VfB Stuttgart Laurin Ulrich – der VfB ist offen für einen Abbruch der Leihe

Einer seiner wenigen Einsätze für die Ulmer: Laurin Ulrich (rechts) im Zweitliga-Spiel beim 1. FC Köln (0:2) Anfang Oktober im Zweikampf mit Sargis Adamyan Foto: dpa/Federico Gambarini

Die Stuttgarter Verantwortlichen sind unzufrieden mit den Einsatzzeiten ihres Toptalents beim SSV Ulm 1846 und wollen neue Wege im Winter ausloten. Wie die aussehen könnten und warum Ulrich beim VfB nach wie vor im Fokus ist.

Sport: David Scheu (dsc)

Drei Einwechslungen, jeweils in der Schlussphase für wenige Minuten: Die bisherige Bilanz von Laurin Ulrich beim SSV Ulm 1846 fällt übersichtlich aus – und entspricht ganz bestimmt nicht dem, was sich alle Beteiligten von der Leihe des VfB-Talents zum Zweitligisten erhofft hatten. Klar, die Saison ist noch jung, und auch der Rückschlag durch einen grippalen Infekt im Spätsommer gehört zur Gesamtbetrachtung. Ein Befund ist Mitte November nach zwölf Spieltagen aber nicht mehr von der Hand zu weisen: Der 19-Jährige kommt an der Donau nicht wie geplant zum Zug.

 

Das haben natürlich auch die Verantwortlichen in Stuttgart zur Kenntnis genommen, die mit dem Verlauf alles andere als zufrieden sind. „Laurin kommt bisher nicht auf die gewünschten Einsatzzeiten“, sagt der Stuttgarter Sportvorstand Fabian Wohlgemuth unserer Redaktion – um zu ergänzen: „Wir suchen daher gemeinsam nach Lösungen, was auch eine Veränderung in diesem Winter bedeuten kann.“ Beim VfB steht man also einem Abbruch der Leihe offen gegenüber, die eigentlich bis kommenden Sommer läuft.

Maßgeblichen Anteil am Drittliga-Aufstieg der U 21

Denn: Der weitere Weg des Youngsters ist den Stuttgarter Entscheidern alles andere als gleichgültig, Ulrich ist in mehrfacher Hinsicht eine unverändert interessante Personalie. Mit seinen 19 Jahren hat er noch viel Entwicklungspotenzial, zudem kam er bereits 2016 nach Bad Cannstatt und verkörpert damit das Eigengewächs mit Identifikationspotenzial in besonderem Maße.

Seine fußballerischen Fähigkeiten blitzten immer wieder auf, wenn er nicht gerade durch Infekte oder kleinere Verletzungen aus dem Rhythmus kam. Vor zwei Jahren zog Ulrich mit der U 17 des VfB ins Finale um die deutsche Meisterschaft ein, vergangene Saison hatte er mit drei Toren und zehn Vorlagen maßgeblichen Anteil am Drittliga-Aufstieg der zweiten Stuttgarter Mannschaft. „Wir sehen in ihm Potenzial für die Zukunft“, sagt Wohlgemuth.

Laurin Ulrich (rechts) im VfB-Profitraining zu Beginn dieses Jahres neben Torhüter Alexander Nübel Foto: Pressefoto Baumann/Alexander Keppler

Nur: Um dieses zu entfalten, muss er dringender denn je spielen. „Wir haben natürlich auch eine Konkurrenzsituation im Kader und müssen zudem auf eine Mischung aus Jugend und Erfahrung achten, um in dieser Liga konkurrenzfähig zu sein“, hatte SSV-Trainer Thomas Wörle im Oktober betont – und Ulrich zugleich gelobt als sehr willigen und hochveranlagten Spieler. Zu vielen Einsätzen hat das beim Zweitligisten bis dato aber nicht geführt.

Es ist kein Geheimnis, dass sich der VfB im vergangenen Sommer auch einen Verbleib Ulrichs in der eigenen zweiten Mannschaft als nächsten Schritt hätte vorstellen können – schließlich war diese von der Regionalliga in die dritte Liga aufgestiegen, wo sie in dieser Saison wöchentlich auf Profiniveau gefordert wird. Torhüter Dennis Seimen (18) soll sich dort zum Beispiel in dieser Saison den Feinschliff und die Härte für die Bundesliga-Mannschaft holen.

Eine Rückkehr Ulrichs nach einem halben Jahr in ebendiese Stuttgarter U 21 wäre nun ein denkbares Szenario, ebenso wie eine Leihe zu einem anderen Club – was allerdings mit einem erneuten Tapetenwechsel verbunden wäre und auch Unwägbarkeiten, was sichere Einsatzzeiten angeht. Entscheiden müssen nun Ulrich und sein Umfeld, natürlich im Austausch mit den Ulmern und dem VfB. Der aber steht, daran gibt es keinen Zweifel, einer Veränderung sehr offen gegenüber.

Weitere Themen