Der Europa-League-Auftritt gegen Maccabi Tel Aviv wirft beim VfB Stuttgart seinen Schatten voraus. Die Polizei plant einen Großeinsatz.

Sport: Philipp Maisel (pma)

Auch ohne konkrete Gefährdungserkenntnis bereiten sich die Polizei und der VfB Stuttgart intensiv auf die Sicherheitslage rund um das Europa-League-Spiel gegen den israelischen Fußballclub Maccabi Tel Aviv vor. Wie von unserer Redaktion bereits berichtet, plant die Polizei einen Großeinsatz. Die Stuttgarter Beamten werden bei dem Großeinsatz bei der Partie am 11. Dezember (18.45 Uhr, Liveticker) von Einsatzkräften aus Baden-Württemberg und dem Bundesgebiet unterstützt, hieß es.

 

Die Vorweihnachtszeit und die geopolitische Situation rund um den Nahostkonflikt erfordern hierbei zusätzliche Aufmerksamkeit der Sicherheitsbehörden, teilte die Polizei auf Anfrage mit.

Anders als beim Europa-League-Spiel von Aston Villa liegen derzeit für einen Ausschluss der Maccabi-Fans nach Angaben der Polizei keine Gründe vor. In Birmingham durften die Anhänger des israelischen Vereins aus Sicherheitsgründen das Stadion am 6. November nicht besuchen. Das soll sich in Stuttgart möglichst nicht wiederholen. „Der VfB Stuttgart möchte sich grundsätzlich und nach aller Möglichkeit nicht für den Ausschluss von Fans einer Gastmannschaft aussprechen“, teilte der schwäbische Bundesligist mit.

Großeinsatz der Polizei bei Maccai-Spiel. Foto: IMAGO/Arnulf Hettrich

Der DFB-Pokalsieger ist nicht nur im engen Austausch mit den Sicherheitsbehörden und der UEFA, sondern stimmt sich auch mit dem badischen Rivalen SC Freiburg ab. Dort ist Maccabi am 22. Januar ebenfalls in der Europa League zu Gast.

Propalästinensische Proteste begleiten Maccabi-Spiele

Im Fußball, aber auch in anderen Sportarten gab es zuletzt immer wieder propalästinensische Proteste bei Sportereignissen mit israelischer Beteiligung. Hintergrund ist das israelische Vorgehen im Gazastreifen. Zu heftigen Ausschreitungen war es vor rund einem Jahr beim Europa-League-Spiel des niederländischen Erstligisten Ajax Amsterdam gegen Maccabi Tel Aviv gekommen – diese spielten sich allerdings vor einen anderen Hintergrund ab.

Die Fans von Ajax Amsterdam bezeichnen sich selbst oft als „Joden“ (Juden) und verwenden jüdische Symbole wie den Davidstern. Auch wenn der Verein historisch gesehen keine jüdischen Wurzeln hat. Zudem gelten sie als politisch eher links ausgerichtet. Antisemitische Schmähungen von Gegnern gehören für Ajax-Fans zur Tagesordnung. Maccabi wiederum wird eine politisch eher rechtslastige Gesinnung attestiert – diese Gemengelage bildete die Basis der damaligen Ausschreitungen. Videos und Bilder der Hetzjagden rund um das Spiel gingen damals um die Welt.