Im Januar gewannen Nick Woltemade und der VfB gegen RB Leipzig (rechts Nicolas Seiwald) in der Bundesliga mit 2:1. Foto: Pressefoto Baumann/Volker Müller
Wie viele RB-Fans werden erwartet? Drohen Gelb-Sperren? Und kann ein Final-Einzug zur Europapokal-Qualifikation reichen? Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Partie am Mittwochabend im Überblick.
Es geht um viel für den VfB Stuttgart, wenn er am Mittwoch (20.45 Uhr/ZDF) gegen RB Leipzig um den Einzug ins DFB-Pokalfinale spielt: Neben der Aussicht auf den ersten großen Titel seit der Meisterschaft 2007 verleiht auch die Chance auf einen kurzen Weg in den Europapokal der Partie eine besondere Brisanz – sowie die finanzielle Dimension.
Kann der Finaleinzug für die Europapokal-Qualifikation reichen? Nein. Einzig und allein der Pokalsieger hat in der nächsten Saison einen Startplatz für die Gruppenphase der Europa League sicher. Ist der Gewinner des Endspiels bereits über die Liga-Platzierung für den Europapokal qualifiziert, rückt seit 2015 nicht mehr der Verlierer nach; stattdessen geht der zusätzliche Startplatz an die Bundesliga. Einer der letzten Profiteure der alten Regelung war übrigens der VfB, der 2013 nach der Final-Niederlage gegen den FC Bayern (2:3) dennoch europäisch spielte.
Für die Stuttgarter bedeutet das im Hier und Jetzt: Der Weg nach Europa führt entweder über den Pokalsieg – oder über eine Platzierung unter den besten sechs Mannschaften in der Liga. Gewinnt Bayer Leverkusen den Pokal, reicht aller Voraussicht nach auch Platz sieben zum Einzug in die Conference League. Hierauf fehlen derzeit fünf Punkte.
Drohen Sperren durch Gelbe oder Rote Karten? Gelbe Karten aus der Bundesliga spielen keine Rolle, der Pokal wird getrennt betrachtet – wobei man auch hier nach der fünften Gelben Karte aussetzen muss. Das heißt: Wer in jedem Pokalspiel ab der ersten Runde verwarnt wird, kommt bis zum Halbfinale auf genau fünf Gelbe Karten und verpasst das Finale. Beim VfB betrifft das keinen Spieler. Wer am Mittwochabend aber des Feldes verwiesen wird, muss im Endspiel zuschauen. Bei Roten Karten wird die Dauer der Sperre dabei in die nächste Pokal-Saison mitgenommen.
Trainerduell: Während Sebastian Hoeneß beim VfB seit zwei Jahren das Sagen hat, gibt Zsolt Löw (rechts) am Mittwoch sein Debüt auf der RB-Bank nach der Trennung von Marco Rose. Foto: imago//Frank Hoermann/Sven Simon
Um wie viel Geld geht es? Zieht der VfB ins Endspiel ein, erhält er vom Deutschen Fußball-Bund eine Prämie von 2,9 Millionen Euro. Hinzu kommen Zuschläge der Stuttgarter Sponsoren, die sich in Summe zu einem niedrigen siebenstelligen Bereich aufaddieren: Schließlich profitieren auch die Partner des VfB davon, wenn sie auf der großen Finalbühne in Berlin auf der Trikotbrust oder den Aufwärmshirts präsent sind.
Schon der bisherige Wettbewerb war für die Stuttgarter äußerst lukrativ – durch die DFB-Prämien (6,5 Millionen Euro) und die Zuschauereinnahmen. Die werden im Pokal zwar zwischen beiden Teams aufgeteilt, damit aus dem sportlichen Heimvorteil nicht noch ein finanzieller wird. Die drei Heimspiele in dieser Pokal-Saison rechnen sich für den VfB dennoch besonders, da er über eines der größten Stadien Deutschlands verfügt und der Betrag entsprechend ansteigt – auf einen niedrigen einstelligen Millionenbetrag pro Heimspiel im DFB-Pokal. Im Finale wäre das übrigens anders: Hier gehen die Zuschauereinnahmen an den Deutschen Fußball-Bund.
Wie viele Fans kommen aus Leipzig? Das Stadion ist am Mittwochabend mit 60 000 Fans ausverkauft, einzig einzelne Rückläufer und Restplätze können noch in den Mitgliederverkauf des VfB gehen. Die Leipziger haben indessen nur die Hälfte des ihnen zustehenden Kontingents abgerufen und 3000 Tickets angefordert. Die anderen 3000 Karten aus dem Gästekontingent (am Rand der Gegengerade und im Oberrang der Kurve) gingen indessen in den Mitgliederverkauf des VfB, sodass mit 57 000 Stuttgarter Anhängern zu rechnen ist.
Leipzig hat seine 3000 Tickets auf der Zielgeraden weitgehend alle abgesetzt – und dabei Anreize zum Kauf gesetzt für seine Fans, die nicht zu den reisefreudigsten der Bundesliga zählen. Wer das Team nach Stuttgart begleitet, erhält im Fall eines Finaleinzugs ein garantiertes Vorkaufsrecht auf eines der begehrten Tickets für das Endspiel in Berlin am 24. Mai. Zudem gab es die Busfahrt von Leipzig nach Stuttgart und zurück für lediglich 15 Euro. Sie ist inzwischen ausgebucht, 16 Busse werden sich am Mittwoch zur Mittagszeit auf den Weg machen.
Wo wird das Spiel übertragen? Wer kein Ticket hat, kann die Partie im Free-TV verfolgen: Das ZDF überträgt live. Moderatorin Katrin Müller-Hohenstein meldet sich um 20.15 Uhr eine halbe Stunde vor Abpfiff aus Stuttgart, während Oliver Schmidt am Mikrofon kommentieren wird. Auch der Bezahlsender Sky zeigt das Spiel.