VfB Stuttgart im Abstiegskampf Das Restprogramm der Kellerkinder – wer ist im Vorteil?

Im ersten von sechs ausstehenden Spielen trifft der VfB Stuttgart am Freitag auf Borussia Dortmund. Foto: Baumann/Julia Rahn

Sechs Spieltage, fünf Teams, zwei Plätze, die alle vermeiden wollen. Was das Restprogramm über die Chancen im Kampf gegen den Abstieg aussagt.

Die einen beklagen ein Schneckenrennen – weil sich kein Team in den vergangenen Wochen konsequent aus dem Tabellenkeller herausarbeiten konnte. Die anderen begeistert der Kampf gegen den Abstieg mit Spannung pur. Sechs Spieltage stehen in der Fußball-Bundesliga noch aus, fünf Teams versuchen sich dabei noch vor dem Absturz in Liga zwei und den nervenaufreibenden Relegationsspielen zu retten.

 

Die SpVgg Greuther Fürth (16 Punkte) wird als abgeschlagener Tabellenletzter wieder absteigen müssen, von Borussia Mönchengladbach (34) an scheinen die Teams die größten Sorgen los zu sein. Dazwischen aber tobt der sportliche Existenzkampf – und es lohnt ein Blick auf die Aufgaben der fünf Mannschaften im anstehenden Saisonendspurt. Wer hat das leichteste Restprogramm? Wer die härtesten Brocken? Welche direkten Duelle gibt es? Ein Überblick.

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VfL Wolfsburg (Platz 13/31 Punkte) Die Wölfe schienen auf dem Weg zur sicheren Rettung – müssen nach dem schwachen Auftritt beim 0:3 in Augsburg aber wieder bangen. Zwar sagt Jörg Schmadtke: „Wir haben immer noch fünf Punkte Vorsprung auf die wirklich komplizierten Plätze.“ Der Sportchef der Wolfsburger ist aber klug genug, um zu wissen: Der VfL ist zurück im Kampf gegen den Abstieg. Also sagte er auch: „Wir werden in aller Deutlichkeit auch Dinge ansprechen, die uns nicht gefallen haben.“ Denn das nächste entscheidende Duell steht schon bevor – gegen Arminia Bielefeld. Weil von den weiteren fünf Partien drei Auswärtsspiele sind und zudem noch Borussia Dortmund und der FC Bayern als Gegner warten, kommt dem Abstiegskrimi große Bedeutung zu. Positiv am kniffligen Restprogramm des VfL: Gegen den VfB Stuttgart bestreitet er ein weiteres direktes Duell gegen einen Mitkonkurrenten.

Das Restprogramm des VfL Arminia Bielefeld (Heimspiel), Borussia Dortmund (Auswärtsspiel), Mainz 05 (H), VfB Stuttgart (A), 1. FC Köln (A), FC Bayern (H)

Das Bonusspiel des FC Augsburg

FC Augsburg (Platz 14/29 Punkte) „Das kann eine sehr, sehr schöne Woche werden“, sagte am Sonntag Daniel Caligiuri. Da hatte sein FC Augsburg gerade den VfL Wolfsburg 3:0 besiegt – und hat nun das, was alle Konkurrenten im Kampf gegen den Abstieg nicht haben: ein Bonusspiel. An diesem Mittwoch bestreitet der FCA das Nachholspiel gegen Mainz 05, danach folgen drei weitere Heimspiele, am letzten Spieltag gegen den Letzten, die SpVgg Greuther Fürth. Da fallen die ebenfalls noch ausstehenden Duelle gegen den FC Bayern und RB Leipzig womöglich gar nicht so sehr ins Gewicht.

Das Restprogramm des FCA Mainz 05 (H), FC Bayern (A), Hertha BSC (H), VfL Bochum (A), 1. FC Köln (H), RB Leipzig (A), Greuther Fürth (H)

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VfB Stuttgart (Platz 15/27 Punkte) Sven Mislintat weiß: „Das Restprogramm hat es in sich.“ Vor allem, weil der VfB noch gegen Borussia Dortmund und den FC Bayern antreten muss. Dem Sportdirektor der Stuttgarter ist dennoch nicht bange – trotz der zuletzt zwei verschenkten Punkte beim 1:1 in Bielefeld. Gegen alle Kontrahenten im Saisonfinale habe man in dieser oder in der vergangenen Saison schon Zählbares geholt, erklärte Mislintat – und nannte auch gleich die Ausnahme: den FC Bayern. Positiv für den VfB ist, dass er noch zwei direkte Duelle gegen Mitkonkurrenten vor der Brust hat: in Berlin bei der Hertha und zu Hause gegen den VfL Wolfsburg.

Das Restprogramm des VfB Borussia Dortmund (H), Mainz 05 (A), Hertha BSC (A), VfL Wolfsburg (H), FC Bayern (A), 1. FC Köln (H)

Das knifflige Programm der Arminia

Arminia Bielefeld (Platz 16/26 Punkte) „Platz 16 ist eine Momentaufnahme“, sagte Florian Krüger am Samstag. Der Torschütze beim 1:1 der Arminia gegen den VfB Stuttgart ergänzte: „Wir müssen jetzt weitermachen.“ Und zwar in Wolfsburg – also erneut gegen einen direkten Konkurrenten. Auch gegen Hertha BSC spielen die Bielefelder noch, weil aber auch der FC Bayern und RB Leipzig zum Restprogramm gehören, bleibt die Aufgabe für die Arminia überaus knifflig. Frank Kramer, der Trainer, klammert sich daher an jeden Strohhalm, den er entdecken kann. „Wir haben heute gezeigt, dass wir einen tollen Teamspirit haben und mannschaftlich geschlossen auftreten“, sagte er nach dem äußerst glücklichen Remis gegen den VfB und blickte voraus: „Das wird wichtig sein für den Saisonendspurt.“

Das Restprogramm der Arminia VfL Wolfsburg (A), FC Bayern (H), 1. FC Köln (A), Hertha BSC (H), VfL Bochum (A), RB Leipzig (H)

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Hertha BSC (Platz 17/26 Punkte) Dem kurzen Rausch folgte sogleich der Kater. Nach dem ersten Sieg der Ära Felix Magath bei Hertha BSC verloren die Berliner am Wochenende 1:2 bei Bayer Leverkusen. Mit Blick auf das anstehende Derby gegen Union Berlin rief Magath seiner Mannschaft noch am Wochenende zu: „Packt diese Chance!“ Was er nicht sagte: Es werden auch danach noch weitere kommen. Der Vorteil am Restprogramm der Hertha: Gegen den FC Augsburg, den VfB Stuttgart und Arminia Bielefeld stehen am 30., 31. und 32. Spieltag Duelle gegen direkten Mitkonkurrenten im Kampf gegen den Abstieg an. Ziehen die Berliner diese Partien auf ihre Seite, können sie sich schon vor den letzten beiden Partien ein gutes Polster zulegen. Zudem steht in Borussia Dortmund nur ein Team aus der Spitzengruppe auf der verbleibenden Gegnerliste. Felix Magath geht es nun darum, die Sinne zu schärfen, damit diese Möglichkeiten des vielleicht besten Restprogramms der Abstiegskandidaten auch genutzt werden: „Wir kämpfen nach wie vor gegen den Abstieg. Der Sieg gegen Hoffenheim hat vielleicht den einen oder anderen glauben lassen, dass das Gröbste überstanden wäre. Aber es ist noch ein weiter Weg bis zum Klassenerhalt.“

Das Restprogramm von Hertha BSC Union Berlin (H), FC Augsburg (A), VfB Stuttgart (H), Arminia Bielefeld (A), Mainz 05 (H), Borussia Dortmund (A)

Augsburg und Hertha im Vorteil

Fazit So eng die fünf Teams im Tabellenkeller beieinanderliegen, so ähnlich ist ihr Restprogramm. Im Vorteil ist höchstens der FC Augsburg mit dem einen Spiel mehr und insgesamt noch vier Heimspielen. Oder die Hertha mit ihren drei Partien gegen Mitkonkurrenten. Die allerdings können bei Misserfolgen auch doppelt schmerzen. Weshalb für alle gilt: Im Kampf ums sportliche Überleben darf der Name der Gegner ab sofort kaum mehr eine Rolle spielen.

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