VfB Stuttgart gegen Hannover 96 Konsequentes Spiel auf zweites Tor hat gefehlt

Von Dirk Preiß 

Das Unentschieden des VfB Stuttgart gegen Hannover 96 zeigt eines deutlich: Die Roten müssen noch konsequenter auf das zweite Tor zuspielen. Wir analysieren die Partie in unserer Fünferkette.

Christian Gentner (VfB) mit Timo Bernd Hübers (Hannover) im Zweikampf. Foto: Pressefoto Baumann 16 Bilder
Christian Gentner (VfB) mit Timo Bernd Hübers (Hannover) im Zweikampf. Foto: Pressefoto Baumann

Stuttgart - Der VfB Stuttgart ist kurz vor der Ziellinie gestoppt worden. Nach dem 1:1 gegen Hannover 96 gibt es zwar keine wirklichen Zweifel mehr am Klassenverbleib, die 40-Punkte-Marke ist aber immer noch nicht geknackt. Und das hat Gründe, wie unsere Analyse zeigt.

Lesen Sie hier: Die Einzelkritik zu den VfB-Spielern.

Spielidee: VfB-Trainer Tayfun Korkut hatte mal wieder keine Überraschung parat – sondern reagierte auf die Sperre von Santiago Ascacibar wie allgemein vermutet. Holger Badstuber rückte aus der Innenverteidigung ins defensive Mittelfeld, der nach seiner Gehirnerschütterung wieder spielbereite Timo Baumgartl besetzte die daraus folgende Vakanz in der Abwehr. Andreas Beck, zuvor gesperrt, kehrte auf die Position des Rechtverteidigers zurück. So agierte der VfB im 4-4-2-System, die Gäste aus Hannover setzten die gleiche Grundordnung dagegen. Nach der Pause musste Korkut aufgrund Becks Verletzung umbauen, fortan spielte der VfB mit einer Dreier-Abwehrkette (Baumgartl, Badstuber, Pavard), die bis kurz vor dem Abpfiff sicher stand.

Spielentscheidend: 1:0 gegen Borussia Mönchengladbach, 1:0 beim FC Augsburg, 1:0 gegen Eintracht Frankfurt – der VfB Stuttgart hat unter Trainer Tayfun Korkut bereits bewiesen, dass er eine knappe Führung über die Zeit retten kann. Meist gelang das durch eine Stärkung der Defensive. Im Heimspiel gegen Hannover 96 wäre eine andere Variante wohl erfolgverprechender gewesen – noch konsequenter auf das zweite Tor zu spielen. „Was gefehlt hat, war, dass wir das zweite Tor machen“, sagte auch Korkut, der wusste: „Das wäre möglich gewesen.“ So aber blieb Hannover 96 im Spiel und hatte am Ende die Möglichkeit zum 1:1.

Spielentscheider: Die Rolle des entscheidenden Spielers war eigentlich für Erik Thommy reserviert gewesen. Mit einigen Versuchen in der ersten Hälfte war er noch zu ungenau und harmlos gewesen. Sein Schuss in der 53. Minute aber passte rechts oben ins Eck. Traumtor, ein Purzelbaum danach, später raus mit Applaus. Die Rolle des Helden machte dem kleinen Techniker dann aber Niclas Füllkrug streitig, der für Hannover 96 in der Nachspielzeit traf.

Wortspiel: „Ich habe schon vor Wochen gesagt: Es geht um jeden Moment. Heute haben wir diesen einen Moment nicht für uns entschieden“, sagte Tayfun Korkut und war ob des bitteren Endes der Partie gegen Hannover 96 ordentlich bedient. In diesem einen Moment hinderte Holger Badstuber 96-Stürmer Niclas Füllkrug nicht am Kopfball, Ron-Robert Zieler stand etwas zu weit vor seinem Tor, um den Lob noch zu erreichen.

Spielplan: „Mit 39 Punkten steigst du nicht mehr ab“, ist sich Michael Reschke sicher. Der Sportvorstand des VfB fängt gar nicht erst das Rechnen an. Tayfun Korkut dagegen würde gerne auf Nummer sicher gehen und endlich die 40-Punkte-Marke erreichen – am liebsten nun im kommenden Heimspiel am Samstag (15.30 Uhr) gegen Werder Bremen. Aktuell hat der VfB zwölf Punkte Vorsprung auf den Relegationsrang, verliert der FSV Mainz 05 am Montag gegen den SC Freiburg bleibt es bei noch vier ausstehenden Spielen dabei, zudem haben die Stuttgarter das deutlich bessere Torverhältnis.

VfB Stuttgart - 1. Bundesliga

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