VfB Stuttgart in der Europaleague Guido Buchwald und der heilige Rasen von Rom
Der VfB-Botschafter erinnert sich an das Olympiastadion von Rom, die WM 1990 und erklärt, warum die Spielstätte eigentlich gar nichts besonderes ist.
Der VfB-Botschafter erinnert sich an das Olympiastadion von Rom, die WM 1990 und erklärt, warum die Spielstätte eigentlich gar nichts besonderes ist.
Natürlich wird auch Guido Buchwald mit im Flieger sitzen, wenn die Delegation des VfB Stuttgart Richtung italienische Hauptstadt aufbricht. Schließlich gehört der Ehrenspielführer neben anderen VfB-Legenden wie Hansi Müller, Cacau oder Timo Hildebrandt zu den offiziellen Botschaftern des Vereins, der an diesem Donnerstag (21 Uhr/RTL) in der Europa League bei der AS Rom um die direkte Qualifikation für die K.-o.-Phase kämpft.
Für den ehemaligen Abwehrspieler wird es eine Reise in die Vergangenheit. Buchwald, Rom, Olympiastadion – da war doch was! Man muss kein ausgewiesener Fußballexperte sein, um zu wissen, was diesen Dreiklang zusammenbringt: Deutschlands WM-Titel 1990 – mit Buchwald in einer der Hauptrollen. Schaltete der doch oft als etwas ungelenk verschriene Verteidiger im Finale keinen Geringeren als Diego Maradona aus. Was Guido Buchwald den Spitznamen Diego einbrachte.
Nur zu gerne erinnert sich der 76-fache Nationalspieler, der an diesem Samstag 65 Jahre alt wird, an die magische Nacht von Rom zurück. Es war der 8. Juli 1990, als Deutschland durch ein 1:0 gegen Argentinien zum dritten Mal Weltmeister wurde. „Das Highlight in meiner Karriere“, wie Buchwald sagt, der mit seinem VfB immerhin zweimal deutscher Meister wurde (1984 und 1992). Weltmeister zu werden ist dann aber doch noch einmal etwas anderes.
Dass Buchwald 35 Jahre später mit dem VfB an den Ort seines größten Triumphes zurückkehrt, hätte er bis vor kurzem auch nicht für möglich gehalten. „Da werden sicher einige Erinnerungen hochkommen“, sagt der VfB-Botschafter, der am Donnerstagabend auf der Tribüne des Stadio Olimpico Platz nehmen wird. Die Erinnerungen an 1990 mit Franz Beckenbauers legendärem Solo-Spaziergang über den heiligen Rasen von Rom werden aber weniger mit dem „Olimpico“ als mit dem Gewinn des WM-Titels von 1990 verbunden sein, sagt Buchwald. „Das Stadion war damals schon recht gewöhnlich. Es war vor allem groß. Besonders war eher das San Siro in Mailand.“
Wiedererkennen wird der Weltmeister die Riesenschüssel (Kapazität: 72 000 Zuschauer) mit der blauen Laufbahn nach 35 Jahren trotz mehrerer Umbauten aber definitiv. Zu gigantisch ist allein das Umfeld des Stadions im Norden Roms, das einst den Namen „Foro Mussolini“ trug. Mit seinen monumentalen Nebenbauten und Statuen diente das Areal einst der auf körperliche Ertüchtigung ausgerichteten Jugendorganisation des faschistischen Diktators Benito Mussolini. In vielerlei Hinsicht weist es Parallelen zum Berliner Olympiastadion auf.
Die Spielstätte der Roma sowie von Lazio Rom weist eine dunkle Vergangenheit, aber auch eine bewegte Sportgeschichte auf. Neben der WM 1990 (und einigen Partien der Europameisterschaft 2021) fanden 1960 auch die olympischen Spiele sowie Leichtathletik-Welt- und-Europameisterschaften statt. 1980 wurde die DFB-Elf mit den Förster-Brüdern und Hansi Müller in Rom Europameister. Weshalb die Reise mit dem VfB nicht nur für Guido Buchwald, sondern auch für Müller ein besonderer Besuch wird.