VfB Stuttgart gegen Maccabi VfB sorgt für klare Verhältnisse – und macht einen großen Schritt

Jubel bei Deniz Undav, Tiago Tomas und Lazar Jovanovic Foto: Baumann/Hansjürgen Britsch

Der VfB wird seiner Favoritenrolle beim 4:1 gegen Tel Aviv vor allem in der ersten Hälfte gerecht – und hat nun sogar Chancen auf den direkten Einzug ins Achtelfinale der Europa League.

Sport: David Scheu (dsc)

Noch ist es nicht offiziell unter Dach und Fach – de facto aber steht nach dem 4:1-Sieg des VfB Stuttgart gegen Maccabi Tel Aviv fest, dass der Bundesligist auch nach der Ligaphase in der Europa League in der K.-o.-Phase mitmischen wird: Zwei Spieltage vor Schluss hat die Mannschaft von Trainer Sebastian Hoeneß zwölf Punkte auf dem Konto, in der Vorsaison reichten zehn Zähler für den entscheidenden 24. Platz und das Weiterkommen.

 

Dieses Etappenziel machten die Stuttgarter zwar nicht mit einem rundum souveränen Sieg klar – aber letztlich auf verdiente Art und Weise, da man vor allem in der ersten Hälfte seiner Favoritenrolle gerecht wurde. Maccabi hat dagegen weiterhin nur einen Punkt auf dem Konto. „Es war ein wichtiger Sieg, um oben dranzubleiben in der Europa League“, sagte Linksverteidiger Maximilian Mittelstädt.

Gegen die israelischen Erstligisten hatte Hoeneß seine Anfangsformation im Vergleich zur Klatsche gegen den FC Bayern (0:5) auf sechs Positionen geändert – und mit einer unerwarteten Personalie aufgewartet: Auf dem rechten Flügel stand Außenstürmer Lazar Jovanovic (19), der vor der Saison von Roter Stern Belgrad gekommen war, erstmals in einem Pflichtspiel in der Startelf der Stuttgarter. Die taten sich in den ersten 20 Minuten trotz viel Dominanz noch schwer, gegen einen meist tief verteidigenden Gegner die Lücken zu finden. Ab und an fehlten den Pässen und Flanken im letzten Drittel die Präzision.

Sehenswertes Tor zum 2:0 durch Tiago Tomas

Mitte der ersten Hälfte sorgte dann die starke linke Stuttgarter Seite für den Dosenöffner: Chris Führich leitete einen Pass direkt zum aufgerückten Mittelstädt weiter, der am zweiten Pfosten Rechtsverteidiger Lorenz Assignon fand. Dieser traf volley mit seinem ersten Pflichtspiel-Tor für den VfB aus dem Spiel heraus zur 1:0-Führung – hatte dabei aber auch von der Mithilfe seines Gegenspieler Roy Revivo profitiert, der weggerutscht war.

Mit der Führung im Rücken ergaben sich nun mehr Räume und Chancen für den VfB. Zunächst scheiterte noch Stürmer Deniz Undav nach einer Führich-Vorlage (34.), wenig später brachte die schönste Kombination des ersten Durchgangs das 2:0: Angelo Stiller spielte durch das Zentrum mit einem Steckpass Undav frei, der auf Torschütze Tiago Tomas querlegte (37.). Nach dem Seitenwechsel erhöhte der VfB dann postwendend: Maccabi-Verteidiger Heitor hatte eine Flanke mit dem ausgestreckten Arm abgewehrt, den fälligen Handelfmeter verwandelte Mittelstädt sicher und scharf mit dem linken Fuß in die rechte Ecke (50.) zum 3:0.

Maximilian Mittelstädt traf vom Elfmeterpunkt. Foto: Baumann/Alexander Keppler

Der klare Zwischenstand brachte etwas überraschend keine Ruhe ins Stuttgarter Spiel – es folgte die schwächste Phase des VfB, der im Gegenzug den Anschlusstreffer hinnehmen musste. Nach einem Maccabi-Freistoß aus der eigenen Hälfte entwischte Revivo der Defensive und traf aus rund 15 Metern per Flachschuss (52.) – wobei sein nicht übermäßig gefährlicher Schuss Torhüter Alexander Nübel unter der Hand durchrutschte. Auch in der Folge kam Tel Aviv zu mehreren Chancen nach Stuttgarter Abstimmungsproblemen. „Nach dem 3:0 haben wir fahrig gespielt und den Fuß vom Gas genommen“, kritisierte Undav. Letztlich aber fehlte es den Gästen doch an Durchschlagskraft und Effizienz, sodass der VfB besagte Phase schadlos überstand und am Ende noch einen hohen Sieg einfuhr: In der Nachspielzeit köpfte der eingewechselte Josha Vagnoman nach einer Flanke von Badredine Bouanani aus kurzer Distanz zum 4:1-Endstand ein. So konnten die Fans einen sportlich gelungenen Abend bejubeln, der abseits des Rasens von intensiven Kontrollen und hohen Sicherheitsvorkehrungen geprägt war.

Für die Stuttgarter besteht jetzt in den verbleibenden beiden Spielen der Ligaphase im Januar beim italienischen Erstligisten AS Rom und vor heimischem Publikum gegen die Young Boys Bern sogar noch die Chance, einen der ersten acht Plätze zu erreichen und damit den direkten Einzug ins Achtelfinale der Europa League perfekt zu machen. In der Vorsaison waren hierfür 14 Punkte nötig. Weiter geht es zunächst aber in der Bundesliga am Sonntagabend (19.30 Uhr) mit dem Auswärtsspiel im hohen Norden beim SV Werder Bremen.

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