VfB Stuttgart im Trainingslager Wie sich die Situation auf den Außenbahnen verschiebt

Rechtsverteidiger: Josha Vagnoman Foto:  

Die Außenverteidiger Borna Sosa und Josha Vagnoman hinken beim Vorbereitungsprogramm hinterher. Nun sucht der Chefcoach Bruno Labbadia in Marbella nach neuen Lösungen – mit überraschendem Ergebnis.

Sport: Carlos Ubina (cu)

Es wird keinen Überraschungsbesuch mehr beim VfB Stuttgart geben. Als solchen hätte man Borna Sosa ja fast schon bezeichnen müssen, wenn der Kroate noch durch die Türe des Mannschaftshotels La Quinta in Marbella gekommen wäre. Doch der Außenverteidiger bleibt vorerst in München, wo er ein Rehaprogramm wegen seiner Adduktorenprobleme bestreitet.

 

Guter Dinge ist Sosa dort, und 2400 Kilometer südlich der bayerischen Metropole wollen sie es beim Fußball-Bundesligisten in Andalusien ebenfalls sein. „Wir sind optimistisch, dass er in den nächsten Tagen zu uns stößt“, sagt der Sportdirektor Fabian Wohlgemuth. Das wird dann in Stuttgart sein. Trainingsrückstand hat der 24-Jährige dennoch, weshalb der Chefcoach Bruno Labbadia nach Lösungen auf den Außenpositionen in der Viererabwehrkette sucht. Das betrifft vor dem Liga-Wiederbeginn am 21. Januar im Heimspiel gegen den FSV Mainz 05 jedoch nicht nur die linke Seite – auch, weil es neben Sosa einen weiteren Transferkandidaten gibt. Ein Blick auf beide Flügel.

Die linke Seite

Sosa hat unter Labbadia noch keine Trainingseinheit mitgemacht. Seit seiner WM-Teilnahme in Katar ist der Kroate raus und befindet sich seit Wochen nicht bei der Mannschaft. Dennoch ist Wohlgemuth zuversichtlich, dass der Linksfuß recht bald ein Mann für die Anfangsformation ist. Sosa habe mehrfach gezeigt, wie schnell er nach Ausfällen in Tritt kommen kann.

Bis zur Verletzung von Dan-Axel Zagadou sollte Hiroki Ito links hinten für den fehlenden Sosa auflaufen. Nun wird der Japaner im Zentrum benötigt – und Nikolas Nartey hat sich für die Aufgabe empfohlen. Vor allem beim Testspielsieg während des Trainingslagers gegen den FC Sion (3:0), als er ein Tor erzielte. „Er hat das zuletzt gut gemacht, obwohl das nicht seine Position ist und wir ihn als Mann für die linke Seite aus dem Hut gezaubert haben“, sagt Labbadia über den Mittelfeldspieler.

Auch Nartey hatten zuvor immer wieder Verletzungen gebremst. Nun profitiert der 22-Jährige von einer starken Vorbereitung. „Er ist klar in seinem Spiel, läuft viel, verhält sich taktisch gut und gewinnt Zweikämpfe“, sagt der Trainer. Das Gesamtpaket überzeugt im Moment, selbst wenn der Däne fachfremd eingesetzt wird. Somit hat Labbadia wenigstens ein kleines Teil zur Hand, um das große Puzzle auf den Außenpositionen in der Viererabwehrkette zu besetzen.

Die rechte Seite

Auf dem Posten des Rechtsverteidigers ist die Sache vorerst klar: Pascal Stenzel hat sich in die beste Ausgangsposition gebracht – mit seinen Stärken. Fleiß, Zuverlässigkeit und Spielintelligenz. Labbadia schätzt an dem 26-Jährigen, dass er sich auf dem Rasenrechteck taktisch zu verhalten weiß. Spektakuläre Flankenläufe sind von ihm zwar weiter nicht zu erwarten, aber das tut der Trainer auch nicht. Zumal in Silas Katompa davor ein eher unberechnbarer Stürmer agiert. Stenzel ist da die sichere Variante – und er ist topfit.

Der Trainingsrückstand stellt Josha Vagnomans Handicap dar. Der 22-Jährige hat viele Übungseinheiten aufgrund von Verletzungen verpasst. Zuletzt wegen muskulärer Probleme. In Marbella ist er nun wieder dran. Er betätigte sich im Kraftraum, ist gelaufen und mischt seit Kurzem im Mannschaftstraining mit. „Ich fühle mich gut und bin zu hundert Prozent belastbar“, sagt Vagnoman. Das Duell mit Stenzel scheut der Ex-Hamburger nicht: „Ich werde jetzt weiter Gas geben, und dann wird der Trainer entscheiden.“

In Waldemar Anton und Konstantinos Mavropanos verfügt Labbadia über zwei weitere Optionen für außen. Beide sind jedoch Innenverteidiger und fühlen sich im Zentrum wohler. Anton ist außerdem der Abwehrchef, er gibt die Kommandos in der hinteren Reihe. Mavropanos hat ebenfalls nicht das volle Trainingsprogramm abspulen können und ist dabei, die Defizite aufzuholen. Wird der Grieche rechtzeitig zum Restart fit, zählt er zur Startelf.

Doch Mavropanos ist wie Sosa ein VfB-Profi, der auf dem Transfermarkt gehandelt wird. „Für beide Spieler liegen keine konkreten Angebote vor“, sagt Wohlgemuth. Ohnehin müsste der VfB einen möglichen Verkauf nicht nur von der finanziellen Seite betrachten, sondern ebenso von der sportlichen. Ein solcher Abgang ohne passenden Ersatz würde das Team im Abstiegskampf schwächen.

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