VfB Stuttgart II Warum der Trainer sich auch mal selbst loben darf

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Ohne gelernten Außenverteidiger und ohne gelernten Stürmer geht der VfB II ins Regionalligaspiel bei Astoria Walldorf. Dennoch bringt das Team das 1:0 nach Hause. Am Sonntag folgt in einem Derby die nächste Hürde.

Holger Badstuber und Richard Weil (re.): Auf ihre  Erfahrung möchte  VfB-II-Trainer Frank Fahrenhorst nicht verzichten. Foto: Baumann
Holger Badstuber und Richard Weil (re.): Auf ihre Erfahrung möchte VfB-II-Trainer Frank Fahrenhorst nicht verzichten. Foto: Baumann

Walldorf/Stuttgart - Frank Fahrenhorst saß im Mannschaftsbus und durfte sich auf der Rückfahrt vom 1:0-Auswärtssieg beim FC Astoria Walldorf zurecht auch mal ein bisschen selbst loben. „Da hat der Trainer das richtige Näschen gehabt“, sagte der Coach des Fußball-Regionalligisten VfB Stuttgart II mit einem Augenzwinkern. Fahrenhorst hatte Marco Wolf erstmals von Beginn an aufgeboten und der Neuzugang aus der U19 von Bayer Leverkusen rechtfertigte das Vertrauen mit dem Tor des Tages in der 26. Minute.

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Der 19-Jährige ist eigentlich im Mittelfeld auf der Zehner- oder Achter-Position zuhause, doch diesmal musste er ganz vorne ran. Mangels Alternativen. Da Fahrenhorst im Abwehrzentrum nicht auf die geballte Erfahrung von Marc Stein (35) und Holger Badstuber (31) verzichten wollte und in der Mittelfeldzentrale Richard Weil (32) gesetzt ist, musste er aufgrund der U-23-Regel (nur drei über 23-Jährige dürfen gleichzeitig gemeinsam auf dem Feld sein) notgedrungen Stürmer Marcel Sökler (29) opfern. Die beiden andern Angreifer im Kader, Eric Hottmann und Kevin Grimm, befinden sich noch im Aufbautraining. Benedict Hollerbach hat den VfB II zum Drittligisten SV Wehen Wiesbaden verlassen. Und David Hummel aus der eigenen U19, der auch schon im Regionalligateam aushalf, ist offenbar kein Thema. „Wir jammern nicht über den aktuell dünnen Kader, wir arbeiten konzentriert weiter“, sagt Trainer Fahrenhorst und macht das Beste aus der Situation.

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Denn nicht nur im Sturmzentrum plagen den VfB II Personalprobleme, auch auf den Außenverteidigerpositionen herrscht Not. Florian Kleinhansl (links) fällt wegen seines Schlüsselbeinbruchs aus, Jose-Enrique Alonso (rechts) ist an den Adduktoren verletzt. „Wir spielen vielleicht nicht gerade die Sterne vom Himmel, aber ich bin richtig stolz wie die Mannschaft wie sie dagegenhält“, lobt Fahrenhorst sein Team, „der Lernprozess ist eingeleitet.“ Nach den beiden Auftaktniederlagen gegen Hessen Kassel (0:2) und beim FC Homburg (0:3) gab es gegen die SV Elversberg (2:1), den FSV Frankfurt (1:1) und nun beim 1:0 in Walldorf Erfolgserlebnisse.

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Am kommenden Sonntag (14 Uhr/Schlienzstadion) soll im württembergischen Derby gegen den VfR Aalen der Aufwärtstrend fortgesetzt werden. Wieder ohne echten Stürmer? Fahrenhorst will sich nicht festlegen. Grundsätzlich betont der 43-Jährige: „Ich möchte keinen der Älteren im Team missen. Wir brauchen diese Stabilität.“ Zumal Innenverteidiger-Alternative Matej Maglica (22), der Neuzugang vom Oberligisten 1. Göppinger SV, nach seiner Verletzung langsam herangeführt werden soll.

Aufstellung VfB II

Hornung – Richter, Stein, Badstuber, Kober – Michel, Weil (71. Mistl) – Zografakis, Alberico, Pasalic (66. Kopf) – Wolf (71. Sökler).




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