VfB Stuttgart gegen Werder Bremen Deniz Undav – spielt er oder spielt er nicht?

Deniz Undav richtet den Blick nach vorne. Der VfB-Angreifer will wieder eine wichtige Rolle spielen. Foto: /Imago/Grant Hubbs

Die Offensivkraft ist an diesem Sonntag wieder einsatzbereit. Doch zuletzt musste der 28-Jährige auf der Bank Platz nehmen. Wie wird es nun gegen Werder? Trainer Sebastian Hoeneß gibt Einblicke.

Sport: Carlos Ubina (cu)

Deniz Undav steht ständig im Mittelpunkt – ob er spielt oder nicht. Über keine andere Person wird rund um den VfB Stuttgart so viel gesprochen wie über den Angreifer. Trifft er ins Tor wie fortlaufend in der Vorsaison, ist der Publikumsliebling in aller Munde, weil ihm beim Fußball-Bundesligisten die Herzen und Sympathien zufliegen. Trifft er nicht wie seit Wochen, wird über die schwache Form des 28-Jährigen gerätselt und diskutiert. Vor dem Heimspiel an diesem Sonntag (15.30 Uhr) gegen Werder Bremen hat Undav nach Magenproblemen in der Vorwoche wieder voll trainiert – und schon stellt sich die Frage: Wird er auflaufen oder eingewechselt?

 

Nach den Siegen im DFB-Pokal gegen RB Leipzig (2:1) und in der Liga beim VfL Bochum (4:0) deutet so manches zunächst wieder auf die Ersatzbank hin. Denn beide Erfolge kamen ohne Undavs Zutun zustande. Zuletzt im Ruhrstadion, weil er krank fehlte, davor im Halbfinale, weil der Spielverlauf anderes erforderte. „Das war ein Spiel, dass ich von außen nicht unbedingt anfassen wollte, weil es für uns lief“, erklärt Sebastian Hoeneß rückblickend. So blieb Undav ohne Einsatzminute, aber der Trainer betont gleichzeitig: „Das war keine Entscheidung gegen Deniz. Hätte sich eine andere Konstellation gegen die Leipziger ergeben, wäre er ganz sicher noch auf dem Platz gestanden.“

Undav verfügt ja über die Qualität, eine Begegnung von einem Moment auf den anderen verändern zu können. Das ist die Stärke des Offensivspielers. Ihm genügt eine kleine Lücke für den entscheidenden Pass oder den erfolgreichen Torschuss. Diese Fähigkeit hat ihn nicht nur zum VfB-Star gemacht, sondern ebenso zum Nationalspieler. „Seine Art hat ihn in die Herzen der VfB-Fans katapultiert und ihn auch bundesweit Sympathien gewinnen lassen“, sagt Hoeneß.

Verbunden ist mit dieser raketenhaften Entwicklung jedoch ein enormer Erwartungsdruck – und dieser bringt es mit sich, dass es nicht mehr so leicht läuft wie zuvor. Die Schritte werden schwer und die torlosen Minuten gezählt (seit Mitte Januar im Pokal gegen den FC Augsburg). Diese Erfahrung musste Undav nicht als erster Profi machen – und beim VfB nicht als einziger.

Sich aus dem Tief herauszuarbeiten, gehört für Hoeneß aber zum Reifeprozess, um dauerhaft auf ein höheres Niveau zu kommen. Dafür will er Undav die nötige Zeit einräumen. „Er verhält sich gut und will sich wieder in die Position bringen, um für uns und die Nationalmannschaft eine gute Rolle zu spielen“, sagt der Trainer, der gerne auf den Instinkt des Offensivspielers vertraut und ihn trotz der Leistungsschwankungen lange immer wieder aufgeboten hat.

Jetzt ist aber auch auf der Spielerseite Geduld gefragt. Nicht einfach, wenn man Undav heißt, eine Rekordablösesumme gekostet hat und den Anspruch erhebt, zur Startelf zu zählen. Doch die Unzufriedenheit soll sich in positive Energie umwandeln. Denn Hoeneß ist nach wie vor voll überzeugt von Undav: „Er gibt der Mannschaft viel und er kann von einer Sekunde auf die andere den Unterschied ausmachen. Und das kann schon sehr gut wieder gegen Werder sein.“

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