VfB Stuttgart Holger Badstuber meldet sich zu Wort

Von red 

Für Holger Badstuber hat nach eigenen Worten der Urlaub nicht gereicht, „um das Ganze zu verarbeiten“. Wie geht es nun mit dem Innenverteidiger weiter, der noch zwei Jahre Vertrag in Stuttgart hat?

Holger Badstuber wird am 19. Juni beim VfB zum Trainingsauftakt erwartet. Foto: Baumann
Holger Badstuber wird am 19. Juni beim VfB zum Trainingsauftakt erwartet. Foto: Baumann

Stuttgart - Die letzte Szene einer für den VfB aber auch für Holger Badstuber persönlich ganz enttäuschenden Saison passte irgendwie zum Selbstverständnis des ehemaligen Nationalspielers: Schließlich lief der 30-Jährige nach einem Zusammenprall mit seinem Mitspieler Ozan Kabak über weite Strecken des Relegations-Rückspiels (0:0) bei Union Berlin mit einem Turban am Kopf über den Platz herum. Holger Badstuber, der Fußball-Krieger – dies ist ein Bild, mit dem der gebürtige Memminger nach eigenem Verständnis gut leben kann.

Nach dem Abstieg des VfB war Badstuber wie fast alle Stuttgarter Profis erst einmal ins Privatleben abgetaucht. Jetzt meldete er sich via Twitter zu Wort: „Servus Fans! Zweieinhalb Wochen Abstand von allem waren für mich richtig. Die Saison mit dem unfassbar bitteren Ende für den VfB hat auch mich brutal getroffen. Ein Urlaub reicht nicht, das Ganze zu verarbeiten, es tut mir nur unglaublich leid für die Fans des VfB“, schrieb Badstuber.

Die wichtigste Frage im Zusammenhang mit seiner sportlichen Zukunft ließ Badstuber damit allerdings unbeantwortet. Bleibt er oder verlässt er den VfB – zu dieser Thematik hat sich der Fußballer noch nicht geäußert. Vieles spricht nach jetzigen Stand dafür, dass Badstuber mit den Stuttgartern in die zweite Liga geht. Schließlich besitzt der WM-Dritte von 2010 bei den Weiß-Roten einen fürstlich dotierten Vertrag bis 2021, den er bei einem anderen Club erst einmal aushandeln müsste.

Zwei dicke Schnitzer zum Saisonstart

Zudem dürfte sich auch der extrem ehrgeizige Badstuber von seinen Ansprüchen, Champions League zu spielen, verabschiedet haben. Zu schwach war die abgelaufene Saison in Stuttgart, wo er mit zwei bösen Schnitzern im Pokal in Rostock (0:2) sowie zum Ligaauftakt in Mainz (0:1) die Horrorsaison der Cannstatter mit einleitete – und im Verlauf der Runde kaum spielte. Es ist daher gut vorstellbar, dass Badstuber in der kommenden Saison erstmals in seiner Karriere in der zweiten Liga spielen wird. Denn sein größtes Manko, die fehlende Spritzigkeit in den Laufduellen, dürfte im deutschen Fußball-Unterhaus nicht so schwer ins Gewicht fallen.

Außerdem ist Badstuber ein Abwehrspieler, der seine Stärken auch im Aufbauspiel hat. Dies könnte ihm im offensiv orientierten System des neuen Trainers Tim Walter entgegenkommen. Obendrein dürfte die Konkurrenzsituation in der Innenverteidigung in der neuen Runde in Stuttgart kleiner sein als zuletzt. Zwar kommt mit dem Polen Marcin Kaminski von Fortuna Düsseldorf ein Spieler für die Abwehrmitte zum VfB zurück – doch hinter der Zukunft von Ozan Kabak (Interesse von mehreren englischen Clubs) sowie von Timo Baumgartl (trägt sich mit Wechselgedanken) und Marc Oliver Kempf (wird vom FC Augsburg umworben) stehen mehrere Fragezeichen.