VfB Stuttgart Mit Billa in die Bundesliga – die nächste Torjägerin für die VfB-Frauen

Nicole Billa soll mithelfen, die Frauen des VfB Stuttgart in die Bundesliga zu bringen. Foto: Pressefoto Baumann

Nicole Billa hat schon viel erreicht in ihrer Karriere als Fußballerin. Nun will die Österreicherin den VfB Stuttgart in die erste Liga schießen. Wieso eigentlich?

Sport: Dirk Preiß (dip)

Sie hat Urlaub gemacht. Sie hat sich Gedanken gemacht. Und dann hat sie sich entschieden. „Ganz ohne Fußball geht es einfach noch nicht.“ Also spielt Mandy Islacker (36) nun doch weiter. Die Stürmerin, die das Frauenteam des VfB Stuttgart in der vergangenen Saison mit 28 Treffern in der Regionalliga zum Aufstieg geschossen hat, hängt also noch ein Jahr dran. Das Blöde aus Stuttgarter Sicht: nicht beim VfB in der zweiten Liga, sondern beim FC Schalke 04 in der Westfalenliga.

 

Viertklassig also. Und gut, dass der VfB längst erstklassigen Ersatz verpflichtet hat.

Zwar ist Nicole Billa nicht ganz so hoch dekoriert wie ihre Vorgängerin im Trikot mit dem Brustring – Mandy Islacker gewann Olympiagold, die Champions League und zweimal die Torjägerinnenkanone in der Bundesliga. Verstecken muss sich die Österreicherin aber ganz und gar nicht. Wie der Blick ins Jahr 2021 zeigt.

Vor vier Jahren wurde die Angreiferin nicht nur als beste Torschützin der deutschen Bundesliga ausgezeichnet, sondern wurde sowohl in Deutschland als auch in Österreich zur Fußballerin des Jahres gewählt. Für ihr Heimatland hat sie über 100 Länderspiele bestritten, stand 2017 im EM-Halbfinale. Und zwischen 2015 und 2024 erzielte sie für die TSG Hoffenheim in 211 Pflichtspielen 99 Treffer. „Sie hat“, sagt Sascha Glass, „ihre Qualitäten schon eindrucksvoll unter Beweis gestellt.“

Glass ist der General Manager für den Frauenfußball beim VfB – und hat neben anderen erstligaerfahrenen Spielerinnen eben auch Nicole Billa nach Stuttgart gelotst. Nach dem Durchmarsch von der Oberliga in die zweite Liga soll die 29-Jährige dabei helfen, dass die VfB-Frauen auch den letzten Schritt in Richtung Bundesliga möglichst zügig gehen. Seit dem vergangenen Montag bereitet sie sich in Stuttgart mit ihrem neuen Team auf die Zweitligasaison vor.

Nicole Billa (re.) im Trikot der österreichischen Nationalmannschaft. Foto: IMAGO/osnapix

„Die ersten Eindrücke“, sagt die Kufsteinerin, „waren gut.“ So wie die Gespräche, die dem Wechsel vom 1. FC Köln zum VfB vorangegangen waren. „Der Sascha“, betont Nicole Billa, „wollte mich unbedingt nach Stuttgart holen.“ Und sorgte dafür, dass bei der Angreiferin die Gedanken in Schwung kamen.

Nicole „Nici“ Billa erklärte kürzlich, „unglaublich dankbar und glücklich“ über das eine Jahr beim 1. FC Köln zu sein. Allerdings bekennt sie auch: „Ich hätte in Köln gerne ein bisschen mehr Spielzeit gehabt.“ Auf drei Tore in 19 Pflichtspieleinsätzen ist sie gekommen in der vergangenen Saison – fragte sich dann: „Wie viel Zeit habe ich als Leistungssportlerin noch vor mir?“ Und: „Lohnt es sich, bei einem Verein zu bleiben, bei dem ich vielleicht wieder nicht so richtig zum Zug komme?“ Die Antwort auf diese Fragen war: „Ich bin offen dafür, das Projekt in Stuttgart mitzugestalten.“ Sprich: dabei zu helfen, den VfB vollends in die Bundesliga zu hieven.

„Dieses Ziel ist cool, das Projekt interessant“, fasst Nicole Billa zusammen, die aber auch über den Umstand grübelte, dass sie künftig eben in der zweiten Liga spielen würde. Wenig später war aber das gedanklich abgehakt. Nun sagt sie: „Vielleicht ist genau das jetzt der richtige Schritt für mich.“ Viel spielen, viele Tore erzielen, mit einem Traditionsclub einen historischen Erfolg feiern. Billas Vertrag läuft bis 2028 – dann soll der VfB spätestens in der Bundesliga angekommen sein.

Mit dem Ankommen in Stuttgart soll es für Nicole Billa („Meine Stärken liegen in der Box“) dagegen etwas schneller gehen. Derzeit lebt sie noch in der Wohnung in Heidelberg – die sie noch aus Hoffenheimer Zeiten hat. Täglich pendelt sie aktuell also nach Stuttgart. Was kein großes Problem ist, aber auch mal zäh sein kann. Gleich am zweiten Tag der Vorbereitung sorgte der Verkehr dafür, dass sie rund zwei Stunden im Auto saß. Daher läuft nun die Wohnungssuche in Stuttgart, wo die Österreicherin beim VfB ziemlich sicher schnell Anschluss finden wird.

Weil im Stuttgarter Zweitligakader einige ehemalige Spielerinnen aus Köln, vor allem aber aus Hoffenheim stehen, „habe ich zum Start schon viele bekannte Gesichter gesehen“, sagt Nicole Billa. Nun will sie selbst eines werden – ein prägendes Gesicht des Stuttgarter Frauenfußballs. Wie die Neu-Schalkerin Mandy Islacker in den vergangenen eineinhalb Jahren eines gewesen ist.

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