr, dass die Spieler überdrehen und zu schnell versuchen, etwas zu erreichen“. Diesen Fehler dürften sie nicht machen – „wir müssen immer an die Ordnung denken, egal wie es steht“.

Huub Stevens lässt Ibisevic-Einsatz offen

Bleibt noch die Frage, ob der Mittelstürmer Vedad Ibisevic nach fünfwöchiger Sperre in die Stuttgarter Startelf zurückkehrt. Nicht nur aufgrund des Ausfalls von Martin Harnik (fünfte Gelbe Karte) gilt das als sicher, auch wenn sich Stevens weiter nicht festlegen mag. Immerhin ist der Trainer felsenfest überzeugt davon, dass der Torjäger aus Bosnien „alles dafür tun wird, eine überragende Leistung zu bringen“.

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