VfB Stuttgart Klassenerhalt ist Pflicht
Der VfB Stuttgart brächte sich mit einem neuerlichen Abstieg als AG, aber auch als Stadiongesellschafter in eine Schieflage, meint StZ-Autor Jörg Nauke.
Der VfB Stuttgart brächte sich mit einem neuerlichen Abstieg als AG, aber auch als Stadiongesellschafter in eine Schieflage, meint StZ-Autor Jörg Nauke.
Stuttgart - Das Finanzierungsmodell zum Umbau der Mercedes-Benz-Arena ist schon oft für seine Robustheit gewürdigt worden. Der städtische Haushalt wird nicht nur um Millionenbeträge entlastet, es fließen sogar Einnahmen aus der Erbpacht in die Stadtkasse. Durch bereits geleistete Tilgungen hat sich das Risiko im Falle einer Pleite gegenüber 2008 deutlich reduziert. Der VfB profitiert durch Mehreinnahmen im Betrieb, die er – wie die Millionen aus Anteilsverkäufen – in den Erwerb von Humankapital investiert. Ein glückliches Händchen beim Spielerkauf garantiert das öffentlich-private Erfolgsmodell bedauerlicherweise aber nicht.
Die Stadion KG wirtschaftet auch deshalb nicht so erfolgreich wie einst geplant; das neue Dach musste mangels Liquidität fremdfinanziert werden, die Einlage des VfB Stuttgart von 27 Millionen Euro ist fast aufgebraucht. Von 2019 an werden aber schwarze Zahlen geschrieben – und das Sonderkonto des VfB würde gefüllt.
Man kann sich deshalb gut vorstellen, wie angespannt Geschäftsführer Rau und Kämmerer Fuhrmann die Relegationsspiele verfolgen werden. Ein Abstieg würde eine Senkung der Pacht nötig machen. Geringere Erlöse auf Dauer bedeuteten weitere Verluste. Die Stadion KG bräuchte womöglich doch frisches Geld von Stadt und Verein. Man kann sich den Frust der Fans ausmalen, müsste der VfB „in Steine statt in Beine“ investieren. Schon deshalb ist ein Erfolg über Union Berlin Pflicht.