VfB Stuttgart im Trainingslager So sieht der Konkurrenzkampf bei den Roten aus

Von red/dpa/lsw 

Tim Walter hat eine genaue Vorstellung, wie der VfB Stuttgart in Zukunft Fußball spielen soll. Dafür braucht er Spieler, die seine Idee verstehen und umsetzen können. Der Konkurrenzkampf im Kader des Zweitligisten ist für ihn daher ein Vorteil.

Tim Walter lässt seine Spieler derzeit im Trainingslager schwitzen. Foto: Pressefoto Baumann 10 Bilder
Tim Walter lässt seine Spieler derzeit im Trainingslager schwitzen. Foto: Pressefoto Baumann

Kitzbühel - Niemand soll sich eines Kader- oder gar Stammplatzes beim VfB Stuttgart sicher sein können - das ist dem neuen Sportdirektor Sven Mislintat sehr wichtig. Also betont er, dass selbst die Hierarchie unter den Torhütern - neben den beiden Neuzugängen Gregor Kobel und Fabian Bredlow sind noch Jens Grahl und der 18 Jahre alte Sebastian Hornung im Trainingslager in Kitzbühel dabei - noch nicht fix ist. „Auch wenn viele das Gefühl haben, dass Greg schon die klare Nummer eins ist: das ist aber ein offenes Rennen. Das ist Tims Entscheidung am Ende, wen er spielen lässt“, betont Mislintat.

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Beim VfB ist knapp einen Monat vor dem Saisonstart in die 2. Fußball-Bundesliga noch vieles im Fluss. Die Mannschaft braucht nach den Abschieden vieler Routiniers wie Christian Gentner nicht nur einen neuen Kapitän, sondern auch eine neue innere Struktur. Mit Mario Gomez, Holger Badstuber, Daniel Didavi, Gonzalo Castro und dem aus familiären Gründen derzeit fehlendem Emiliano Insua sind nur noch fünf Profis aus der Kategorie „sehr erfahren“ im Kader. Grahl zählt mit seinen 30 Jahren im Prinzip auch dazu, hat aber trotz Mislintats Ansage eher keine realistischen Chancen auf viele Einsätze. Aber auch von den anderen sollte keiner von einem Startelfeinsatz am ersten Spieltag ausgehen.

„Leistungssport kommt von Leistung und von Leistungsprinzip. Das musst du immer wieder beweisen“, sagt Mislintat. „Wenn du den Kader durchgehst, dann siehst du schon, dass da durchaus Feuer sein kann auf der ein oder anderen Position.“ Und genau das möchte er haben.

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Für die Innenverteidigung stehen Badstuber, Marc Oliver Kempf, der zuletzt an Fortuna Düsseldorf verliehene Marcin Kaminski, Timo Baumgartl und der junge Antonis Aidonis parat. Ozan Kabak steht zwar offiziell auch noch im Kader, wird den Verein aber für die festgeschriebene Ablösesumme von 15 Millionen Euro verlassen. Ins Trainingslager kommt der türkische Nationalspieler deswegen nicht mehr, Mislintat rechnet bald mit einer Entscheidung.

Im Mittelfeld rangeln Castro, Didavi, Santiago Ascacíbar, Erik Thommy, David Kopacz, die Neuzugänge Philipp Klement, Atakan Karazor und Mateo Klimowicz sowie der zuletzt an den Hamburger SV verliehene Orel Mangala um die maximal vier Plätze.

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Und im Sturm hat Gomez die Konkurrenz von Nicólas González, Neuzugang Hamadi Al Ghaddioui und dem jungen Leon Dajaku. Anastasios Donis ist zwar seit Dienstagnachmittag im Trainingslager, will den Club aber verlassen und am liebsten weiter in der Bundesliga spielen. „Du siehst schon, dass da Zug reinkommt. Das macht es allen einfacher, auch Tim, zu sagen: Hey, gib Gas“, meint Mislintat.

Die Spieler scheinen die Situation anzunehmen. In den Bergen Tirols ist auffällig hohes Tempo in allen Einheiten, selbst die Hitze von deutlich über 30 Grad änderte daran nichts. „Die Stimmung ist gut, wir trainieren viel, aber trotzdem habe ich das Gefühl, dass jeder auch Bock drauf hat“, sagt Torwart Kobel. „Es ist schon ein guter Zug drin in den ersten Einheiten. Viel mit Ball, was mir gut gefällt. Die Intensität ist hoch.“

Wie sich die Stimmung verändert, wenn in gut vier Wochen das erste Mal die Kaderplätze in einem Pflichtspiel vergeben werden, wird sich zeigen. Denn Ehrgeiz und Ansprüche haben die VfB-Profis alle - auch der 21 Jahre alte Kobel: „Ich bin auf jeden Fall nicht von Hoffenheim her gekommen, um auf der Bank zu sitzen. Das ist klar.“