VfB Stuttgart im DFB-Pokal Der Traum von Berlin lebt – ganz besonders bei Sebastian Hoeneß

Ausgelassen jubelnd sprintet Sebastian Hoeneß nach Abpfiff vor die Cannstatter Kurve. Foto: IMAGO/Pressefoto Baumann/IMAGO/Julia Rahn

Der Trainer des VfB Stuttgart hegt den Traum vom Einzug in das Pokalfinale – und geht nach dem Erfolg gegen den FC Augsburg auch ganz offen damit um.

Sport: Philipp Maisel (pma)

Der VfB Stuttgart steht im Halbfinale des DFB-Pokals nach einem knappen, aber verdienten Erfolg gegen den FC Augsburg. Wie groß die Sehnsucht danach war, lässt sich ganz gut an den Worten, vor allem aber an der ersten Reaktion von Trainer Sebastian Hoeneß ablesen. „In meinem ersten emotionalen Ausbruch habe ich sogar ganz vergessen, dass Enzo Millot da ja noch am Boden lag und ich noch gar nicht wusste, wie schwer seine Verletzung ist“, gab Hoeneß hinterher zu Protokoll, als er seinen Doppelfaustjubel vor der Cannstatter Kurve beschrieb. Völlig losgelöst hüpfte der VfB-Trainer auf die Fans zu, jubelte ausgelassen und ließ den ganzen Dampf aus dem Kessel, der sich ganz offensichtlich nach zuvor drei Niederlagen inklusive des bitteren Aus in der Champions League bei ihm angestaut hatte.

 

Die Aktion ist aber vor allem deswegen bemerkenswert, weil Hoeneß den Gang vor die Fans normalerweise scheut. Unvergessen ist seine Aussage: „Ich komme erst auf den Zaun, wenn wir was erreicht haben“. Monatelang widerstand er der Verlockung, erst nach dem Vizetitel am letzten Spieltag der Vorsaison ließ er sich für wenige Minuten hinreißen und schnappte sich das Mikrofon der Vorsänger. Nein, viel lieber hält sich Hoeneß im Hintergrund bei Siegen und beobachtet vom Mittelkreis aus, wie „seine Jungs“ mit den Anhängern ein Tänzchen aufführen. Er überlässt ihnen die große Bühne.

Enzo Millot zog sich eine kleinere Bänderzerrung zu. Foto: IMAGO/Pressefoto Baumann/IMAGO/Hansjürgen Britsch

Nun also steht der Trainer zum zweiten Mal innerhalb kurzer Zeit mit dem VfB in einem Pokalhalbfinale, das war vor ihm das letzte Mal Joachim Löw in den späten Neunzigern gelungen. Zwar ließe sich das laut Hoeneß „nicht vergleichen“, weil er im Gegensatz zu Löw nur ein Spiel für seinen ersten Halbfinaleinzug gebraucht hatte, nämlich bei seinem Debüt als VfB-Trainer (1:0 in Nürnberg, Torschütze Millot), weswegen er sich den ersten Halbfinaleinzug nicht anrechnen mochte. Dennoch betont er: „Das Erreichen des Halbfinals ist ein Riesenerfolg.“ Deswegen habe er auch „so emotional reagiert“ nach Schlusspfiff. „Es ist ein Traum, ins Finale zu kommen. Ich möchte mit dieser Mannschaft nach Berlin fahren“ – Hoeneß ließ keinen Zweifel daran, welche Ambitionen er und seine Mannschaft in diesem Wettbewerb noch hegen.

Gegen wen es im Halbfinale geht, ist offen. Zum einen müssen die anderen Viertelfinal-Paarungen noch gespielt werden, zum anderen erfolgt die Auslosung erst am 2. März im Rahmen der ARD-Sportschau-Sendung an diesem Tag (ab 18.45 Uhr). Die Halbfinalspiele werden dann am 1. und 2. April ausgetragen. Immerhin, eine gute Nachricht gab es für Hoeneß noch am Mittwoch. Die Verletzung von Enzo Millot stellte sich als nicht so gravierend heraus, der Franzose erlitt lediglich eine kleinere Bänderzerrung. Enzo Millot hat also sehr gute Chancen, im Pokalhalbfinale wieder mit an Bord zu sein.

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