VfB Stuttgart Ist eine Rekord-Punktzahl für Europa nötig?
Der VfB will wieder nach Europa – das ist in dieser Saison aber so schwierig wie lange nicht. Ein Blick auf die besondere Konstellation und die voraussichtlich nötigen Ergebnisse.
Der VfB will wieder nach Europa – das ist in dieser Saison aber so schwierig wie lange nicht. Ein Blick auf die besondere Konstellation und die voraussichtlich nötigen Ergebnisse.
Die Niederlage schmerzt. Noch immer. Weil der VfB Stuttgart beim FC St. Pauli (1:2) unter seinen Möglichkeiten blieb – aber auch, weil am vergangenen Bundesliga-Spieltag direkte Tabellennachbarn wie Bayer Leverkusen oder die TSG Hoffenheim nicht gewannen und sich dadurch mit Blick auf das Tableau eine Chance ergeben hatte. Und die Erfahrung der bisherigen Saison zeigt: Man sollte nicht mit allzu vielen Wochenenden rechnen, an denen die Konkurrenz wenig oder gar nicht punktet. Denn die Mannschaften im vorderen Tabellendrittel sind 2025/26 allesamt so stabil unterwegs, dass aller Voraussicht nach so viele Zähler wie selten für das Erreichen der internationalen Wettbewerbe notwendig sind. Womöglich fallen sogar Rekordmarken.
Die Ausgangslage: Vieles spricht für einen Vierkampf um die Plätze drei bis sechs, auf denen derzeit vier Teams dicht gedrängt rangieren: die TSG Hoffenheim (42 Punkte), direkt dahinter RB Leipzig und der VfB (jeweils 39), schließlich Bayer Leverkusen (36, ein Spiel weniger). Davor und dahinter klafft jeweils schon eine Lücke von sechs Zählern.
Die größte Relevanz haben dabei ohne Wenn und Aber die Plätze vier und fünf. Der Vierte qualifiziert sich sicher für die Champions League, der Fünfte in jedem Fall für die Europa League – mit der Chance, durch die Hintertüre noch die Königsklasse zu erreichen, sollte die Bundesliga einen der beiden zusätzlichen Startplätze erspielen. Entscheidend ist dafür das Abschneiden der deutschen Mannschaften in dieser Saison auf internationaler Bühne, wobei die Zwischenbilanz vor den K.o.-Spielen Hoffnung macht: Die englische Premier League ist enteilt, dahinter befindet sich Deutschland im Uefa-Ranking aber mittendrin im Kampf um Platz zwei. Den belegt derzeit die erste portugiesische Liga mit hauchdünnem Vorsprung vor der Bundesliga. Platz fünf kann also noch richtig wichtig und wertvoll werden.
Was zur Frage führt: Welche Punktzahl ist nötig, um Vierter respektive Fünfter zu werden? In jedem Fall eine hohe. Halten alle Mannschaften ihren bisherigen Schnitt, würden am Saisonende jeweils 63 Zähler die Plätze vier und fünf bedeuten. Übrigens: Mit dieser Punktzahl wurde der FC Bayern 2001 mal deutscher Meister – was zeigt, wie sehr der Tabellenplatz immer auch von den Ergebnissen der Konkurrenz abhängt und wie umkämpft das Rennen um Europa in dieser Saison ist.
Das verdeutlicht nicht zuletzt die langfristige Perspektive: Seit der Einführung der Drei-Punkte-Regel waren für Platz vier durchschnittlich 58,8 Punkte nötig, für Platz fünf 55,4. Auch die Allzeit-Höchstwerte von 65 respektive 63 Punkten könnten in dieser Saison fallen, zumindest was den fünften Tabellenplatz angeht.
Für den VfB bedeutet das: Mit acht Siegen aus den verbleibenden 13 Partien würde man die besagten 63 Punkte holen, um die Chancen intakt zu halten und ein gewichtiges Wort im Rennen um die Champions League mitzureden. Ein anspruchsvolles Unterfangen, bei sieben ausstehenden Heimspielen und sechs Auswärtsspielen aber auch kein unmögliches.
Hinzu kommt: Da viele direkte Duelle im vorderen Tabellendrittel noch ausstehen und sich die Mannschaften in diesen Partien gegenseitig Punkte abnehmen werden, könnte die notwendige Punktzahl noch sinken – wenn auch nur marginal. Für die Stuttgarter geht es im März gegen Leipzig, ehe dann vieles auf ein heißes Saisonfinale am dritt- und vorletzten Spieltag hinausläuft: erst auswärts bei der TSG Hoffenheim, dann vor heimischem Publikum gegen Bayer Leverkusen.
Das ist freilich noch weit weg, der volle Fokus liegt auf der nächsten Aufgabe gegen den 1. FC Köln am Samstagabend (18.30 Uhr). Ermedin Demirovic rechnet dann mit einer ähnlichen Partie wie zuletzt am Millerntor – und mit einem unbequemen Gegner. „Es wird wieder ein Kampf, weil Köln auch im Abstiegskampf ist“, sagt der Mittelstürmer. Am Ziel eines Heimsiegs gibt es zugleich keinen Zweifel. Denn: Viele Zähler darf man in dieser Saison im Rennen um die europäischen Plätze nicht liegen lassen.