Josha Vagnoman hat seinen Platz in der Startelf des VfB Stuttgart erst einmal sicher. Und der Fußballprofi besetzt ihn mit der Wucht seiner 1,90 Meter Körpergröße sowie 90 Kilogramm Kampfgewicht. „Er tut uns mit seiner Dynamik und seinen tiefen Läufen gut“, sagt der Trainer Pellegrino Matarazzo über den Zugang vom Hamburger SV. Auf der rechten Seite tritt der 21-Jährige in Erscheinung – als Außenverteidiger, der gleichzeitig stürmen soll.
In Dresden hat Vagnoman so den Siegtreffer von Darko Churlinov im Pokalspiel vorbereitet. An diesem Sonntag (15.30 Uhr) beim Bundesligastart gegen RB Leipzig wird er in der Abwehr mehr gefordert sein. Sehr variabel präsentieren sich die Gäste aus Sachsen in ihren Angriffen, und über diesen Flügel kommen sie nun verstärkt mit dem Nationalspieler David Raum angerauscht.
Vagnoman und Führich „ergänzen sich gut“
Die etwa 30 Millionen Euro teure Neuverpflichtung von der TSG Hoffenheim ist ja formal ein Linksverteidiger. Weshalb sich Raum aus den Stuttgarter Reihen auch Chris Führich in den Weg stellen wird. Mit Vagnoman bildet er zusammen das neue Paar auf der rechten Seite. „Sie ergänzen sich gut“, sagt Matarazzo. Weil Führich zwar seine Stärken als Tempodribbler und Angriffseinfädler hat, der Mann mit der Rückennummer 22 aber seine Arbeit nach hinten ernst nimmt.
Der Blick nach links offenbart da mehr Lücken beim VfB. Silas Katompa flitzt da über die Außenbahn – und Naouirou Ahamada spielt auf der Halbposition. Nach vorne sind beide mit großem Potenzial ausgestattet, nach hinten jedoch nicht immer mit dem nötigen Verantwortungsbewusstsein. „Deshalb haben wir ihnen zuletzt nicht nur Videoszenen dazu gezeigt, sondern es speziell trainiert“, sagt Matarazzo.
„Gegen RB Leipzig ist es wichtig, dass wir ein stabiles Zentrum haben“
Der Coach legt jedoch Wert darauf, dass das Verteidigen nicht die Angelegenheit von einzelnen oder wenigen Spielern ist. Es geht nur als Einheit. „Gegen RB Leipzig ist es wichtig, dass wir ein stabiles Zentrum haben“, sagt Matarazzo. Gegen die Elf von Trainer Domenico Tedesco fehlen ihm jedoch mit Nikolas Nartey (verletzt) und Atakan Karazor (Trainingsrückstand nach Untersuchungshaft) zwei defensive Mittelfeldspieler. Da bleibt allein Wataru Endo als zweikampfstarker Sechser.
Umso wichtiger für die Stuttgarter, dass es hinter Silas und Ahamada noch eine Absicherung gibt: Hiroki Ito. „Die Abstimmung mit den Verteidigern ist wichtig“, sagt Matarazzo, der den schnellen Leipzigern keine Räume für ihre Angriffe bieten will. Weshalb Clinton Mola als Variante auf links ins Spiel kommt. Der Engländer wurde zuletzt in Dresden spät eingewechselt, als der VfB in Unterzahl war und unter Druck geriet. Mit ihm wird die Defensive gestärkt.
Grundsätzlich will Matarazzo jedoch angreifen lassen – von hinten heraus in einem asymmetrischen System. Vagnoman auf rechts bildet dabei den defensiveren Part und erweitert die Dreierabwehrkette zum Viererverbund. Silas, vom Selbstverständnis her ein Stürmer, nimmt auf der linken Seite die offensivere Rolle ein. Alternativ gibt es dazu noch Churlinov, dessen Einsatz wegen Rückenproblemen jedoch fraglich ist.