Schließt er eine VfB-Baustelle? Maximilian Mittelstädt zeigt sich zum dritten Mal in Folge sicher vom Punkt und steht in der Rangfolge nun vor Deniz Undav. Auch sein Trainer lobt ihn.
Ein paar Schritte Anlauf, ein überlegter Abschluss mit der linken Innenseite in die linke Ecke, den Torhüter verladen – Maximilian Mittelstädt verwandelte seinen Elfmeter beim 3:2-Sieg des VfB Stuttgart gegen den FC Augsburg ziemlich souverän zum zwischenzeitlichen 1:1. Was allerdings auf den ersten Blick spielend leicht aussah, war und ist beim Bundesligisten schon länger ein größeres Thema.
Seit dem Amtsantritt von Trainer Sebastian Hoeneß im April 2023 haben die Stuttgarter 22 Strafstöße aus dem Spiel heraus zugesprochen bekommen – davon aber nur die Hälfte verwandelt. Ein klar unterdurchschnittlicher Wert, üblicherweise liegt die Trefferquote vom Elfmeterpunkt bei 75 Prozent.
Schon gegen Köln war Mittelstädt als Schütze vorgesehen gewesen
Viele verschiedene Schützen haben sich dabei versucht, nun sind die Kräfteverhältnisse beim VfB fürs Erste festgelegt – wie im Nachhinein auch Deniz Undav bestätigte. „Maxi ist der Schütze Nummer eins, ich wäre Nummer zwei gewesen“, so der Stürmer, „er hat jetzt gefühlt acht Wochen lang trainiert, bis er die Chance bekommen hat.“
Tatsächlich ist Linksverteidiger Mittelstädt schon länger in der Elfmeter-Rangliste ganz vorne und hätte wohl auch in der Bundesliga-Partie Ende September beim 1. FC Köln (2:1) geschossen – war damals aber aus Rotationsgründen auf der Bank, sodass Ermedin Demirovic in der 28. Minute verwandelte.
Zuletzt scheiterte der derzeit verletzte Ermedin Demirovic in der Europa League beim FC Basel Anfang Oktober (0:2) an Torhüter Marwin Hitz aus elf Metern. Foto: Pressefoto Baumann/Alexander Keppler
Dennoch war auch Mittelstädt in dieser Saison schon erfolgreich aus elf Metern. Zunächst traf er in der ersten Runde des DFB-Pokals im nicht enden wollenden Elfmeterschießen bei Zweitligist Eintracht Braunschweig (12:11 n.E.) in die rechte Ecke, dann im Testspiel gegen die SV Elversberg (2:0) in die linke – wie nun auch am Sonntag gegen die Augsburger.
Von Trainer Sebastian Hoeneß gab es im Anschluss ein Lob für den Auftritt – und das nicht nur wegen des verwandelten Elfmeters. „Ich finde, dass Maxi auch sonst gut verteidigt hat“, so Hoeneß über den 28-Jährigen, der 65 Prozent seiner Zweikämpfe gewann. Mittelstädt sowie die ebenfalls nicht für die deutsche Nationalmannschaft nominierten Deniz Undav und Angelo Stiller hätten „gefightet wie die Löwen. Das spricht für sie.“