Wer von dieser Saison in der Fußball-Bundesliga noch nicht viel gesehen, aber die Partie des VfB Stuttgart gegen den 1. FC Köln am Samstag in Austin beobachtet hat, der wird die Diskussion vermutlich nicht verstehen. Der VfB spielte guten und schnellen Fußball, lag schon zur Pause 4:0 vorne und gewann am Ende verdient mit 4:2. Allerdings handelte es sich lediglich um ein Freundschaftsspiel. Und weil der VfB in der Bundesliga mit einer Ausbeute von 14 Punkten auf Rang 16 steht, wurde in den vergangenen Wochen eben doch die Frage debattiert, ob der Kader für das Ziel Klassenverbleib gut genug ist.
Nun steht nicht nur die WM-Pause an, sondern bald auch wieder eine Transferperiode. In einer solchen kann man Antworten auf Fragen nach dem Kader geben. Sven Mislintat gab sie schon am Samstag während des US-Trips des VfB.
„Wenig“ müsse aus seiner Sicht passieren in der Winterpause, sagte der Sportdirektor der Stuttgarter mit Blick auf den Kader, den er in den vergangenen Jahren zusammengestellt hat. Er ergänzte: „Wir sind der klaren Überzeugung, dass wir eine extrem gute Gruppe zusammen haben.“ Es brauche keine Neuzugänge, um das Ziel Klassenverbleib abzusichern. Allerdings machte Mislintat auch eine Einschränkung.
Borna Sosa ist ein Kandidat für einen Wechsel im Winter
Seine Einschätzung bezieht sich auf den Kader in seiner jetzigen Form. Sollten wichtige Spieler den Club im Winter verlassen, sähe die Sache anders aus. Als Kandidat für einen solchen Abgang wird immer wieder Borna Sosa genannt, weil der Kroate schon im vergangenen Sommer und Winter begehrt war, den Club mit einer hohen Ablösesumme finanziell entlasten könnte und sich bei der nun beginnenden WM noch einmal auf dem Weltmarkt präsentieren kann.
„Wenn es Interessenslagen für Borna gibt, und der Verein entscheiden würde, einen Qualitätsspieler abzugeben, dann ist das auch ein Qualitätsverlust“, sagte Sven Mislintat in Austin und nannte das klare „Ziel, die Jungs zusammenzuhalten“. Denn: „Wenn alle da bleiben, sind wir gut genug.“
Aus seiner Sicht habe sich der VfB seit der Beförderung von Michael Wimmer vom Co- zum Interims-Cheftrainer noch eine vergleichsweise gute Ausgangslage für den Rest der Saison geschaffen. „Alle von Platz elf bis 18 müssen nach unten schauen. Wir sind 16., haben viel aufgeholt und seit dem Trainerwechsel einen guten Punkteschnitt gemacht“, sagte Mislintat, „von daher glaube ich, dass wir eine gute Ausgangsposition haben, unsere Ziele aus eigener Kraft und mit diesem Kader zu schaffen.