VfB Stuttgart Multikulti in Bad Cannstatt

Von  

Beim VfB Stuttgart ist mancher Spieler in der Nationalmannschaft seines Heimatlandes. Nur eine Einladung zum Duell der deutschen Nationalmannschaft in Paris gegen Frankreich hat niemand bekommen. Warum hat der VfB beim Kampf um deutsche Talente das Nachsehen?

Tamás Hajnal ist einer von vielen Söldnern beim VfB Stuttgart. Foto: Pressefoto Baumann 29 Bilder
Tamás Hajnal ist einer von vielen Söldnern beim VfB Stuttgart. Foto: Pressefoto Baumann

Stuttgart - Jetzt sind sie wieder ausgeschwärmt. Nach Belek ist Tamás Hajnal geflogen, wo er mit der ungarischen Nationalelf auf Weißrussland trifft; Vedad Ibisevic spielt mit Bosnien in Ljubljana gegen Slowenien. Und gar bis in ihre japanische Heimat mussten Gotoku Sakai und Shinji Okazaki reisen, um sich mit der Auswahl Lettlands zu duellieren. 13 A- und U-Nationalspieler des VfB haben sich zu Länderspielen aufgemacht, fünf weitere mussten verletzt absagen.

Nur eine Einladung zum Duell der deutschen Nationalmannschaft in Paris gegen Frankreich hat niemand bekommen.

„Alle wollen die deutschen Spieler“

Es ist seit einiger Zeit das erklärte Ziel jedes Bundesligisten, möglichst viele deutsche Spieler in seinen Reihen zu haben und bei der Suche nach neuem Personal ebensolchen den Vorzug zu geben. Das erleichtert die Integration in der Mannschaft und fördert die Identifikation der Fans. Der VfB ist da keine Ausnahme. Auch der Manager Fredi Bobic betont immer wieder, dass man verstärkt auf junge deutsche Spieler setzen wolle. Die Umsetzung dieses Vorhabens allerdings gestaltet sich ganz offensichtlich schwierig – zwischen Anspruch und Wirklichkeit klafft eine große Lücke.

„Alle wollen die deutschen Spieler haben“, sagt Bobic. Borussia Dortmund ist so etwas wie der Vorreiter dieser Entwicklung. Neben einem polnischen Block setzt der deutsche Meister fast ausschließlich auf einheimische Spieler; den gleichen Weg geht Leverkusen und verstärkt sich konsequent mit nationalen Talenten. Zehn Profis mit deutschem Pass standen am Sonntag in der Startformation der Werkself gegen Dortmund (2:3), während die Borussia immerhin sechs DFB-Spieler aufbot.