VfB Stuttgart Geht Alexander Hleb gleich wieder?

Von  

Mit der Verpflichtung des Verteidigers Georg Niedermeier setzt der Manager Horst Heldt seine Personalplanungen fort. Alexander Hleb wird den VfB wohl verlassen.

Während sich Georg Niedermeier bis 2014 an den VfB gebunden hat... Foto: dpa 2 Bilder
Während sich Georg Niedermeier bis 2014 an den VfB gebunden hat... Foto: dpa
Stuttgart - Nach zuletzt vier Einsätzen in der Startelf des VfB Stuttgart folgte für Georg Niedermeier am Donnerstag ein weiterer schöner Tag. Dies war der Fall, obwohl der Trainer Christian Gross ankündigte, dass der gebürtige Münchner am Samstag im Heimspiel gegen den HSV erstmals wieder auf der Reservebank Platz nehmen muss. "Matthieu Delpierre ist nach überstandenem Zehenbruch einsatzbereit - und wird anstelle von Georg spielen", sagte Gross. Doch der junge Innenverteidiger nahm die Rochade gelassen hin. Hatte Niedermeier doch an anderer Stelle reüssiert.

"Ich bin mittlerweile in der Mannschaft richtig angekommen - und fühle mich auch in Stuttgart sehr wohl. Jetzt freue ich mich darüber, Gewissheit zu haben", sagte Georg Niedermeier. Denn nach längeren Verhandlungen zwischen dem VfB, dem Heimatverein FC Bayern München sowie Niedermeiers Spielerberater Roman Grill ist es seit Donnerstagmittag um zwölf Uhr Gewissheit, dass aus der Bayern-Leihgabe von Sommer an ein fester Bestandteil des VfB-Kaders wird.

Georg Niedermeier, dessen Ablöse rund drei Millionen Euro beträgt, hat beim VfB Stuttgart einen Vertrag bis 2014 unterschrieben - denn auch Christian Gross setzt auf das original Münchner Kindl. "Er ist ruhig, abgeklärt und hat sehr wenige Fehler gemacht. Also gehört ihm die Zukunft", sagte der VfB-Trainer, während der Manager Horst Heldt ergänzte: "Georg ist jung, hungrig, gewissenhaft und akribisch. Er ist kein Lautsprecher, sondern ein Teamplayer, und er achtet auch sehr auf seinen Körper."

Hleb ist derzeit nur Mitläufer


Nach dem Wolfsburger Christian Gentner, der im Sommer zum VfB zurückkehrt, ist Niedermeier die zweite Verpflichtung für die neue Saison. Doch es gilt in Stuttgart weitere wichtige Planstellen neu zu überdenken: So rückt vor allem die Personalie Alexander Hleb wieder in den Fokus. Bis zum Sommer vom FC Barcelona ausgeliehen, spricht derzeit nichts dafür, dass die Liaison zwischen dem Topverdiener aus Weißrussland und dem VfB in eine neue Runde geht. Für eine Verlängerung des Leihgeschäfts mit Hleb sieht man beim VfB derzeit nur eine einzige Möglichkeit: Die Leistung des vermeintlichen Regisseurs auf dem Fußballplatz ginge im gleichen Verhältnis nach oben wie seine Gehaltsvorstellung nach unten.

Schließlich ist Hleb drauf und dran, seinen Platz in der VfB-Startelf zu verlieren. So sagt Christian Gross zwar: "Alexander hat zuletzt läuferisch zugelegt." Und er sagt auch: "Die Wahrscheinlichkeit, dass Hleb gegen den HSV spielt, ist groß." Allerdings unterlässt es der Trainer, dem 28-Jährigen demonstrativ den Rücken zu stärken. Klar ist: Hleb soll mit seiner Erfahrung und Technik dem VfB spielerische Impulse verleihen, derzeit ist er aber nur Mitläufer. Zwölf Profis haben beim VfB in der Bundesliga bisher ein Tor erzielt (das ist Ligaspitzenwert) - Hlebs Name steht nicht auf der Liste der Torschützen. "Er steht in einem gesunden Konkurrenzkampf mit Roberto Hilbert oder Timo Gebhart - auch Zdravko Kuzmanovic drängt in die erste Elf", sagt Gross, der Hleb in den Trainingspartien immer häufiger im B-Team spielen lässt.

Neben der Personalie Hleb muss sich der Manager Horst Heldt auch um die Zukunft weiterer Profis kümmern: So läuft der Vertrag des Stürmers Cacau aus, der trotz leichter Adduktorenprobleme gegen den HSV im Kader stehen soll. "Es ist wichtig, dass er wieder richtig gesund wird", sagt Horst Heldt über den dienstältesten VfB-Profi, "generell können wir uns eine weitere Zusammenarbeit mit Cacau vorstellen." Klar ist aber, dass zwischen dem Spieler und dem Verein noch gewaltige Differenzen bezüglich des Gehalts bestehen. Kommt Cacau dem VfB nicht entscheidend entgegen, stehen die Zeichen auf Trennung.

Ricardo Osorio bereitet sich dagegen bereits auf einen Wechsel im Sommer vor, weil der Mexikaner im Duell mit Stefano Celozzi ("Stefano hat Schwächen im Spielaufbau. Aber für ihn spricht seine Jugend", sagt Gross) unterlegen ist. Im Fall eines Wechsels möchte Osorio, der in dieser Saison erst fünf Pflichtspiele absolviert hat, gerne in der Bundesliga bleiben. Dagegen bekommt Roberto Hilbert unter Gross zwar mehr Einsatzzeiten, dennoch ist eine Weiterverpflichtung fraglich. Und schließlich sind bei Cristian Molinaro die Leistungen entscheidend dafür, ob der VfB bis zum Saisonende die Kaufoption ziehen wird.