VfB Stuttgart Jugend- statt Profitraining – der VfB-Plan mit Laurin Ulrich

Laurin Ulrich (18) gilt als eines der größten Talente des VfB Stuttgart. Foto: Pressefoto Baumann/Julia Rahn

Youngster Laurin Ulrich zählt zum Profikader des VfB, trainiert aber seit einigen Wochen des Öfteren in der U 19. Sportdirektor Fabian Wohlgemuth erklärt die Maßnahme – und die langfristigen Pläne mit dem Toptalent.

Sport: David Scheu (dsc)

Zuletzt gab es für Laurin Ulrich Grund zur Freude: Im Rahmen der U-18-Länderspiele übergab ihm Bundestrainer Christian Wörns die Fritz-Walter-Medaille in Silber – eine Auszeichnung des DFB für die Leistungen im vergangenen Jahr, als Ulrich mit der U 17 des VfB Stuttgart als Spielgestalter bis ins Finale um die Deutsche Meisterschaft vorgestoßen war.

 

Diese Erfolge aber liegen nun schon einige Zeit zurück. Im Hier und Jetzt läuft es nicht ganz so rund für den 18-jährigen Youngster, der seit dieser Saison beim VfB mit einem Lizenzspieler-Vertrag ausgestattet ist und zum Profikader zählt. Vor allem zu Beginn des Jahres schleppte er einen grippalen Infekt eine ganze Weile mit sich herum, suchte anschließend lange seine Form. Das veranlasste schließlich die VfB-Verantwortlichen zum Handeln: In den vergangenen Wochen trainierte Ulrich nicht mehr mit den Profis, sondern in der Jugend bei der U 19.

Ulrich soll schrittweise wieder an das Profiteam herangeführt werden

Der Sportdirektor Fabian Wohlgemuth begründet die nicht ganz alltägliche Maßnahme auf Nachfrage unserer Redaktion mit Verweis auf die hohe Belastung: „Es geht genau an dieser Stelle nicht darum, was populär wäre – sondern darum, was richtig ist.“ Und als richtig für Ulrichs Entwicklung erachteten sie beim VfB, ihn vorübergehend aus dem physisch fordernden Training der Bundesliga-Mannschaft herauszunehmen. „Laurins fußballerische Qualitäten stehen nicht im Zweifel“, sagt Wohlgemuth, „aber er ist im Profitraining zuletzt an körperliche Grenzen gestoßen. Wir müssen ihn entsprechend seiner aktuellen Verfassung gezielt belasten.“ Das verlange von beiden Seiten Sorgfalt und Geduld.

Zuvor hatte Ulrich im September mehrere Spiele wegen Problemen am Hüftbeuger verpasst – was aus Sicht des Stuttgarter U-19-Trainers Nico Willig keineswegs aus dem Nichts kam: „Da hat sich der Körper gemeldet. Der Sprung ins Training der Profis ist ein großer“, hatte Willig damals betont. Die höhere Belastung sei „enorm“ im Vergleich zum Jugendtraining.

Bislang steht ein Kurzeinsatz in der Bundesliga zu Buche

Zur Sackgasse soll die jetzige Zeit bei der U 19 für Ulrich aber nicht werden. Im Gegenteil. „Wir bewerten die Situation jede Woche neu und sind mit Laurin immer im Austausch“, sagt Wohlgemuth. Ein erstes Ergebnis der Gespräche gibt es schon: Künftig wird Ulrich zu Beginn jeder Woche eine Einheit bei den Profis absolvieren – danach geht es zur U 19, wo er im Training zu seiner Topform finden und am Wochenende Spielpraxis sammeln soll. Dass sein Weg mittelfristig auch wieder dauerhaft zurück zum Team von Bruno Labbadia führt, steht für Wohlgemuth außer Zweifel: „Er wird fest in den Profikader zurückkehren, sobald der Zeitpunkt dafür gekommen ist.“

Bislang kam Laurin Ulrich zu einem Kurzeinsatz in der Bundesliga, als er im vergangenen November beim 0:2 gegen Bayer Leverkusen in der Schlussphase eingewechselt wurde. Der technisch hoch veranlagte offensive Mittelfeldspieler gilt als eines der größten Talente des viel beachteten 2005er Jahrgangs. Sein Arbeitspapier in Stuttgart läuft noch bis Sommer 2026.

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