VfB Stuttgart in der Relegation So blüht Enzo Millot unter Sebastian Hoeneß auf

Zwei Tore im Rückspiel in Hamburg: Enzo Millot Foto: Pressefoto Baumann/Hansjürgen Britsch

Der 20-jährige Franzose schießt den VfB mit zwei Treffern im Rückspiel beim Hamburger SV endgültig zum Klassenverbleib. Der neue Trainer hat ihm von Beginn an vertraut.

Sport: Carlos Ubina (cu)

Schon vor dem Relegations-Rückspiel beim Hamburger SV war klar: Sebastian Hoeneß, der Trainer des VfB Stuttgart, hat in seiner kurzen Amtszeit ziemlich viel richtig gemacht. Daran änderte sich auch am Montagabend nichts. Als ein herausragendes Beispiel für diese These taugt Enzo Millot.

 

Der 20-jährige Franzose galt unter Bruno Labbadia, dem Vorgänger von Hoeneß, als Gewinner der langen Winter-Vorbereitung. Doch als es ernst wurde, spielte Millot plötzlich keine Rolle mehr. In den ersten fünf Bundesligapartien unter Labbadia kam er nicht zum Einsatz. Der Coach bemängelte seine Einstellung, fehlende Disziplin, zu wenig Torgefahr. „Was er braucht, ist, dass sein Spiel variabler wird, dass er auch in die Tiefe geht“, sagte Labbadia, „das kann er.“ Das dafür nötige Vertrauen bekam er allerdings erst von Sebastian Hoeneß.

Perfekter Abschluss in der Relegation

Der eingewechselte Millot erzielte das erste Tor unter dem neuen Coach, es war der 1:0-Siegtreffer im Pokal-Viertelfinale beim 1. FC Nürnberg. Danach blühte der Franzose auf, zeigte immer wieder seine technischen Fähigkeiten, seine Spielübersicht, seine Wichtigkeit fürs Team – daran konnte auch die kurzfristige Irritation um ein Tattoo, das sich Millot ausgerechnet in der Endphase der Bundesliga-Saison vor dem Spiel beim FSV Mainz hatte stechen lassen, nichts ändern. Der krönende Abschluss? War dann die Relegation.

Erst bereitete Millot im Hinspiel das 2:0 durch Josha Vagnoman herausragend vor, ehe er beim 3:1-Erfolg im Rückspiel in Hamburg mit seinen Treffern zum 1:1 (nach Vorarbeit von Serhou Guirassy) und 2:1 (nach einem Fehler von HSV-Keeper Daniel Heuer Fernandes) den Klassenverbleib vollends perfekt machte. „Ich habe mir die wichtigen Tore für die wichtigen Momente aufgespart“, sagte der Franzose, „ich bin glücklich, dass wir in der Bundesliga bleiben.“

Dass er nach seinen Treffern ausgelassen vor den HSV-Fans jubelte und einen Tumult auslöste? Geschenkt! Mit 20 Jahren muss man schließlich auch noch ein paar Erfahrungen sammeln. Fußballerisch hat Enzo Millot in den vergangenen Wochen bereits große Fortschritte gemacht. Nicht zuletzt dank Sebastian Hoeneß. So sah es auch der Sportdirektor. „Enzo hat fraglos sehr viel Talent und ein sehr hohes Potenzial“, sagte Fabian Wohlgemuth, „er konnte dies unter Sebastian Hoeneß viel besser abrufen. Da hat der Trainer wohl an den richtigen Rädchen gedreht.“

Nicht nur bei Enzo Millot. Aber auch bei ihm.

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