VfB Stuttgart Irritationen über Rüdiger

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Der Poker um den Nationalverteidiger Antonio Rüdiger vom VfB Stuttgart treibt seltsame Blüten – jetzt auch bei Newcastle United in der Premier League.

Für Antonio Rüdiger läuft es gar nicht gut. Foto: dpa 12 Bilder
Für Antonio Rüdiger läuft es gar nicht gut. Foto: dpa

Stuttgart - Schlechter hätte es für Antonio Rüdiger (22) wirklich kaum laufen können. Der Nationalverteidiger des VfB Stuttgart ist außer Gefecht und kann nach der an diesem Freitag vorgenommenen Gelenkspiegelung im Knie vier Wochen lang nicht trainieren. Damit fällt er auch Mitte August beim Saisonstart aus. Ohnehin ist die Verletzung für den wechselwilligen Rüdiger zum allerschlechtesten Zeitpunkt passiert – beispielsweise deshalb, weil sein Berater und Halbbruder Sahr Senesie unmittelbar vor dem Missgeschick am Dienstag angeblich auch noch ein konkretes Angebot von Newcastle United abgelehnt hat.

In dieser Geschichte gibt es weiter viele Irrungen und Wirrungen. In England heißt es, dass der letztjährige Tabellen-15. der Premier League bis an seine Schmerzgrenze gegangen ist und wohl sogar bereit war, die Ablöseforderung des VfB von 18 Millionen Euro zu erfüllen. Aber im sicheren Gefühl, bessere Alternativen zu haben, soll Senesie zu den Vertretern von Newcastle gesagt haben, dass ein Transfer zu United kein Thema ist. Durch die aktuelle Entwicklung hat sich die Situation zwar schlagartig zum Nachteil für Rüdiger verändert, doch Newcastle hat sich umorientiert und will nun lieber den Schalker Joel Matip (23) verpflichten, der zudem billiger ist.

Rüdiger und Senesie haben offenbar zu hoch gepokert. Im Rennen sind Wolfsburg, Chelsea und Atlético Madrid, aber das Interesse ist allem Anschein nach nur noch lose. Der Wolfsburger Manager Klaus Allofs sagt, dass „es für einen Spieler sowieso nie gut ist, wenn er nicht fit ist.“ Siehe Rüdiger. Seine Operation ist unvermeidlich, auch weil er sonst mit seinem dicken Knie durch jede sportmedizinische Eingangsuntersuchung bei einem anderen Club gefallen wäre – was einen noch größeren Schaden für ihn und den VfB bedeutet hätte.

18 Millionen Euro wird kaum noch einer zahlen – wenn es überhaupt noch Angebote gibt. Damit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Rüdiger in Stuttgart bleibt, obwohl der VfB mit diesen Transfereinnahmen fest gerechnet hatte. Oder wie endet die Sache? „Ich kann zu nichts Stellung nehmen – zu gar nichts“, sagt Senesie gegenüber der StZ.