VfB Stuttgart Mitglieder, Tickets, Trikots – der VfB boomt weiter

Gespielt hat Deniz Undav im ersten Testspiel in Fellbach noch nicht, umringt von Fans war der Stürmer aber meistens. Foto: Pressefoto Baumann

Die Euphorie rund um die Stuttgarter hat durch den Sieg im DFB-Pokal nochmals zugenommen. Ein Blick auf die Zahlen und die Folgen.

Sport: David Scheu (dsc)

Der Pokalsieg liegt zwar schon einige Wochen zurück, rund um den VfB Stuttgart ist er aber nach wie vor allgegenwärtig. Auf der Leinwand etwa, wo an diesem Donnerstag eine vereinseigene Dokumentation über die ereignisreichen Tage von Berlin in die Kinos der Region kommt und einen Blick hinter die Kulissen gewährt. Wer der Trophäe darüber hinaus noch ein Stück näher kommen will, kann das gerade in ganz Baden-Württemberg tun: Mit seiner Tour „VfB im Ländle“ macht der Club Station auf Marktplätzen und bei Straßenfesten, die Schlangen für ein Foto mit dem DFB-Pokal sind dabei oft länger als an den Verpflegungsständen in der Halbzeit.

 

Keine Frage: Der Verein erlebt in diesen Tagen die Euphorie, die so ein Titel eben mit sich bringt, wenn er keine Routine ist. 18 Jahre nach dem Gewinn der deutschen Meisterschaft 2007 gab es für die Stuttgarter mal wieder etwas in die Höhe zu recken, der schon zuvor nicht gerade geringe Zuspruch nach der Vizemeisterschaft im Vorjahr hat dadurch nochmals angezogen.

Nun sind solche Emotionen ja alles andere als eine nüchterne Sache – und doch lässt sich der Boom gerade auch an Zahlen, Daten und Fakten ablesen. Alleine 10 000 Exemplare des Trikots für die neue Saison gingen in der ersten Woche nach dessen Erscheinen über den Ladentisch. Dass der bei vielen Fans unbeliebte Wettanbieter Winamax von der Brust gewichen und stattdessen die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) als Hauptsponsor eingestiegen ist, war dem Ganzen dabei sicher nicht abträglich. Auch die Resonanz beim öffentlichen Trainingsauftakt in der Vorwoche brachte die Veranstaltung schnell an Kapazitätsgrenzen, binnen weniger Stunden waren alle verfügbaren 1000 Plätze ausgebucht.

Der VfB zählt inzwischen 126 500 Mitglieder

Und: In puncto Tickets und Mitgliedern bewegen sich die Zahlen ohnehin schon lange in ganz anderen Bereichen. Seit Jahren wächst die Zahl unaufhörlich – inzwischen ist sie bei 126 500 Vereinsmitgliedern und 20 500 Mitgliedern im Fritzle- und Jugendclub angekommen, wobei der Hauptgrund für die Eintritte auf der Hand liegt: Chancen auf Tickets hat man als Nichtmitglied kaum noch, ein freier Verkauf ist ob der Nachfrage zur absoluten Ausnahme geworden.

Dass sich in dieser Situation fast alle Dauerkarten-Inhaber ihren Stammplatz wieder gesichert haben, überrascht kaum. 36 000 von 36 300 Jahreskarten wurden verlängert, einen Verkauf neuer Karten gab es gar nicht erst. Weshalb? Man wolle, so der VfB, das Kontingent an Tageskarten erhöhen und so die Chance auf einen Stadionbesuch für möglichst viele Fans steigern.

Vorstandschef Alexander Wehrle will den VfB weiter in der Stadtgesellschaft verankert. Foto: Pressefoto Baumann

Die werden auch in der kommenden Saison wieder zu den Heimspielen strömen – und nicht nur aus Stuttgart kommen, wie sich zuletzt wieder bei „VfB im Ländle“ zeigte: Mehr als 20 000 Besucher fanden bislang den Weg zu den Veranstaltungen, die nächsten und letzten Stopps sind an den kommenden beiden Wochenenden Albstadt und Heilbronn.

Und in Stuttgart selbst? Wird der VfB wieder am CSD teilnehmen, der unter der Schirmherrschaft von Vorstandschef Alexander Wehrle steht, kooperiert der Club mit den Jazz Open, ist er mit Ständen beim Weindorf und auf dem Weihnachtsmarkt vertreten, zeigt er sich auf dem Volksfest. Kurzum: Man legt Wert auf Präsenz und Verankerung in der Stadtgesellschaft, Euphorie und Bekanntheit sollen keinesfalls wieder in der Schublade verschwinden. „Wir wollen raus zu den Menschen, in Kontakt kommen, Präsenz zeigen“, betont Wehrle, „gerade das macht einen Traditionsclub wie den VfB aus.“

Nun bringt der Rückenwind der jüngsten sportlichen Erfolge natürlich auch Erwartungen mit sich. Es ist ein durchaus anspruchsvolles Unterfangen, mit der Fülle an Fans in Kontakt zu bleiben, Ticketwünsche zu erfüllen – und auch auf dem Platz weiterhin abzuliefern. Genau das aber ist die Messlatte und Richtschnur, auch für Wehrle. „Durch den Pokalsieg ist nochmals eine neue Euphorie rund um den Verein entstanden“, sagt der Vorstandschef, „die wollen wir unbedingt aufrechterhalten – durch sportliche Leistungen, aber auch Veranstaltungen abseits des Platzes.“ Die Ausgangsposition dafür, das steht nach dem Pokalsieg außer Frage, ist eine aussichtsreiche.

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