VfB Stuttgart im Pokalfinale Ticket-Suche in Berlin – worauf Fans achten müssen

Der Schauplatz des Endspiels: Die Plätze im Berliner Olympiastadion sind heiß begehrt. Foto: imago/ActionPictures

Viele Anhänger wollen sich vor Ort noch eine Karte sichern. Das ist nicht prinzipiell verboten, birgt aber Risiken. Selbst mit einem Originalticket kann der Einlass verwehrt werden.

Sport: David Scheu (dsc)

Alle Blicke gehen nach Berlin. Zehntausende Fans des VfB Stuttgart reisen in dieser Woche in die Hauptstadt, wo ihr Team um den ersten großen Titel seit der Meisterschaft vor 18 Jahren spielt. Längst nicht alle Anhänger haben dabei eine Eintrittskarte für das Endspiel um den DFB-Pokal gegen Arminia Bielefeld am Samstag (20 Uhr) in der Tasche, viele werden vor Ort in der Stadt einfach ganz viel Final-Flair aufsaugen – zugleich aber ganz bestimmt auch Augen und Ohren offen halten in Sachen Tickets.

 

Dass es vor Ort einen Markt gibt, liegt nahe. Zum einen ist die Nachfrage riesig, zum anderen handelt es sich bei den Eintrittskarten für das Finale um nicht personalisierte und nicht digitalisierte Papiertickets – was die Weitergabe ohne Weiteres ermöglicht. Die ist auch prinzipiell nicht verboten. „Eine private Weitergabe eines Tickets aus nicht kommerziellen Gründen, insbesondere in Einzelfällen bei Krankheit oder anderweitiger Verhinderung des Kunden, ist zulässig“, heißt es in den Allgemeinen Ticket-Geschäftsbedingungen des DFB.

Auch ein originales Ticket kann vom DFB gesperrt werden

Aber: Wer nun tatsächlich mit Glück und Geschick in Berlin ein angebotenes Ticket erstehen sollte, könnte an den Drehkreuzen vor dem Stadion dennoch eine böse Überraschung erleben. Zum einen, falls er ein gefälschtes Ticket erworben hat. Zum anderen ist es auch möglich, selbst mit einem originalen Ticket keinen Einlass zu erhalten.

Der Hintergrund: Ein Weiterverkauf darf laut DFB nicht auf öffentlichen Online-Plattformen erfolgen und zudem nur zu einem Preis, der maximal zehn Prozent über dem Originalpreis liegt – im Fall einer 190-Euro-Karte der Kategorie 1 also zum Beispiel bei 209 Euro. Hat nun eine Eintrittskarte im Vorfeld auf einer Online-Börse für ein Vielfaches den Besitzer gewechselt und der DFB davon erfahren, sperrt er dieses Ticket. Die Kontrolle des Schwarzmarkts erfolgt dabei seit dem Start des Ticketverkaufs in Zusammenarbeit mit der Kanzlei „LentzeStopper“.

Das genaue Vorgehen hierbei will der DFB zur Sicherstellung einer effektiven Nachverfolgung nicht öffentlich machen, er betont aber mit Blick auf den Schwarzmarkt vor Ort: „Der Käufer trägt das Risiko, zumal ein Ticket storniert und aus diversen Gründen in der Zutrittskontrolle gesperrt sein kann.“ Dies sei auf dem Ticket auch nicht erkennbar, weshalb man immer wieder vor dem Ticket-Erwerb auf dem Zweitmarkt warne. Es bleiben also Unwägbarkeiten beim Kauf vor Ort – zumindest, wenn er über einen Unbekannten erfolgt.

Anders sieht die Sache aus, wenn sich über persönliche Kontakte im privaten Umfeld eine Chance auftut – und diese Karte nachweislich direkt beim VfB oder beim DFB erworben wurde und nicht über einen Zwischenhändler. Dass sich hier kurzfristig durch Krankheit oder Ähnliches noch die eine oder andere Möglichkeit ergibt, ist zwar nicht ausgeschlossen – die Fälle werden sich aber an einer Hand abzählen lassen.

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