VfB Stuttgart gegen Werder Bremen Plötzlich Stammkraft – wird Oliver Burke wieder zum VfB-Schreck?

Im August 2022 schockte Oliver Burke den VfB Stuttgart in der Nachspielzeit. Foto: imago/Weis/TEAM2sportphoto

Oliver Burke hat den VfB Stuttgart vor fast drei Jahren geschockt. Nun könnte das wieder passieren – denn der Bremer Stürmer hat eine erstaunliche Entwicklung hingelegt.

Sport: Dirk Preiß (dip)

Wenn alles so läuft wie in den vergangenen Wochen, dann müssen die Fans des VfB Stuttgart am Sonntag eine Angst zumindest nicht haben: dass Oliver Burke eingewechselt wird. Der Schotte in Diensten des SV Werder Bremen hat sich nämlich zum Startelf-Spieler gemausert, begann zuletzt fünfmal in Folge – was recht unspektakulär klingt, aber eine Überraschung dieser Bundesligasaison ist.

 

Den VfB hat der heute 28-Jährige vor fast drei Jahren geschockt. Es war der zweite Spieltag der Saison 2022/2023, die Stuttgarter waren drauf und dran, den ersten Sieg zu landen – der dieser Spielzeit vielleicht einen sorgenfreien Verlauf gebracht hätte. Wataru Endo und Silas Katompa hatten getroffen, die Gäste führten 2:1. Dann wurde Oliver Burke eingewechselt.

Der wuchtige Schotte kam in der 84. Minute – und traf in der fünften Minute der Nachspielzeit. Das war bitter für den VfB, der am Ende erst über die Relegation den Klassenverbleib schaffte. Und es schien, als sei da einer sofort am Durchstarten in der Bundesliga. Doch das Gegenteil war fortan der Fall.

Burke, der von Sheffield United nach Bremen gekommen war, konnte nach seinem umjubelten Treffer gegen den VfB kaum mehr überzeugen – und war in der Winterpause schon wieder weg. Werder verlieh ihn an den FC Millwall, im Sommer danach folgte die nächste Leihe. Für ein Jahr ging es zu Birmingham City. Und als er im Sommer 2024 von dort zurück an die Weser kam, schien er nicht wirklich eine Zukunft bei den Grün-Weißen zu haben. Doch nun ist alles anders.

Oliver Burke (li.) nach seinem Treffer gegen Eintracht Frankfurt. Foto: IMAGO/Noah Wedel/IMAGO/Noah Wedel

Wohl auch die Einstellung von Oliver Burke. Die war angeblich nicht immer so, wie sie sein sollte. Nun aber sagt Ole Werner, der Werder-Coach: „Ich arbeite gerne mit ihm zusammen.“ Er macht den wichtigen Zusatz: „Wenn es so ist wie in dieser Saison.“ Oliver Burke hat sich also doch noch reingekämpft in die Werder-Mannschaft – und damit auch manch einen Mitspieler beeindruckt.

„So etwas wie die Entwicklung von Burkie in dieser Saison habe ich im Fußball noch nie gesehen“, sagt etwa Felix Agu und ergänzt: „Es war so, dass er komplett abgeschrieben war. Er hat die Rolle dann trotzdem angenommen und aus allem, was er diese Saison bekommen hat, etwas gemacht hat. So hat er sich das verlorene Vertrauen wieder erarbeitet.“

Am 1. März stand der Stürmer dann im Duell mit dem VfL Wolfsburg erstmals in dieser Saison in der Startelf. Die Partie ging zwar verloren, Burke gab seinen Platz seitdem aber nicht mehr her. „Dieser Wechsel, dass er sich einfach komplett reinhängt und nicht mehr zurücksteckt, den sieht der Trainer“, sagt Mitspieler Agu. Der Lohn folgte am vergangenen Spieltag.

Beim 2:0 des SV Werder gegen Eintracht Frankfurt erzielte Oliver Burke nicht nur sein drittes Saisontor, sondern auch das erste als Startelf-Spieler. Von den fünf Partien mit ihm in der ersten Elf haben die Bremer zuletzt drei gewonnen, liegen vor dem Duell in Stuttgart nur einen Punkt hinter dem VfB.

Im Sommer nun endet sein Vertrag bei Werder – und bis vor Kurzem standen die Zeichen ziemlich klar auf Trennung. Nun ist auch das anders, ein neuer Kontrakt gilt nicht mehr als ausgeschlossen. Erst recht, wenn Oliver Burke am Sonntag wieder zum VfB-Schreck werden sollte.

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