VfB Stuttgart gegen SC Freiburg Zurück in den Top Vier – wie der VfB die Weichen gestellt hat

Zwei der vier VfB-Torschützen am Samstag beim 4:0 gegen den SC Freiburg: Nick Woltemade (li.) und Ermedin Demirovic. Foto: Pressefoto Baumann/Julia Rahn

Nach drei Siegen zu Beginn des Jahres ist der VfB Stuttgart zurück in der Spitzengruppe der Fußball-Bundesliga. Der Trainer nennt einen bestimmten Grund – der auch das 4:0 gegen den SC Freiburg ermöglichte.

Sport: Dirk Preiß (dip)

So klar wie das Ergebnis, so unterschiedlich waren – logischerweise – die Gefühlswelten nach diesem Baden-Württemberg-Duell in der Fußball-Bundesliga. „Das ist nicht unser Anspruch, das ist auch nicht das, was wir können“, klagte Christian Günter, der Kapitän des SC Freiburg. „Maximale Enttäuschung“ fühlte sein Coach, Julian Schuster, der in zahlreichen Situationen bemängelte: „Wir haben uns nicht genügend gewehrt, haben bestimmte Zweikämpfe verloren und die Tore zu einfach bekommen.“ Der VfB-Trainer Sebastian Hoeneß dagegen fand „nichts zu kritisieren“. Zumindest nicht in der ersten Hälfte.

 

Die hatte der VfB Stuttgart zuhause gegen den SC Freiburg mit 3:0 gewonnen. Nach der Pause legten die Hausherren noch einen Treffer nach – weshalb am Ende ein 4:0 stand, das die Kräfteverhältnisse an diesem Samstagnachmittag ganz gut beschrieb. „Ein verdienter Sieg des VfB“, gab Julian Schuster zu. „Wir waren vom Start weg auch Betriebstemperatur und griffig“, lobte Fabian Wohlgemuth.

Der Stuttgarter Sportvorstand durfte sich nicht nur über den Sieg, die drei Punkte und die Revanche für die 1:3-Niederlage des VfB in Freiburg zum Saisonstart im Sommer freuen. Sondern auch registrieren, dass seine Mannschaft nun erstmals in dieser Saison auf einem Tabellenrang steht, der erneut zur Teilnahme an der Champions League berechtigt. Nach dem Start der Rückrunde ist der VfB Vierter – und hat in den ersten drei Partien des Jahres derart viel Schwung aufgenommen, dass frühere Probleme dieser Saison plötzlich ganz weit weg sind.

1:0 gegen den FC Augsburg, 2:1 gegen RB Leipzig, nun 4:0 gegen den SC Freiburg – kein Wunder, dass Hoeneß sagte: „Wir haben gerade ein gutes Gefühl in der Mannschaft.“ Das will der Coach „konservieren“, auch „mitnehmen“, am besten nach Bratislava, wo die Stuttgarter bereits am Dienstag (21 Uhr) in der Champions League antreten. Ein Sieg ist dann Pflicht, soll es noch was werden mit dem Einzug in die Zwischenrunde. „Wir haben keine Zeit, die Dinge in größere Zusammenhänge zu bringen“, sagte der VfB-Trainer.

Die Freiburger haben beim 0:4 in Stuttgart enttäuscht. Foto: Pressefoto Baumann/Volker Müller

Zumindest kurz wird er sich aber schon beschäftigen mit den Gründen für den klaren Sieg gegen den Rivalen aus dem Breisgau. Zumal es ja eine recht erfreuliche Analyse werden wird – von vorne bis hinten war sein Team den Gästen schließlich über nahezu die komplette Partie überlegen. Dass dies gleich nach zwei Minuten die Führung brachte, erleichterte Vieles am Samstagnachmittag.

Anthony Rouault erzielte per Kopf nach einem Eckball das 1:0, eine Viertelstunde später erhöhte Ermedin Demirovic, kurz vor dem Pausenpfiff verwandelte Nick Woltemade einen Elfmeter – und in einer eher ereignisarmen zweiten Hälfte machte der eingewechselte Deniz Undav alles klar. Hoeneß freute sich also unter anderem über das Tor direkt nach einer Standardsituation, hob aber viel lieber hervor, dass seine Mannschaft kein Gegentor kassiert hatte – zum zweiten Mal schon nach der Winterpause.

„Wir haben da einen Schritt nach vorne gemacht“, befand der Coach, der das nicht nur an der diesmal sehr jungen Abwehrreihe festmachen wollte. „Ein großes Lob“ zollte er seiner ganzen Mannschaft, „für die Bereitschaft, gegen den Ball zu arbeiten“. Diese nun stabilere Defensive sei „die Basis“.

Von dort aus hat der VfB in den ersten drei Partien in 2025 die Kompassnadel wieder deutlich in Richtung Spitzengruppe der Bundesliga gedreht. Die Freiburger dagegen gewannen zwar zum Jahresauftakt 3:2 gegen Holstein Kiel. In den Partien in Frankfurt (1:4) und Stuttgart (0:4) setzte es aber empfindliche Niederlagen in der Fremde. Das Jahr 2024 hatte der Sportclub mit einem 1:5 in Leverkusen abgeschlossen. In Dortmund hatten die Freiburger zuvor 0:4 verloren, in Leipzig mit 1:3, in München 0:2.

Julian Schuster, der Chefcoach seit Sommer, forderte nach der Pleite in Stuttgart seine Spieler auf, in den Austausch zu gehen, um die Lage zu erörtern. „Wir haben so viel Erfahrung in der Mannschaft“, sagte er, „wir müssen gemeinsam besprechen, was nächste kleine Schritte sein können.“ Um dahin zu kommen, „auswärts gegen Topmannschaften bestehen zu können“.

Der VfB darf sich nun fast schon wieder eine solche nennen. Der Trainer will das daraus resultierende gute Gefühl aber verbal lieber „nicht breittreten“. Sondern einfach so weitermachen.

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