Der Leihspieler in Diensten des SC Paderborn spricht über die Saison in der zweiten Liga, persönliche Karriereziele und sein Vorbild.
Dennis Seimen ist derzeit in aller Munde. Der Torhüter glänzt bei Zweitligist SC Paderborn mit starken Leistungen um empfiehlt sich so für seinen Stammverein VfB Stuttgart, bei dem er perspektivisch den Platz zwischen den Pfosten einnehmen soll. Die aktuelle Saison – seine erste in der zweiten Liga – empfindet der 20-Jährige dabei als überaus lehrreich. „Es war für mich eine komplett neue Erfahrung, das erste Mal weiter weg von zuhause zu sein“, sagt Seimen im Interview mit Transfermarkt.de. Seine Freundin sei gemeinsam mit ihm umgezogen, was die erste Phase des Ankommens erleichtert habe.
Inzwischen ist er voll angekommen und sichert seiner Mannschaft immer wieder Punkte – wie zuletzt beim 0:0 beim VfL Bochum mit mehreren Reflexen. Auch Seimen selbst registriert bei sich Entwicklungsschritte. Seine Kommunikation sei intensiver geworden. „Allein schon, weil die Stadien größer und lauter sind und man mehr schreien muss, um seine Mitspieler auch zu erreichen.“ Zudem werde er schneller angelaufen als noch in der Vorsaison, in der Seimen in der dritten Liga für die U21 des VfB spielte: „Ich habe mehr zeitlichen Druck, um Entscheidungen zu treffen, weil das Spiel schneller geht. Ich muss mich beispielsweise auch bei Flankenbällen körperlich noch ein Stück weit mehr einsetzen.“ Auch Verbesserungspotenziale sieht er noch: „Ich arbeite aktuell zum Beispiel an meinem Abschlag hinter die Kette, der uns im Spielaufbau noch variabler machen kann.“
Der Leihvertrag von Alexander Nübel beim VfB läuft im Sommer aus
Wo der Youngster in der kommenden Saison spielen wird, ist derweil noch völlig offen. Seimens Leihvertrag in Paderborn endet zum 30. Juni – Gleiches gilt für das Arbeitspapier des derzeitigen Stuttgarter Stammtorhüters Alexander Nübel, der vom FC Bayern an den VfB verliehen ist. Womöglich könnte für Seimen also schon in diesem Sommer der Schritt zurück nach Stuttgart als Nummer eins anstehen.
Im Austausch steht er mit dem VfB schon jetzt regelmäßig. „Aber da geht es dann um sportliche Themen und nicht darum, was im Sommer passieren könnte“, sagt der gebürtige Heilbronner. „Ich denke, dass der Zeitpunkt auch noch nicht gekommen ist, um sich darüber einen Kopf zu machen. Es wird sich zeigen, was passiert und ich kann das nur ein Stück weit selbst beeinflussen.“
Klar ist aber: Seine Auftritte in dieser Saison bilden ein durchaus eindrückliches Bewerbungsschreiben. „Was ich machen kann“, sagt Seimen, „ist jede Woche zu versuchen, meine bestmögliche Leistung auf den Platz zu bringen. Und dann wird man nach dem letzten Spieltag schauen. Ich denke, dass man in unserem Sport und auf diesem Level nicht langfristig planen kann und daher auch nicht sollte. Dafür sind die Unwägbarkeiten einfach zu groß.“
Dass der junge Torhüter nach der höchsten deutschen Liga strebt, steht dabei zugleich außer Frage: „Ich bin ehrgeizig und will nach Möglichkeit immer den nächsten Schritt gehen. Mein Ziel ist es, Bundesliga zu spielen.“ Sein Vorbild läuft dort noch immer auf, mit nun fast 40 Jahren. „Ich bin sozusagen ein Kind der Generation Manuel Neuer“, sagt Seimen, „er hat das Torwartspiel revolutioniert, er war und ist für mich mit seinem Spiel noch immer ein Orientierungspunkt.“ Und vielleicht, falls Neuer seinen Vertrag bei den Münchner nochmals um ein Jahr verlängert, stehen sich die beiden Torhüter in der kommenden Saison ja auf dem Rasen gegenüber.