Nach langer Zeit mal wieder zuhause verloren. In der Tabelle der Champions League in den Bereich gerutscht, der ein Ausscheiden nach acht Partien vorsieht. Und die Bilanz von vier Punkten aus vier Spielen ist auch keine, die einen euphorisch werden lässt. Tatsächlich hat Atalanta Bergamo dem gar nicht mal schwachen VfB Stuttgart am Mittwochabend gezeigt, zu was eine reife und formstarke Mannschaft auf starkem europäischen Niveau imstande ist. Die Italiener haben die Stuttgarter einfach nicht zur Entfaltung kommen lassen und eiskalt zugeschlagen. 0:2 hieß es am Ende.
Aber: So bitter der Mittwochabend in Teilen war, so überschaubar das Punktekonto gefüllt ist zur Halbzeit der Ligaphase in der Königsklasse. Die Mannschaft des VfB-Trainers Sebastian Hoeneß hat keinen Grund, die Europareise frühzeitig für beendet zu erklären. Im Gegenteil.
Denn der VfB hat bei seiner Comeback-Tour in der Königsklasse bislang auch absolut überzeugende Auftritte hingelegt. Vor allem in Madrid – trotz der 1:3-Niederlage – und in Turin, beim umjubelten 1:0-Erfolg. Klar, gerade am Mittwoch gegen Atalanta wurde dem Team auch aufgezeigt, was der Mannschaft noch fehlt. Aber auch in diesem Spiel war der VfB alles andere als hoffnungslos unterlegen.
Dazu kommt: Die zweite Hälfte der Ligaphase ist die auf dem Papier deutlich einfachere für das VfB-Team. Real, Juve und Atalanta sind gespielt, nun folgt das aktuell schwächste Trio der Königsklasse: Roter Stern Belgrad, Young Boys Bern und Slovan Bratislava. Nicht, dass jemand erwarten sollte, dass diese Clubs im Vorbeigehen besiegt werden. Aber mit der Qualität des VfB und dem nun hinzugewonnenen Erfahrungsschatz kann bei konzentrierten Leistungen das Punktekonto ausreichend gefüllt werden. Damit am Ende die Qualifikation für die Play-off-Zwischenrunde der Plätze neun bis 24 steht.
Herausfordernd bleibt der Tanz auf drei oder gar vier (für die Nationalspieler) Hochzeiten dennoch. Schon am Sonntag (17.30 Uhr) steht in der Bundesliga das nächste Duell mit einem aktuellen Topteam an. Es wird nicht leicht – aber der VfB hat auf jeden Fall das Zeug dazu, eine neue Heimserie zu starten.