VfB Stuttgart im Training Bleiwesten und Medizinbälle

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Gut fürs Image, schlecht für die Vereinsteams: wegen Länderspielen sind derzeit nur wenige Spieler im Training des VfB Stuttgart.

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Stuttgart - Die VfB-Trainingsgruppe ist am Mittwoch mit zehn Spielern, darunter drei Torhütern, überschaubar gewesen. Dies hatte zwei Gründe: Zum einen sind neun Akteure angeschlagen, zudem sind die Nationalspieler Christian Träsch, Pawel Pogrebnjak (Russland), Khalid Boulahrouz (Holland), Ciprian Marica (Rumänien), Mamadou Bah (Guinea), Tamás Hajnal (Ungarn) und Martin Harnik (Österreich) bis Mittwoch auf Länderspielreise.

Eine geschlossene Vorbereitung auf das Bundesligaspiel am übernächsten Samstag (2. April) in Bremen ist daher nicht möglich. "Ich habe Verständnis dafür, dass die Nationaltrainer ihre Spieler so oft wie möglich um sich haben wollen", sagt der VfB-Cotrainer Eddy Sözer, "doch in der heißen Phase mit acht Mannschaften, die im Abstiegskampf stecken, könnte der Fokus für mich mehr auf der Bundesliga liegen." Zumal etwa die DFB-Elf am Dienstag in Gladbach gegen Australien lediglich zu einem Freundschaftsspiel antrete.

Doch Sözer und sein Chef Bruno Labbadia wollen aus der Not eine Tugend machen - und holten am Mittwoch Vormittag die acht Kilogramm schweren Bleiwesten und die Medizinbälle aus dem Geräteschuppen. "In so einer Phase gilt es, die Spieler individuell zu belasten", sagt Sözer, der die verbliebenen VfB-Profis nicht sinnlos quälen will.

"Felix Magath hat recht"

"Neben den bewusst intensiven Einheiten trainieren wir nachmittags auch den fußballspezifischen Bereich", sagt der 42-jährige Türke, der wie Labbadia aus Darmstadt stammt, "und es ist obendrein in so einer Woche sehr wichtig, von den Spielern auch mal den mentalen Druck wegzunehmen." Schließlich steckt der VfB nun bereits seit sieben Monaten im Abstiegskampf - auch wenn dies einige Spieler erst wesentlich später begriffen haben.

Bei der Kondition werden die VfB-Trainer die Zügel allerdings nicht locker lassen. "Felix Magath hat recht, wenn er sagt, dass man vier Monate braucht, um eine Mannschaft konditionell auf Topniveau zu bekommen", sagt Sözer, "auch wir arbeiten daher weiter daran, eine Stabilität auf hohem Niveau zu erreichen."