VfB Stuttgart gegen Hamburger SV Starker VfB setzt vor dem Stresstest in München ein Ausrufezeichen
Die Mannschaft von Trainer Sebastian Hoeneß unterstreicht mit dem 4:0 ihre großen Ambitionen. Und doch findet sich ein kleiner Kritikpunkt.
Die Mannschaft von Trainer Sebastian Hoeneß unterstreicht mit dem 4:0 ihre großen Ambitionen. Und doch findet sich ein kleiner Kritikpunkt.
Alles unter Kontrolle. Bis zum Schluss. Der Ball lief in den Reihen des VfB Stuttgart – und der Gegner hechelte hinterher. Souverän siegte die Mannschaft von Trainer Sebastian Hoeneß gegen den Hamburger SV mit 4:0 (2:0), da sie entschlossen auftrat und die ersten beiden Möglichkeiten konsequent nutzte – durch Angelo Stiller und Chris Führich. Maximilian Mittelstädt und Bilal El Khannouss legten noch nach.
Einen höheren Erfolg verhinderten letztlich der HSV-Schlussmann Daniel Heuer Fernandes und das schwäbische Schusspech. So vergab Deniz Undav einen Foulelfmeter. Dennoch hat der VfB mit seiner Leistung ein Zeichen gesetzt. Die Stuttgarter haben die Niederlage zuvor gegen Borussia Dortmund gut aufgearbeitet und bestens verkraftet. So bleiben sie auf Champions-League-Kurs und holten sich vor den Stresstests in den kommenden Spielen wieder Selbstvertrauen. „Wir haben ein wirklich gutes Spiel gezeigt und deutlich gewonnen. Dennoch haben wir vielleicht sogar zu wenige Treffer erzielt“, sagte der Trainer Sebastian Hoeneß.
Der VfB begann am Sonntagabend nicht nur mit einer „klaren Spielweise“, wie sie Hoeneß im Vorfeld der Begegnung gefordert hatte, sondern vor allem mit einem klaren Ziel vor Augen. Der starke Tabellenplatz sollte mit einem Erfolg untermauert und auf dem Weg zur Teilnahme an der Königsklasse ein Etappenziel klar erreicht werden – die endgültige Qualifikation für den Europapokal in der nächsten Saison.
Das gelang, weil die Stuttgarter vom Anpfiff weg Druck auf den HSV aufbauten. Nicht alle Feinheiten des Fußballs klappten dabei immer, aber die Haltung und das Gegenpressing passten beim neuen Tabellendritten. Und die erste klare Chance führte gleich zur sehenswert herausgespielten Führung durch Angelo Stiller (21.). Deniz Undav und Jamie Leweling hatten die Vorarbeit geliefert, der Mittelfeldstratege schließlich überlegt abgeschlossen.
Die Übersicht behielt auch Chris Führich beim 2:0 (32.). Nach einer Balleroberung durch Stiller wurde der Flügelmann freigespielt. Diesmal noch beteiligt: Deniz Undav und Ermedin Demirovic. Ein couragierter Auftakt, der Lust auf mehr machte. Demirovic (39.), Führich (41.) und Undav (44.) vergaben weitere gute Möglichkeiten. Die VfB-Dominanz in der MHP-Arena wurde im ersten Abschnitt nur durch eigene Fehler unterbrochen – in einzelnen Momenten. Erst war Führich nachlässig im Abspiel, danach Ramon Hendriks. Die Konter der Hamburger weckten dabei Erinnerungen an das Hinspiel, als sie in der Nachspielzeit den Siegtreffer erzielten. Doch zunächst verzog Fabio Baldé (16.) und danach scheiterte Ransford-Yeboah Königsdörffer am VfB Schlussmann Alexander Nübel (28.).
Die Spielrichtung blieb jedoch eindeutig zwischen den Teams der beiden Bundesliga-Gründungsmitgliedern. Die Profis in den weißen Trikots mit dem roten Brustring spielten mit Tempo nach vorne, die Spieler in den blauen Trikots mit der Raute auf der Brust verteidigten. So gut es eben ging.
Die Versuche von Demirovic (49.), Maximilian Mittelstädt (51.) und erneut Führich landeten zunächst nicht im Gästetor. Beim abgefälschten Schuss von Mittelstädt musste sich Heuer Fernandes allerdings geschlagen geben (56.). Damit waren die letzten Zweifel an einem Heimsieg beseitigt. Dennoch sank der Unterhaltungswert keineswegs – wie beim Mittelstädt-Freistoß (59.).
Es entwickelte sich danach beinahe ein Duell zwischen den VfB-Angreifern und Heuer Fernandes, der alle Hände voll zu tun hatte, um das Ergebnis in Grenzen zu halten. 18:6 Torschüsse verbuchte die Statistik nach einer starken Stunde – und der nächste war für die 60 000 Zuschauer im ausverkauften Stadion ein Volltreffer durch Demirovic (66.). Allerdings entschied der Schiedsrichter Sven Jablonski mit Hilfe des Videoassistenten Bastian Dankert zuvor auf Abseits von Flankengeber Undav.
Weiter ging also die Torejagd der VfB-Stürmer, aber ohne Führich und Demirovic, die aufgrund ihrer Auswechslungen ein Päuschen erhielten. Das Motto: Kräfte schonen für den Südgipfel, denn nächsten Sonntag (17.30 Uhr) geht es zum FC Bayern.
Vor der Fahrt nach München strebte Undav noch ein persönliches Erfolgserlebnis an. Mit aller Macht wollte der Angreifer ein Tor erzielen. Dabei wirkte er zeitweise genervt und schoss einen Foulelfmeter über das HSV-Gehäuse (83.). Vor der Fahrkarte gab es zudem eine Gelbe Karte wegen einer Rangelei – die fünfte. Damit fehlt der Nationalspieler gegen die Bayern. Besser als Undav machte es Bilal El Khannouss (86.). Er setzte mit seinem Tor den Schlusspunkt.