Gleich dreimal in Folge muss der VfB Stuttgart in den nächsten Wochen auswärts antreten. Erst an diesem Samstag (20.45 Uhr) im Supercup bei Bayer Leverkusen, dann eine Woche später in der Bundesliga beim SC Freiburg, schließlich drei Tage später im DFB-Pokal bei Preußen Münster. Auf die Unterstützung der Fans kann das Team von Sebastian Hoeneß dabei zählen: Die Nachfrage nach Auswärtstickets übersteigt das Angebot bei Weitem, was den Ticketkauf zu einem nicht ganz einfachen Unterfangen macht. Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick.
Wie viele Karten stehen zur Verfügung?
Das hängt – wenig überraschend – von der Größe des Stadions ab. Das Gästekontingent beträgt in der Bundesliga prinzipiell zehn Prozent der Gesamtkapazität, sodass die Zahl der Plätze zwischen 1500 (in Heidenheim) und 8100 (in Dortmund) schwankt. Bei einigen VfB-Auswärtspartien gab es in der Vorsaison auch die Möglichkeit, über den Heimverein an Karten zu kommen – bei RB Leipzig, beim VfL Wolfsburg und bei 1899 Hoffenheim etwa. Hier war auch keine VfB-Mitgliedschaft zum Kauf nötig. Diese Fälle sind aber eher die Ausnahme, da die meisten Heimbereiche in der Bundesliga in aller Regel ausverkauft sind.
Wie groß ist das Interesse an den Tickets?
Definitiv größer als das Angebot. „Die Nachfrage für die kommenden Auswärtsspiele hat das zur Verfügung stehende Kontingent an Karten um das Vielfache überstiegen“, teilt der VfB mit. Der Gästebereich in Leverkusen ist zum Beispiel mit 2900 Karten bereits ausverkauft, obwohl die aktive Fanszene diese Partie großteils boykottieren will. Für das Auswärtsspiel in Freiburg gab es indessen vonseiten der VfB-Mitglieder Anfragen für mehr als 10 000 Tickets, während der Gästebereich im Europa-Park-Stadion rund 3000 Fans Platz bietet. Und: Viele dieser 3000 Tickets sind schon vor der Bearbeitung der Anfragen vergriffen – was zur Frage der Vergabepraxis führt.
An wen gehen die Auswärtskarten?
Das Rundum-Sorglos-Parket haben all diejenigen, die im Besitz einer Auswärts-Dauerkarte sind – mit dieser verfügt man automatisch über ein garantiertes Vorkaufsrecht für jedes Stuttgarter Spiel in der Fremde. 420 dieser Karten hat der VfB an Stammfahrer vergeben, die Warteliste dahinter ist lang. Danach folgt in einem zweiten Schritt die Zuteilung von Karten an die aktive Fanszene und die offiziellen Fanclubs, im dritten Schritt schließlich ein Mitgliederverkauf. Der findet immer statt – bei kleinen Stadien eben mit einer entsprechend geringeren Ticketanzahl.
Gilt die Auswärtsdauerkarte auch für die Champions League?
Ja, das tut sie. „Diese haben auch ein optionales Vorkaufsrecht auf weitere Wettbewerbe“, teilt der VfB mit Blick auf die Auswärtsdauerkarten mit. Das heißt: für den Supercup, den DFB-Pokal und eben in der kommenden Saison auch für die Königsklasse. In dieser beträgt das Gästekontingent übrigens anders als in der Bundesliga nur fünf Prozent der Gesamtkapazität – wobei Anpassungen in Abstimmung mit dem europäischen Fußballverband Uefa, den Behörden und dem Heimverein möglich sind. Es hängt also auch stark von der Auslosung ab, wie viele VfB-Fans letztlich zum Zug kommen werden. Bestreiten die Stuttgarter ihr Auswärtsspiel gegen ihren Gegner aus Topf 1 im Prinzenpark bei Paris Saint-Germain (48 000 Plätze) oder im Estadio Bernabeu bei Real Madrid (81 000)? Das macht durchaus einen Unterschied.
Wie läuft der Verkauf für die weiteren Bundesliga-Auswärtsspiele?
Für besonders nachgefragte Spiele hat der VfB in dieser Saison ein neues Losverfahren eingeführt, wobei sich Mitglieder innerhalb eines Zeitfensters bewerben können – der Zeitpunkt ist dabei irrelevant, nach Ablauf der Frist werden die Karten per Los zugeteilt. Vieles deutet darauf hin, dass dieses Verfahren in der kommenden Saison bei sämtlichen Auswärtsspielen angewandt wird. „Da davon auszugehen ist, dass die Nachfrage jeweils deutlich höher als das Kontingent an Gästekarten sein wird, kann davon ausgegangen werden, dass bei allen Auswärtsspielen ein Bewerbungsverfahren stattfinden wird“, schreibt der VfB. Ein Beispiel: Selbst für das Auswärtsspiel beim VfL Wolfsburg am 28. September – in der Vergangenheit nicht immer der allergrößte Publikumsmagnet – wird es das Losverfahren geben. Und aller Voraussicht nach auch einen ausverkauften Gästeblock in der Autostadt.