Erstmals in dieser Saison haben die Stuttgarter in der Liga zwei Tage mehr Vorbereitungszeit als der Gegner. Der Blick zurück zeigt, dass das nicht zwingend ein zentraler Faktor ist.

Sport: David Scheu (dsc)

Donnerstag, Sonntag, Donnerstag: Wer wie der VfB Stuttgart international vertreten ist und Spiele im Drei-Tages-Rhythmus absolviert, muss mit einer kurzen Vorbereitungszeit auf die Spiele zurechtkommen – und trifft in der Bundesliga oft auf einen ausgeruhten Gegner, der unter der Woche nicht im Einsatz war.

 

Jetzt zum Rückrunden-Auftakt wird das aber anders sein – mit einem ungewohnten Gefühl für die Stuttgarter: Auf das Heimspiel am Sonntag (15.30 Uhr/Liveticker) gegen Union Berlin hat der VfB zwei Tage mehr Vorbereitungszeit als die Köpenicker, was es in dieser Bundesliga-Saison für das Team von Trainer Sebastian Hoeneß noch nie gab.

Der Grund: In der englischen Woche zum Hinrunden-Abschluss spielten die Stuttgarter schon dienstags gegen Eintracht Frankfurt (3:2), Union dagegen erst am Donnerstag beim FC Augsburg (1:1) in einem ausgelagerten Einzelspiel als Äquivalent für das Topspiel am Samstagabend. Nur ein weiteres Mal in dieser Saison hatte der VfB in der Liga ebenfalls mehr Vorbereitungszeit als der Gegner: allerdings nur einen Tag, als man im September an einem Freitagabend auf den FC St. Pauli traf.

2024/25 lief es für den VfB nach dem Wegfall der englischen Wochen nicht rund

Ansonsten gab es durch die Europa League und die erste Runde im DFB-Pokal gleich mehrfach deutlich weniger Vorlauf: einmal waren es vier Tage, viermal fünf Tage, einmal sogar sechs Tage gegen die Augsburger. Dass die kurze Vorbereitungszeit kein Nachteil sein muss, zeigt die Bilanz dieser Partien: Fünf davon gewannen die Stuttgarter, nur beim Hamburger SV gab es eine 1:2-Niederlage.

Steffen Baumgart und Union Berlin holten am Donnerstagabend in der Nachspielzeit noch ein 1:1-Remis beim FC Augsburg. Foto: IMAGO/kolbert-press

Dass im Gegenzug eine volle Trainingswoche zudem die Erfolgschancen nicht zwangsläufig steigert, hat der VfB in der Vorsaison selbst erfahren: Nach dem Aus in der Champions League und dem Wegfall der englischen Wochen ab Februar lief es in der Bundesliga nicht mehr rund, bis Saisonende folgten sieben Niederlagen. Sechs davon vor eigenem Publikum.

In der heimischen MHP-Arena geht es nun am Sonntag gegen die Berliner, die aufgrund der Kürze der Zeit auf einen Zwischenstopp in der Heimat verzichten – auch dank guter Kontakte zum Vereinsausrüster Adidas: Nach dem Spiel der Eisernen in Augsburg ging es für das Team von Trainer Steffen Baumgart direkt nach Herzogenaurach zum dortigen „HomeGround“ des Sportartikelherstellers, auf dem auch die deutsche Nationalelf schon mehrfach Quartier bezog.

Dort werden sich die Berliner auf das VfB-Spiel einstellen, in das sie mit gerade einmal zweieinhalb Tagen Vorbereitungszeit gehen. Dass das kein Nachteil sein muss, weiß aber nicht zuletzt der VfB nur zu gut.