VfB Stuttgart II Warum die Regionalliga die ideale Plattform für die U21 ist

Trainer Frank Fahrenhorst gibt in der U21 des VfB Stuttgart erfolgreich die Richtung vor. Foto: imago/Peter Hartenfelser

Der VfB Stuttgart II spielt als Aufsteiger eine gute Saison in der Fußball-Regionalliga, und die Wertschätzung im Verein für die U21 ist da. Ist auch ein Sprung in die dritte Liga ein Thema?

Sport: Jürgen Frey (jüf)

Stuttgart - „Ich bin sehr zufrieden – sowohl was die Entwicklung einzelner Spieler, als auch die der Mannschaft betrifft.“ Thomas Krücken, dem Direktor Sport im Nachwuchsleistungszentrum, zaubert der Blick auf den VfB Stuttgart II ein Lächeln ins Gesicht. In den vergangenen zwölf Spielen in der Fußball-Regionalliga verlor das Team von Trainer Frank Fahrenhorst nur dreimal, der Klassenverbleib ist bei einem 14-Punkte-Polster auf den ersten Abstiegsplatz nach menschlichem Ermessen geschafft. Ein Durchmarsch in die dritte Liga ist vor dem Heimspiel an diesem Samstag (14 Uhr) gegen den FSV Mainz 05 II bei 14 Punkten Rückstand auf Spitzenreiter SC Freiburg II allerdings unrealistisch.

 

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Drittligalizenz beantragt

Dennoch hat der VfB schon vor Wochen die Lizenz für die dritte Liga beantragt. Es ist so etwas wie eine Vorsichtsmaßnahme, um sich im sehr unwahrscheinlichen Fall der Fälle nicht angreifbar zu machen. Aber wie sieht es mittelfristig aus? „Wir arbeiten hart daran, die Qualität im Nachwuchsbereich in allen Facetten zu erhöhen. Wenn dann – wann auch immer – als Ertrag die dritte Liga herauskommt, ist es Ertrag unserer Arbeit. Aber wir streben diese Spielklasse nicht auf Teufel-komm-raus an“, sagt Krücken. Der erfahrene Nachwuchsexperte mit Stationen bei der TSG 1899 Hoffenheim, Arminia Bielefeld, Hertha BSC, dem 1. FC Köln, Mainz 05 und Manchester City stellt klar: „Wir würden sicher nicht unser Konzept verlassen wegen der dritten Liga. Wir hätten die Ambition, diese Spielklasse bei einem Aufstieg auch aus eigener Kraft halten zu können, mit einem natürlichen Wachstum aus dem eigenen NLZ heraus und nicht mit zehn Neuzugängen von anderen Clubs.“

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Regionalliga passt zum Konzept

Der Fokus liegt auch in der U21 auf der Ausbildung der Spieler. Und derzeit halten sowohl Trainer Frank Fahrenhorst als auch der NLZ-Chef die Regionalliga für die ideale Plattform. „Wir treffen auf unterschiedlich strukturierte Vereine mit verschiedenen Spielphilosophien. Wir haben Duelle mit anderen Zweitvertretungen von Bundesligisten, wir treffen auf Profiteams wie Kickers Offenbach, SV Elversberg, SSV Ulm 1846 oder FC 08 Homburg, und wir haben es mit Gegnern zu tun, die tief stehen und auf Konterfußball setzen“, erklärt Krücken. „Die Liga stellt unser Team Woche für Woche vor neue Herausforderungen, deshalb passt sie zu unserem Konzept.“

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Reschkes Ansatz passe

Unabhängig von vierter oder vielleicht doch mal dritter Liga – die Zeiten, als der damalige Sportvorstand Michael Reschke die zweite Mannschaft beim VfB abschaffen wollte, sind längst vorbei. „Die U21 stellt definitiv eine ganz entscheidende Entwicklungsstufe dar. Nicht jeder Spieler, der aus der Jugend herauskommt, bringt bereits die physischen Voraussetzungen mit“, stellt Krücken klar. Manche müssten sich an die Härte des Erwachsenenfußballs, an den anderen Charakter der Spiele, erst gewöhnen. „Die U21 verlangt den Jungs einiges ab und dient vielen als Ausbildungszeitverlängerung nach den A-Junioren.“

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Druck gehört dazu

Kritisch sieht der 43-Jährige den Plan des DFB, den Nachwuchsbereich umzukrempeln und ab der Saison 2022/23 die U-19- und U-17-Bundesliga aufzulösen. „Wir sind dagegen, den Leistungsdruck in der U17 und U19 wegzunehmen. Wenn man Profi werden will, gehört Druck dazu“, sagt Krücken.

Alle anderen geplanten Maßnahmen bis einschließlich zur U16 begrüßt Krücken dagegen: „Kleinere Spielfelder, kindgerechteres Spielen, weniger Spieler, viel mehr Ballkontakte, viel mehr Zweikämpfe und mehr Torabschlüsse – all dies zu fördern halte ich für überfällig.“ Und es ist beim VfB bereits fest verankert.

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