Wäre die Saison jetzt vorbei, würde der VfB erneut in der Königsklasse spielen. Foto: Pressefoto Baumann/Volker Müller
Der VfB mischt im Kampf um die internationalen Plätze mit. Aber welcher Tabellenrang berechtigt am Ende eigentlich für welchen Wettbewerb? Die einzelnen Szenarien und Konstellationen im Überblick.
Es sind richtungsweisende Spiele, die auf den VfB Stuttgart in der Bundesliga in den kommenden Wochen warten. Gegen Borussia Mönchengladbach, bei Borussia Dortmund, gegen den VfL Wolfsburg – ausnahmslos Mannschaften also, mit denen das Team von Trainer Sebastian Hoeneß um den Einzug in den internationalen Wettbewerb konkurriert. Derzeit liegen die Stuttgarter mit 32 Punkten auf Rang vier in aussichtsreicher Position. Das Tabellenbild ist aber dicht gedrängt, der Abstand zum Zwölften FC Augsburg beträgt gerade einmal sieben Punkte.
Verschiebungen sind also jederzeit möglich – und noch ist offen, welcher Platz am Ende zur Teilnahme an welchem europäischen Wettbewerb berechtigt. Die Grundkonstellation ist dabei mit sieben Startplätzen für die Bundesliga klar: Die ersten vier Teams der Tabelle spielen in der Ligaphase der Champions League, in der Ligaphase der Europa League starten der Fünfte und der DFB-Pokalsieger, der Sechste tritt in den Play-offs zur Conference League an.
In der Vorsaison profitierte der BVB vom fünften Platz in der Königsklasse
Das alles kann sich aber noch verschieben. Ist der Pokalsieger über die Bundesliga-Platzierung mindestens für die Europa League qualifiziert, geht der Europa-League-Startplatz aus dem Pokal an den Sechsten der Bundesliga. Der Pokalverlierer kommt in einem solchen Fall seit 2015 nicht mehr zum Zug. Einer der letzten Profiteure der alten Regelung war der VfB, der 2013 nach der Endspiel-Niederlage gegen den FC Bayern in die Europa League eingezogen war.
Neben der Pokal-Konstellation besteht noch die Möglichkeit eines zusätzlichen fünften deutschen Teilnehmers in der Champions League. Seit dieser Saison vergibt die Uefa stets je einen an die beiden Ligen, deren Teams im Vorjahr international am besten abgeschnitten haben. In diesem Fall würde Platz 5 für die Teilnahme an der Champions League reichen – Borussia Dortmund hatte in der Vorsaison von eben jener Regel profitiert.
Deniz Undav will mit seinen Toren dazu beitragen, dass der VfB auch kommende Saison international vertreten ist. Foto: Pressefoto Baumann/Alexander Keppler
Aus dieser Warte steht die Bundesliga mit ihren fünf Teilnehmern in der Königsklasse in dieser Saison also an sich gut da. Aber: Insgesamt aber haben die deutschen Teams weniger gepunktet als andere – und drei Vereine (TSG Hoffenheim, RB Leipzig, VfB Stuttgart) sind schon ausgeschieden und können keine Zähler mehr holen im Ranking, in dem die Punkte am Ende durch die Zahl der Mannschaften dividiert werden.
Derzeit liegt die Bundesliga dadurch mit einem Uefa-Koeffizienten von 12,4 nur auf Rang 5 – mit einem beträchtlichen Abstand zu den ersten beiden Nationen England (17,0) und Italien (14,9). Entschieden ist natürlich noch nichts. Aber es bräuchte schon ein extrem erfolgreiches Abschneiden der fünf verblieben deutschen Teams in Europa, um noch Aussichten auf den fünften Startplatz in der Königsklasse zu haben. Die Tendenz geht klar zu vier Teilnehmern in der neuen Saison.
Rein theoretisch könnten übrigens noch bis zu drei weitere deutsche internationale Startplätze hinzukommen: wenn deutsche Teams die Champions League, Europa League und Conference League gewinnen (und sich so ihr Europa-Ticket sichern) und zugleich in der Bundesliga keinen internationalen Rang belegt. Theoretisch möglich wäre das im Fall von Borussia Dortmund, Eintracht Frankfurt und des 1. FC Heidenheim. Profiteure hiervon wären aber einzig diese Clubs selbst. Über die Liga würde dann niemand nachrücken. Der Neunte der Bundesliga geht damit auch bei der günstigsten Konstellation leer aus.
Für den VfB besteht abseits der Bundesliga-Tabelle ja noch die Möglichkeit, als sich als Pokalsieger sicher für die Europa League zu qualifizieren. Drei Siege sind dafür noch nötig – am kommenden Dienstag (20.45 Uhr) steigt das Viertelfinale vor heimischer Kulisse gegen den FC Augsburg.