VfB Stuttgart gegen TSG Hoffenheim Der VfB lernt auch auf die harte Tour

Die VfB-Spieler Deniz Undav und Jamie Leweling (rechts) haben einigen Gesprächsbedarf mit dem Schiedsrichter Daniel Siebert. Foto: Baumann/Volker Mueller

Trotz der ständigen Fouls lässt sich die Mannschaft von Sebastian Hoeneß nicht völlig aus dem Tritt bringen, meint unser Sportredakteur Carlos Ubina.

Sport: Carlos Ubina (cu)

Es hat genervt. Die Spieler auf dem Platz, den Sportchef auf der Tribüne und den Trainer an der Seitenlinie. Immer wieder diese Fouls. Klein und nicklig sind sie oft gewesen, mit dem einzigen Zweck: den Spielfluss des VfB Stuttgart zu unterbinden. Den Fußballprofis der TSG Hoffenheim ist das auch häufig gelungen. Im ersten Abschnitt besser als im zweiten, als die Elf von VfB-Chefcoach Sebastian Hoeneß nah am Siegtor war.

 

Doch es blieb beim 0:0. Auch, weil der Schiedsrichter Daniel Siebert trotz guter Linie nicht in aller Konsequenz pfiff. Der TSG-Stürmer Tim Lemperle suchte meist den wuchtigen Körperkontakt, ehe er dem Ball hinterherrannte. Das schmerzte vor allem den bis dahin starken Stuttgarter Finn Jeltsch, der vorzeitig vom Rasen humpelte. Der TSG-Verteidiger Albian Hajdari bewegte sich später nach zwei Fouls kurz hintereinander an der Grenze zum Platzverweis – und das tat im übertragenen Sinne ebenfalls weh, da die Gastgeber gerade ihre beste Phase hatten und erneut verheißungsvolle Angriffe regelwidrig gebremst wurden.

Härte gehört jedoch zum Spiel – und die Stuttgarter haben die Hoffenheimer Spielweise mit der nötigen Intensität nicht nur angenommen. Sie verdeutlichten nach der Pause, in welcher Mannschaft das größere spielerische Potenzial steckt: im VfB. Mit den vielen Fouls umzugehen, gehört zum Lernprozess, um weiter zu einer Spitzenmannschaft zu reifen. Dennoch stehen die Schwaben in der Tabelle weiter knapp hinter dem Überraschungsteam aus dem Kraichgau.

Als Sechster mit 26 Punkten liegt der VfB aber in Schlagdistanz zu den begehrten Champions-League-Rängen. Die europäische Königsklasse ist zwar nicht das formulierte Ziel, aber im weiß-roten Kader steckt genügend Qualität, um sich am Ende zum dritten Mal hintereinander für das internationale Geschäft zu qualifizieren. Zumal die Stuttgarter als Titelverteidiger im DFB-Pokal überwintern und in der Europa League gute Aussichten auf die direkte Achtelfinalteilnahme haben. Mit diesen Aussichten lässt sich Weihnachten geruhsam feiern, um im neuen Jahr wieder anzugreifen.

Weitere Themen